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Kamelie richtig pflegen: Tipps für eine schöne Kamelienblüte

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Chinesische Kulturpflanze  

Pflege der Kamelie: Tipps von Überwintern bis Düngen

03.05.2017, 10:02 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Kamelie richtig pflegen: Tipps für eine schöne Kamelienblüte. Die pinke Blüte der Kamelie (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/LFO62)

Die pinke Blüte der Kamelie (Quelle: LFO62/Thinkstock by Getty-Images)

Die Kamelie ist eine unterkühlte Schönheit. Ihre großen weißen, rosafarbenen oder roten Blüten sind eine Attraktion im Garten. Dafür braucht die Kamelie aber kalte Temperaturen – eine ideale Winterschönheit also.

Das müssen Sie beachten

Als Strauch oder Kübelpflanze lässt sich die exotische Kamelie hierzulande kultivieren. Fürs Zimmer eignet sich die Kamelie nicht. Was bei der Pflege der Kamelie zu beachten ist.

"Für eine gute Winterhärte spielt der Standort im Garten eine bedeutende Rolle", erläutert Hartmut Eisen, Vorsitzender der Deutschen Kamelien-Gesellschaft in Aachen. Er rät, die Pflanzen vor Ostwind und Morgensonne zu schützen. Außerdem brauchen Freiland-Kamelien im Winter, solange der Boden gefroren ist, einen Schutz vor kräftiger Sonneneinstrahlung. Anderenfalls verdunstet über die in der Sonne stehenden Blätter viel Wasser, das aus dem gefrorenen Boden nicht nachgeliefert werden kann. Die Pflanzen vertrocknen.

Kamelie ist nur bedingt winterhart

Zum Überwintern braucht die Kamelie einen Schutz vor der Kälte. "Ein guter Winterschutz besteht aus einer lockeren Laubschicht auf den Wurzeln, so dass das Durchfrieren des Wurzelballens verhindert wird", rät Eisen. Der Strauch wird zudem mit luftdurchlässigem, schattierendem Material wie Vlies oder Betttüchern umhüllt. Ideal ist ein Platz, der durch Hecken oder von großen Bäumen geschützt ist, weil so extreme Bedingungen vermieden werden können.

Zudem sollte man nicht nur Laub unter den Ziersträuchern auszubreiten, sondern auch Tannennadeln unterarbeiten. Dies senkt den pH-Wert. Denn der ideale Boden für Kamelien ist locker, humos und hat einen leicht sauren ph-Wert, ähnlich wie bei Rhododendron.

Kamelie nach dem Sommer nicht mehr düngen

Staunässe vertragen Kamelien nicht. "Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Kamelien es mögen, wenn die oberen Wurzeln sichtbar sind", erklärt Helga Urban, Fachbuchautorin aus Frankfurt. Daher sollte man die Kamelie nicht zu tief zu pflanzen. Man setzt den Strauch drei bis fünf Zentimeter höher in die Erde, als er zuvor im Topf aus dem Handel gestanden hat. "Kamelien brauchen keinen Dünger, wenn sie ausgepflanzt sind", erläutert Urban. Das unterscheidet sie zu Kamelien im Kübel.

Wer dennoch die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen möchte, sollte sich auf die erste Jahreshälfte beschränken. Anderenfalls stehen die Triebe am Anfang des Winters noch im vollen Saft und Winterschäden sind vorprogrammiert. In Sommer und Herbst braucht die Kamelie außerdem viel Wasser. Trocknet die Pflanze aus, wirft sie bereits angelegte Knospen ab.

Pflegeschnitt nach der Blüte

Nach der Blüte, die je nach Art und Sorte zwischen September und Mai erfolgt, kann man die Pflanze zurückschneiden. Allerdings raten die Experten der Niedersächsischen Gartenakademie dazu nur, wenn die Pflanzen wirklich zu groß geworden sind oder sie nicht dicht genug wachsen.

Neben den richtigen Standortbedingungen spielt die Sortenwahl eine Rolle, wenn es um die Frage der Winterhärte geht. "Es gibt allein 250 Wildarten", sagt Eisen. Darüber hinaus sind rund 40.000 Kameliensorten bekannt. Unter den Züchtungen, die in Deutschland erhältlich sind, hat Camellia japonica die größte Bedeutung. Die in China vorkommende Camellia reticulata wird häufig zur Züchtung verwendet, eignet sich aber klimatisch nicht für die hiesigen Standortbedingungen.

Higo-Kamelien sind besonders winterhart

"Eine Gruppe, die sich als besonders winterhart erwiesen hat, sind die sogenannten Higo-Kamelien", sagt Urban. Sie stammen aus der japanischen Provinz Kumamoto, die früher Higo hieß. Typisch für die Higos ist eine ungefüllte Blüte mit einem prominenten Büschel gelber Staubgefäße in der Mitte. Außerdem duften die Blüten zart. Urban rät zu älteren Sorten, die sich bereits in strengen Wintern bewährt haben, wie beispielsweise die rotblühende "Adolphe Audusson", "Hagoromo" mit lilienförmigen, zartrosafarbenen Blüten und der früh blühenden "Nobilissima".

Die Kamelie blüht in der kalten Jahreszeit. (Quelle: imago/Chromorange)Die Kamelie blüht in der kalten Jahreszeit. (Quelle: Chromorange/imago)

Die Kamelie eignet sich nicht als Zimmerpflanze

Die Kamelie gehört zur Familie der Teestrauchgewächse und ist eng mit dem Teestrauch verwandt, aus dem wir unseren Tee gewinnen. Ende des 19. Jahrhunderts haben sich Kamelien als Modepflanzen einen Namen gemacht und wurden ins Zimmer gestellt. So schön die Kamelienblüte ist: "Die Kultur von Kamelien im Zimmer ist heute nicht mehr zu empfehlen, weil sich die Zimmer verändert haben", sagt Hartmut Eisen von der Deutschen Kamelien-Gesellschaft. Kamelien waren als Zimmerpflanzen einst vor allem Prestigeobjekt von Reichen.

"Ihre Wohnungen hatten Doppelfenster mit einem Zwischenraum von 20 bis 30 Zentimeter. "Hier herrschte ein kühles Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, beschreibt die Buchautorin Helga Urban. Doch diese idealen Bedingungen gibt es in modernen Wohnräumen nicht mehr. Kamelien leiden heute unter den warmen Zimmertemperaturen und der geringen Luftfeuchtigkeit. Ihre Blütenknospen fallen daher meist vertrocknet ab. Aber Eisen hat einen Tipp: "Heute kann man Kamelien eventuell im ungeheizten Schlafzimmer oder im kühlen Wintergarten kultivieren." Die Luftfeuchtigkeit muss aber regelmäßig überprüft werden.

Kamelie als Topfpflanze

Wer einen kühlen Raum oder Wintergarten zur Verfügung hat, sollte die Kamelie in der Blütezeit von Oktober an bis Ende April hell und bei zwei bis acht Grad halten. In Gegenden mit milden Wintern kann die Kamelie auch in einer geschützten Ecke der Terrasse stehen. Man sollte den Topf dann aber beispielsweise mit einer Kokosmatte isolieren. Eine hohe Luftfeuchtigkeit um die 60 Prozent ist wichtig, wie die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau rät. Gießen sollte man nur wenig, düngen gar nicht.

Nach den letzten Frösten im Frühling darf die Kamelie ins Freie. Es eignet sich ein schattiger Platz mit Morgensonne oder unter einem Baum. Vor starker Sonne muss man die Kamelie jedenfalls schützen, da die Blätter sonst verbrennen. Bis ungefähr Juli werden die Kübelpflanzen ausreichend gedüngt, am besten mit einem Azaleen- oder Rhododendrondünger. Ab Juli wird wieder weniger gegossen – bis sich im August die ersten Knospen bilden. Austrocknen darf die Kamelie aber auf keinen Fall. Mit der Knospenbildung braucht die Pflanze wieder mehr Wasser. Ab Oktober kommt die Kamelie zurück ins Winterquartier.

Pillnitzer Kamelie

Die wohl älteste deutsche Kamelie ist übrigens im Park von Schloss Pillnitz bei Dresden zu bewundern, wo sie zum Schutz vor winterlicher Kälte mit einem eigenen Gewächshaus überbaut wurde. Eine weitere besondere Kamelie ist in Roßwein zu bewundern: Dort blüht die zweitälteste Kamelie nördlich der Alpen – die Camelia japonica alba plena von Roßwein ist stolze 200 Jahre alt.

Pflegesteckbrief Kamelie (Camellia japonica)

Standort: Im Garten vor Ostwind und Morgensonne schützen. Starke Sonneneinstrahlung ist im Winter schädlich.

Überwintern: Wurzeln mit Laub schützen; Strauch in ein Vlies hüllen.
Besonders winterharte Sorten: Higo-Kamelien überstehen auch strenge Winter.

Düngen: Freiland-Kamelien brauchen keinen Dünger.

Schneiden: Nach der Blüte, also je nach Art und Sorte zwischen September und Mai. 

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