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Olympia 2016 Dressur: Isabell Werth löst Fußball-Flair aus

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Fußball-Flair im Pferdestadion  

La Ola für Isabell Werths historischen Rekordsieg

13.08.2016, 09:56 Uhr | t-online.de

Olympia 2016 Dressur: Isabell Werth löst Fußball-Flair aus. Isabell Werth, Dorothee Schneider, Sönke Rothenberger und Kristina Bröring-Sprehe (v.li.) posieren mit ihren goldenen Medaillen. (Quelle: dpa)

Isabell Werth, Dorothee Schneider, Sönke Rothenberger und Kristina Bröring-Sprehe (v.li.) posieren mit ihren goldenen Medaillen. (Quelle: dpa)

Aus Rio de Janeiro berichtet Johann Schicklinski

Um 15:58 Uhr Ortszeit im Equestrian Parc in Deodoro war es amtlich: Dank einer atemberaubenden Darbietung von Isabell Werth auf Weihegold war klar, dass die Goldmedaille der deutschen Dressur-Mannschaft nicht mehr zu nehmen ist. So überlegen war die deutsche Equipe, dass der Erfolg bereits feststand, obwohl die Britin Charlotte Dujardin mit Valegro noch aufs Dressur-Viereck musste.

Während Werth als deutsche Schlussreiterin der Etikette ihres Sports entsprach und nur recht zurückhaltend jubelte und danach huldvoll ins Publikum winkte, sah es auf den Rängen schon anders aus.

Diese waren mehrheitlich in deutscher Hand - und die Anhänger scherten sich nicht um Verhaltensregeln im vermeintlich feinen Pferdesport. Stattdessen sorgten sie mit "Isabell, Isabell"-Sprechchören und der La Ola für Fußballstadion-Atmosphäre.

Starke Leistung der deutschen Equipe

Eine Ehre, die sich Werth verdient hatte. Schließlich ist sie mit dem Gewinn ihrer sechsten Goldmedaille die erfolgreichste Reiterin in der Geschichte der Olympischen Spiele. Dazu holte sie noch drei weitere Male Edelmetall.

Der Jubel galt allerdings auch den anderen Mitgliedern der deutschen Dressur-Equipe, die zusammen mit Werth die Grundlage für den Triumph gelegt hatten: Kristina Bröring-Sprehe mit Desperados, Sönke Rothenberger mit Cosmo und Dorothee Schneider mit Showtime. Als Werth nach ihrem Ritt den Dressurplatz verließ, wurde sie noch vor Erreichen der Einreitplätze von ihren Teamkollegen abgefangen und in die Arme geschlossen.

"Heute war der Tag der Tage"

Auf dem Weg zur Presse musste Werth im Anschluss noch zahlreiche Gratulationen über sich ergehen lassen. Sie war trotz des historischen Erfolgs weiterhin um Haltung bemüht. Dennoch war ihr anzumerken, dass sie überglücklich ist. "Es hat heute alles so geklappt, wie ich es mir vorgenommen habe. Heute war der Tag der Tage", gab die 47-Jährige zu Protokoll.

Dass sie in der ewigen Reiter-Bestenliste bei Olympia die 1999 verstorbene deutsche Dressur-Legende Reiner Klimke überholt und sich somit einen Eintrag in die Geschichtsbücher gesichert hatte, spielte für Werth keine Rolle. "Das ist etwas für Statistikfreunde und mir nicht so wichtig. Wichtig ist mir, dass wir mit diesem tollen Team gewonnen haben."

"Ich fühle mich fünf Kilo erleichtert"

Auch Werths Mannschaftskollegen waren überglücklich. "Ich hab das jüngste Pferd hier im Starterfeld und ich denke, er hat wirklich gezeigt, was für Qualitäten er hat und dass er, wenn er noch ein bisschen reift, in der Weltspitze mitspielen kann", freute sich Sönke Rothenberger über die Leistung seines Pferds Cosmo, während Dorothee Schneider nach ihrem Ritt meinte: "Ich fühle mich fünf Kilo erleichtert und bin mega-happy, dass so etwas Tolles wie heute rausgekommen ist."

Wenig Anklang beim Publikum

Ein Wermutstropfen bei dem hochklassigen Wettkampf war die Tatsache, dass sich erstaunlich wenige Zuschauer im Nordwesten Rios eingefunden hatten. Die Tribünen waren nur gut zu einem Viertel gefüllt. Vielleicht lag die mangelnde Resonanz daran, dass sich die Feinheiten des Dressurreitens nicht jedem Zuschauer sofort erschließen und sich deshalb nur fachkundiges Publikum eingefunden hatte. Viele Brasilianer beispielsweise waren auf der weitläufigen Anlage nicht zu sehen.

Eine Art "Pferdeballet"

Dabei ist die Dressur gar nicht so komplex, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag.  Man kann sie sich als eine Art „Pferdeballet“ vorstellen. Sie gilt indes als anspruchsvollste Disziplin des Reitsports, in der Reiter und Pferd in verschiedenen Disziplinen nach Perfektion streben.

Dabei sollte der Reiter möglichst nur sacht auf sein Pferd einwirken. Im Idealfall soll es wirken, als würde das Pferd in den fünf Grundgangarten über den 20 mal 60 Meter großen Dressurplatz schweben. Zugegeben, für den Laien sind die Unterschiede in den Pirouetten oder Piaffen nicht immer sofort mit bloßem Auge zu erkennen, doch für die Wertungsrichter schon.

Dieser "sachten Vollkommenheit" kamen in der olympischen Vergangenheit meist die Deutschen am nächsten. Von 1984 bis 2012 ging das Gold im Mannschaftsreiten der Dressur immer an Deutschland, bis in London die Serie riss und die Briten vor heimischer Kulisse triumphierten.

Werth: "Haben die Goldmedaille nach Hause geholt"

Nun ist sie wieder in deutscher Hand, was Werth sichtlich Genugtuung bereitete: "Endlich haben wir unsere Goldmedaille nach Hause geholt. Sie war auch viel zu lange in britischen Händen."

Zum 13. Mal seit den Olympischen Spielen in Amsterdam krönte sich die deutsche Dressur-Mannschaft damit zum Olympiasieger. Eine Tatsache, die von den deutschen Anhängern auf der Tribüne auch während der Siegerehrung noch lautstark und fahnenschwenkend gefeiert wurde. Auch wenn die deutschen Gold-Reiter vom Siegertreppchen aus zunächst erneut nur huldvoll winkten.

Doch dann brachen auf einmal alle Dämme und die Emotionen mussten raus. Werth, Bröring-Sprehe, Rothenberger und Schneider legten einen Sprint über das Dressur-Viereck hin und machten gemeinsam mit den Fans die Welle. Im Anschluss ritten sie noch mehrere Ehrenrunden, unter dem frenetischen Jubel ihrer treuen Anhänger. Wenn schon nicht viele Zuschauer da waren, war die Stimmung also immerhin erstklassig.

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