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CD-Kritik Britney Spears "Glory": seelenlose Popmusik

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CD-Kritik Britney Spears "Glory"  

Seelenlose Popmusik

31.08.2016, 09:47 Uhr | Sonja Riegel, t-online.de

CD-Kritik Britney Spears "Glory": seelenlose Popmusik. Britney Spears will mal wieder musikalisch von sich reden machen. (Quelle: Sony Music)

Britney Spears will mal wieder musikalisch von sich reden machen. (Quelle: Sony Music)

Britney Spears ist nach wie vor immer für eine Schlagzeile gut - zuletzt mit ihrem spektakulären Outfit bei den MTV Video Music Awards. Dass sie tatsächlich noch neue Musik veröffentlicht, geht da fast unter. Wir haben in ihr neues Werk "Glory" reingehört.

"Here’s my invitation, baby, come feel my energy", haucht Britney, um ihre Hörer ins neue Album einzuladen. Und anschließend leider fast ausschließlich seelenlose Popmusik zu liefern.

Klar, das unschuldige Schulmädchen aus dem Videoclip zu ihrem ersten großen Erfolg "…Baby One More Time", inzwischen unglaubliche 18 Jahre her, nimmt ihr niemand mehr ab. Stattdessen versucht sie nun, eher das verruchte Pop-Sternchen zu spielen. "Do You Wanna Come Over?" ist einer dieser Songs: lasziver Gesang, gewollt modern zurechtproduziert, am Ende aber kaum aufregend.

Britneys ewiges Problem: der Gesang 

Die größte Sängerin war Britney Spears noch nie. Das ist zunächst einmal nicht schlimm, schließlich kann man sowas durch Einsatz und technische Kniffe in den Hintergrund rücken lassen. Das gelingt auf „Glory“ nur leider überhaupt nicht. Bei "Private Show" ist es zwischenzeitlich ein einziges Gequietsche, ganz am Schluss bei "What You Need" geht es fast in Geschrei über.

Die Lichtblicke auf dem inzwischen neunten Studioalbum sind überschaubar: "Clumsy" baut einige Male ein "Oops!" ein, das im Hinblick auf Britneys früheren Hit "Oops!...I Did It Again" herrlich selbstironisch wirkt. "Man On The Moon" klingt leicht und erinnert, in diesem Fall musikalisch, an ihre Anfänge. Und auch "Love Me Down" kann trotz textlicher Schlichtheiten ("La-la-la-love me, la-la-la-love me") zum Teil überzeugen.

Eigener Stempel? Fehlanzeige! 

Das alles ist aber so extrem auf modernen Pop getrimmt, dass es schließlich völlig seelenlos bleibt. Die Songs hätten größtenteils auch für andere Künstler herhalten können und Britney schafft es kaum, ihnen ihren Stempel aufzudrücken.

Privat scheint Britney Spears die Talsohle durchschritten zu haben: Ihre Suchtprobleme hat sie dem Vernehmen nach in den Griff bekommen, in Las Vegas hat sie inzwischen eine permanente eigene Show. Musikalisch kann sie diesen Aufwärtstrend mit "Glory" allerdings nicht untermauern.

"Glory" von Britney Spears ist am 26. August 2016 erschienen.

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