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Zaubernuss: Dieser Strauch übersteht sogar Winterstürme

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Zaubernuss übersteht sogar Winterfrost

18.07.2014, 16:10 Uhr | dpa-tmn, zuhause.de

Zaubernuss: Dieser Strauch übersteht sogar Winterstürme. Die chinesische Zaubernuss trägt leuchtend gelbe Blüten. (Quelle: dpa)

Die chinesische Zaubernuss trägt leuchtend gelbe Blüten. (Quelle: dpa)

Wenn im Garten Schnee liegt, bringt die Zaubernuss (Hamamelis) mit ihren leuchtend gelben Blüten Farbe ins Wintergrau. Der Winterblüher ist äußerst robust: "Die Blüten überstehen schadlos Schneestürme und Winterfröste", erklärt Dethardt Götze, Kustos und stellvertretender Direktor des Botanischen Gartens der Universität Rostock. Der Strauch ist daher für jeden Gärtner nur zu empfehlen. Der Pflege-Aufwand für die Zaubernuss ist recht gering. Welchen Standort man für die Zaubernuss wählen sollte und worauf man beim Schneiden achten muss.

Der Strauch weiß sich in besonders bitterkalten Zeiten zu schützen: "Bei tiefen Frösten rollen sich die auch als Kronblätter bezeichneten Blütenblätter mehr oder weniger stark zusammen", erläutert Veit Martin Dörken, Mitglied im Vorstand des Botanischen Vereins Bochum und Dozent im Fachbereich Biologie an der Universität Konstanz. Und die Blüten entrollen sich wieder, wenn es milder wird.

Zaubernuss mag keinen trockenen Boden

"In Nordamerika und Ostasien wachsen die jeweils heimischen Arten in lichten Bergwäldern", erläutert Götze. Mit dieser Standortwahl lässt sich zum einen die Frostresistenz der Pflanzen und zum anderen die Vorliebe für ein feuchtes Klima erklären. Aber Hobbygärtner können die Zaubernuss überall pflanzen, wo der Boden nicht austrocknet und gleichzeitig keine Staunässe entsteht, ergänzt der Vegetationsökologe. Dörken empfiehlt jedoch sandig-humose bis sandig-lehmige, frische bis feuchte Substrate für den Strauch.

Richtiger Standort für die Zaubernuss

Wird der Wurzelbereich mit Mulch verbessert, sorgt das für einen gleichmäßig feuchten Boden und es wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus. Auf Staunässe und einen zu dichten Boden reagieren die Pflanzen mit verkümmertem Wuchs oder sie sterben ab. Dörken rät, am besten eine sonnige bis halbschattige Lage zu wählen. Das fördert die Blütenbildung und garantiert eine gute Winterhärte. Außerdem muss die Pflanze windgeschützt stehen.

Zaubernuss nicht schneiden

Götze warnt, dass die Sträucher dem Gärtner einen Rückschnitt nicht verzeihen. Die Einschnitte blieben immer sichtbar und störten den natürlichen, in der Regel trichterförmigen Aufbau des Strauches. Man kann sie gegebenenfalls leicht lichten. "Da Hamamelis als hervorgehobenes Gehölz in Einzelstellung die größte Wirkung erzielt und im Alter eine Größe von fünf Metern Breite erreichen kann, sollte der Standort ausreichend dimensioniert werden", empfiehlt Gartenleiter Ehsen.

Strauch passt gut in den Vorgarten

Gleichzeitig sind diese langsam wachsenden Gehölze ein wunderbarer Blickfang auf kleineren Flächen wie dem Vorgarten. Dieser Standort hat noch einen Vorteil: Da man ihn auch im Winter regelmäßig durchläuft oder passiert, sieht man den Blütenzauber der Pflanze gut.

Verschiedene Arten von Zaubernuss

Vor der Eiszeit waren die Sträucher in der ganzen nördlichen Hemisphäre verbreitet. "Das heutige natürliche Areal der Gattung Hamamelis ist stark zerteilt", berichtet Dörken. Im östlichen Nordamerika kommen die beiden Arten Virginische (Hamamelis virginiana) und Frühlings-Zaubernuss (Hamamelis vernalis) vor. Aus dem östlichen Asien stammen die Chinesische (Hamamelis mollis) und die Japanische Zaubernuss (Hamamelis japonica).

Hamamelis virginiana riecht gut

"Die Geschichte der Zaubernuss in Europa beginnt circa 1750 mit den amerikanischen Arten Hamamelis vernalis und Hamamelis virginiana", sagt Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter im Park der Gärten in Bad Zwischenahn. Sie wurden allerdings ausschließlich zur Herstellung von Medizin angebaut. Die Pflanzen enthalten reichlich Gerbstoffe. Vor allem Blätter und Rinde enthalten ein Tannin, das entzündungshemmend, antimikrobiell und stark zusammenziehend wirkt. Der gartenbauliche Wert ist laut Ehsen eher gering. Heute schätzen Kenner diese Arten aber wegen ihres intensiven Duftes. Die virginische Zaubernuss blüht übrigens schon im Herbst, die Blütezeit der anderen Sorten beginnt im Winter ab Januar.

"Den Durchbruch schaffte die Zaubernuss erst, als 1879 die ersten Sämlinge der asiatischen Formen Hamamelis japonica und Hamamelis mollis nach England und von dort vor allem nach Belgien, den Niederlanden und Deutschland gebracht wurden", erzählt Ehsen weiter. Diese Arten haben zur Winterzeit große gelbe Blüten. Ihre Blätter zeigen eine gelbe bis orangerote Herbstfärbung.

Diane und Jelena blühen orange

Aus diesen Formen entstanden schnell zahlreiche Arthybriden, die botanisch als Hamamelis x intermedia bezeichnet werden. Ehsen zufolge gehören die meisten der heute bekannten Sorten zu dieser Gruppe. Der Experte empfiehlt besonders die Sorte "Arnold Promise", eine Zaubernuss mit gelben Blüten, einer orangeroten Herbstfärbung und einer hervorragenden Fernwirkung. Auch die rotblühende "Diane" und "Jelena" mit orangeroten Blüten stehen auf seiner Favoritenliste.

Im Garten hat sich außerdem die Art Hamamelis mollis, die auch als Chinesische Zaubernuss bezeichnet wird, bewährt. Als besonders wertvoll bezeichnet Dörken die Sorte "Brevipetala", die eine dunkle, orangegelbe Blüte hat und intensiv süßlich duftet, sowie "Goldcrest" mit Blüten, die an der Basis braunrot gefärbt und außen goldgelb sind. Ihr Duft ist ebenfalls süßlich. Ebenso empfehlenswert sei die stark duftende Sorte "Pallida" mit leuchtend gelben Blüten.

Pflege-Steckbrief Zaubernuss (Hamamelis)

Boden

Das Substrat sollte sandig-humos bis sandig-lehmig, frisch bis feucht sein.

Standort

Sonnige bis halbschattige Lage an einem windgeschützten Standort.

Schneiden

Einen starken Rückschnitt sollte man auf jeden Fall vermeiden. Auslichten ist möglich.

Vermehren

Eine Vermehrung der Zaubernuss ist schwierig. Sowohl das Vermehren über Samen oder Absenker ist kaum zu empfehlen.

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