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Blepharitis am Auge: Eine Lidrandentzündung richtig behandeln

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Lidrandentzündung  

Eine Lidrandentzündung braucht gute Pflege

09.01.2014, 15:16 Uhr | dpa

Blepharitis am Auge: Eine Lidrandentzündung richtig behandeln. Chronischen Lidrandentzündung (Quelle: dpa)

Die Pflege der Augenlider ist bei einer chronischen Lidrandentzündung besonders wichtig. (Quelle: dpa)

Verklebte Augenlider nach dem Aufwachen, ständiger Tränenfluss, Juckreiz oder das Gefühl von trockenen, gereizten Augen - all diese Symptome können auf eine dauerhafte Entzündung der Lidkante hinweisen. Experten sprechen von einer chronischer Blepharitis. Wie stark ein Patient unter der Krankheit leidet, ist ganz unterschiedlich. "Manche Patienten empfinden eine Blepharitis als sehr störend und quälend, andere beachten die Beschwerden gar nicht weiter", sagt Professor Christian Ohrloff, Pressesprecher der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Heidelberg. Wichtigstes Element der Behandlung ist eine behutsame und regelmäßige Pflege der Augenlider.

Akute oder chronische Lidrandentzündung?

Wie viele Menschen von dieser Augenkrankheit betroffen sind, ist nicht bekannt. Augenärzte berichten, dass sie das Phänomen eher häufig als selten sehen. Während eine akute Lidrandentzündung plötzlich kommt und meistens durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird, kann eine chronische Blepharitis "Wochen, Monate, Jahre" bestehen, sagt Prof. Thomas Reinhard von der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Verstopfte Talgdrüsen schaden dem Auge

Den Beschwerden an Auge und Lidrand liegt einen gestörte Funktion der Talgdrüsen zugrunde. Pro Lid gibt es etwa 20 bis 25 davon. "Der Talg soll die Haut weich halten, er ist aber auch wichtig für den Tränenfilm", erklärt Ohrloff, ehemaliger Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Universität in Frankfurt am Main. Dieser Schutzfilm auf der Augenoberfläche besteht aus mehreren Komponenten: einer Art Schleim, einer wässrigen Schicht aus den Tränendrüsen und dem fettigen Anteil aus den Talgdrüsen.

Schlechte Immunabwehr kann schuld sein

Die Ursachen einer chronischen Blepharitis sind nicht immer eindeutig. "Die Krankheit ist manchmal "idiopathisch", also ohne erkennbare Ursache", sagt Georg Eckert, Sprecher des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). Gelegentlich werde eine schlechte Immunabwehr verantwortlich gemacht.

"Wir wissen bei vielen Patienten nicht genau, was dahintersteckt", sagt auch Reinhard. Zum einen gebe es wohl bei einem Teil der Patienten eine genetische Basis. "Die Talgdrüsen produzieren falsche Fette, die nicht gut sind für den Tränenfilm, dann kann es wegen des Ungleichgewichts zu einer Besiedelung mit Bakterien kommen." Die Bakterien ihrerseits stellten bestimmte Enzyme her, die Fette auflösen. Dazu gehören Staphylokokken, die oft auf Haut und Schleimhäuten des Menschen vorkommen. Das Immunsystem schicke dann Zellen und Botenstoffe zur Abwehr. Eine "Entzündungskaskade" gerate in Gang, so der Facharzt..

Manche Menschen mit Hautkrankheiten sind anfällig

Ein Teil der Blepharitis-Patienten leidet an Hauterkrankungen, bei denen Talgdrüsen vermehrt Sekret bilden (Seborrhöe). Auch Rosazea-Patienten haben häufig eine Blepharitis. Menschen mit dieser auch Kupferrose genannten Hautkrankheit leiden an roten, schuppigen, teils geschwollenen Stellen im Gesicht.

Auch Milben am Augen können die Krankheit auslösen

Anfällig für eine chronische Lidrandentzündung können außerdem Menschen mit Allergien oder Neurodermitis sein. Im Blickpunkt als Auslöser stehen auch Milben, die in den Haarschäften der Wimpern leben. "Diese Milben findet man bei vielen Menschen, ob sie ursächlich für eine Blepharitis sind, ist fraglich", schränkt Reinhard aber ein. In seltenen Fällen entdecken die Augenärzte beim genaueren Hinschauen Eier von Läusen an den Wimpern. Auch Kontaktlinsen können bei einer Blepharitis eine Rolle spielen.

Je nach Ursache wird behandelt

Um herauszufinden, wie stark der Schutzfilm gestört ist, machen die Augenspezialisten bestimmte Tests. Liegt ein Trockenes Auge vor, kann künstliche Tränenflüssigkeit ohne Konservierungsstoffe helfen. Kortikosteroide stehen zur Verfügung, falls eine "immunologische Reaktion eine Rolle spielt, beispielsweise mit Hornhautinfiltraten", sagt Reinhard. Aufgrund der Nebenwirkungen wie erhöhtem Augeninnendruck oder einer Trübung der Linse sollten sie nur kurzfristig gegeben werden. Bei bestimmten Formen der chronischen Blepharitis kann über den Einsatz von Antibiotika nachgedacht werden.

Besonders wichtig: die Reinigung der Augen

Das A und O der Blepharitis-Behandlung ist jedoch die sorgfältige Lidrandhygiene, damit sich unter den Krusten keine Bakterien ansiedeln können und keine Entzündung bestehen bleiben kann, sagt Ohrloff. Am besten reinige man die Haut zwischen den Wimpern mit lauwarmem Wasser. Mit einem Wattestäbchen könne man die Talgdrüsen vorsichtig entleeren, falls diese vermehrt Sekret bildeten oder verstopft seien. "Das ist aber oft leichter gesagt als getan", sagt er und mahnt zur Vorsicht. Reinhard rät, beim Reinigen nicht zu stark zu rubbeln.

Warme Kompressen helfen

Wärme für einige Minuten auf den Lidern kann nach Angaben der Augenärzte bei der Lidhygiene helfen. Reinhard empfiehlt dazu spezielle Wärmepads, die in der Mikrowelle auf etwa 40 Grad Celsius erhitzt werden können. Grundsätzlich gilt: Die Auflagen sollten nicht zu heiß sein, damit es nicht zu Verbrennungen kommt.

Schäden am Auge sollten vermieden werden

Auf lange Dauer kann zu einer "Fehlstellung" eines Lids oder zu Schäden am Rand der Hornhaut kommen. Das Sehvermögen sei zwar lange Zeit nicht beeinträchtigt, dennoch gelte es, diese Schäden zu vermeiden, sagt Reinhard. Verstopfe oder entzünde sich eine Talgdrüse, könne es zu einem sogenannten Hagelkorn kommen, also zu einem kleinen Knötchen im Lid.

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