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Schamottsteine beim Kachel- und Kaminofen

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Schamottsteine  

Schamottsteine sind zugleich Heizung

18.10.2016, 08:24 Uhr | rw, zuhause.de

Schamottsteine beim Kachel- und Kaminofen. Schamottsteine: Ein Stein, genial wie Einstein. (Quelle: L. & F. Peters GmbH)

Schamottsteine: Ein Stein, genial wie Einstein. (Quelle: L. & F. Peters GmbH)

Kamine, vor allem aber die verhältnismäßig günstigen Kaminöfen haben in den letzten Jahren ein starkes Revival erlebt. In diesem Zusammenhang wird ein genialer Werkstoff immer wichtiger: Schamottsteine sind nicht nur feuerfest, sondern sie dienen auch als Wärmespeicher und werden so zu einer Art steinernem Heizkörper, der noch stundenlang gespeicherte Wärme abstrahlt, nachdem das Feuer im Ofen längst erloschen ist. Doch das Material hat auch seine Tücken.

Zusammen mit der steigenden Nachfrage nach Kamin- und Kachelöfen haben auch Schamottsteine in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Sie kleiden oft das Innere von Kaminöfen aus und kommen auch bei fest installierten Kaminen und Kaminbausätzen zum Einsatz – dann meist für die Verkleidung.

Schamottsteine sind feuerfeste Wärmeleiter

Die Vorteile dieses ziemlich genialen Werkstoffs: Schamottsteine sind feuer- und hitzebeständig, sie nehmen die Wärme des Kaminfeuers sehr gut auf und geben diese dann nach und nach an den Raum ab. Die Schamotte-Verkleidung eines Kamins – von Fachleuten bezeichnenderweise oft als Strahlungsflächen bezeichnet – kann ein angrenzendes Zimmer noch mehrere Stunden lang erwärmen, wenn das Kaminfeuer längst erloschen ist.

So werden Schamottsteine hergestellt

Die Bezeichnung Schamottsteine ist ein wenig missverständlich. Schamotte ist nämlich keine natürlich vorkommende Gesteinsart, sondern ein von Menschenhand geschaffener Baustoff, der sich aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt.

"Ursprünglich wurden Ziegelsteine und wohl auch die ersten feuerfesten Steine aus reinem Ton geformt und gebrannt", so der Diplom-Physiker Fritz Peters gegenüber zuhause.de. "Dabei musste man allerdings sehr große Trocken- und Brennschwindungen in Kauf nehmen." Um die Maßhaltigkeit zu verbessern, so der Experte weiter, habe man feuerfesten Ton vorgebrannt. "Den vorgebrannten Ton nannte man Schamotte", erklärt Peters, der in Eschweiler bei Aachen eine eigene Firma für feuerfeste Erzeugnisse betreibt.

Schamotte zur Herstellung von Ofenkacheln

"Diese gemahlene Schamotte wird einer keramischen Masse zugesetzt und verbessert deutlich die Wärmespeicherung einer keramischen Ofenkachel", ergänzt Ingo Schultz, Meister im Kamin- und Kachelofenbau beim Duisburger Kaminofenhersteller Hark.

Schamottsteine zur Auskleidung von Kaminöfen

"Zum Auskleiden von Heizeinsätzen werden hochtemperaturbeständige Schamottesteine mit der Funktion, die dahinterliegenden Ofenwände aus Metall zu schützen, eingesetzt", erklärt der Hark-Experte weiter. "Wesentlich sind Temperaturwechselbeständigkeit und ein hohes Wärmespeichervermögen, auch Wärmekapazität genannt." Wer den Baustoff selbst einkaufen und verarbeiten will, sollte also diese Qualitätskriterien im Blick haben. "Hier hilft ein Blick ins technische Datenblatt und das EG-Sicherheitsdatenblatt, das einem jeder Händler auf Verlangen aushändigen muss", empfiehlt Fritz Peters.

So empfindlich sind Schamottsteine

Schamottsteine sind ziemlich spröde und daher verhältnismäßig empfindlich. Sowohl bei der Verarbeitung des Werkstoffs als auch bei der späteren Kaminnutzung ist deshalb ein wenig Vorsicht geboten. Die häufig mit Schamottsteinen ausgekleideten Seitenwände eines Kamins leiden beispielsweise auf Dauer, wenn regelmäßig dicke Holzscheite dagegen stoßen. Deshalb sollte man das Brennholz stets so ins Feuer legen, dass es nicht mit der Kaminwand in Berührung kommt.

Heimwerker kommen bei Schamottsteinen schnell an ihre Grenzen

Will man Schamottsteine selbst verarbeiten, braucht es neben handwerklichem Geschick vor allem geeignetes Werkzeug. Durchbohrt werden die Steine am besten mit hoher Drehzahl und bei wenig Druck auf den Bohrer. Auf Bohren mit Schlag sollte man lieber verzichten, damit das Material um die eigentliche Bohrstelle herum nicht abplatzt oder bricht.

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Gesägt werden können Schamottsteine am besten mit einer Flex mit diamantbesetztem Schneidblatt. Auch beim Sägen sollte der Heimwerker mit wenig Druck und dafür umso mehr Geduld zu Werke gehen. Beim Sägen des äußerst trockenen, spröden Materials entsteht viel Staub, weshalb man bei der Arbeit unbedingt Schutzbrille und Mundschutz tragen sollte.

Schamottsteine werden mit speziellem Schamottmörtel verbunden

Die Verbindung zwischen den einzelnen Schamottsteinen bildet spezieller Schamottmörtel. Er ist hitzebeständig bis etwa 1300 Grad und für Fugenbreiten von einem bis drei Millimeter geeignet. Den angemachten Mörtel kann man etwa drei bis fünf Stunden lang verarbeiten. Bei Bedarf kann man sogar noch etwas Wasser nachmischen, um die Zeitspanne weiter zu verlängern.

Schamottsteine kaufen

Die Schamottsteine selbst kann man zwar ebenfalls über das Internet beziehen. Empfehlenswerter ist es allerdings, sich an eine örtliche Fachfirma für Ofenbau zu wenden. Dort können die einzelnen Teile, wenn auch oft gegen Aufpreis, gleich aufs benötigte Maß zugeschnitten werden.

Der Blick ins Internet kann aber helfen, sich selbst überhaupt erst einmal ein Bild vom Preisniveau zu machen. Von sagenhaft billigen Angeboten sollten Sie dort lieber die Finger lassen. Manch ein windiger Geschäftemacher nutzt es aus, dass saure- und Normalschamotte vom Laien kaum voneinander zu unterschieden sind. Farblich, in ihrer Struktur und auch vom Gewicht ähneln sich die beiden Werkstoffe, wodurch unbedarfte Verbraucher getäuscht werden könnten.

Schamottsteine gehören in fachkundige Hände

Wer handwerklich nicht sonderlich geschickt ist und nicht sicher weiß, was er tut, sollte lieber gar nicht erst auf eigene Faust tätig werden. Notwendige Reparatur- oder auch Verschönerungsarbeiten kann der örtliche Ofenbauer durchführen. Dieser hat nicht nur das richtige Werkzeug, sondern auch die nötige Erfahrung im Umgang mit Schamottsteinen.

Das Bildmaterial für diesen Artikel wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von: L. & F. Peters GmbH – Feuerfeste Erzeugnisse.

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