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Perückenstrauch pflanzen und pflegen: Wann Schneiden notwendig ist

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Eindrucksvolles Gehölz ist pflegeleicht  

Perückenstrauch pflanzen und schneiden

22.05.2014, 12:23 Uhr | dpa-tmn

Perückenstrauch pflanzen und pflegen: Wann Schneiden notwendig ist. Der Perückenstrauch trägt auffällige Blütenstände. (Quelle: dpa/Arco Images GmbH/O. Diez)

Der Perückenstrauch trägt auffällige Blütenstände. (Quelle: Arco Images GmbH/O. Diez/dpa)

Der Perückenstrauch eignet sich für Hobbygärtner, die das Besondere lieben: Denn wenn er Fruchtstände trägt, zieht der Perückenstrauch alle Blicke auf sich. Doch das Gehölz lohnt sich auch aus einem anderem Grund für den Garten: Er ist pflegeleicht und kommt sowohl mit Trockenheit wie auch Hitze gut zurecht. Schneiden ist kaum notwendig – der ideale Gartenbewohner also. Mit diesen Pflege-Tipps gedeiht der Perückenstrauch besonders gut.

"Zur Fruchtzeit verlängern sich die Blütenstiele, ganz gleich, ob Früchte gebildet wurden oder nicht, und sind mit zahlreichen abgespreizten Haaren besetzt", erläutert Prof. Peter A. Schmidt, Präsident der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (Vereinigung für Baumkunde). Das sieht dann aus, als trage der Strauch eine Perücke. Die Fruchtstände fallen später ab, verklumpen locker und werden vom Wind umhergeweht, so dass die Samen sich weit verbreiten.

Botanisch heißt der Strauch Cotinus. "Die Gattung zählt zu den Sumachgewächsen", sagt Schmidt. Verwandt ist sie mit dem Essigbaum, der auch Hirschkolbensumach genannt wird. Es gibt vier verschiedene Arten des Perückenstrauchs. "Cotinus coggygria, der Gewöhnliche Perückenstrauch, ist vom östlichen Mittelmeerraum über Vorder- und Mittelasien bis nach China verbreitet." Die Pflanze wird bei uns häufig gepflanzt. Daneben ist auch der Amerikanische Perückenstrauch (Cotinus obovatus) ein beliebtes Gartengehölz. Die anderen Arten werden hierzulande nicht angepflanzt.

Perückenstrauch: Wann schneiden?

"Es handelt sich um dekorative Solitärsträucher, die extrem hitze- und trockenheitsunempfindlich sind", beschreibt Robert Markley, Geschäftsführer des Verbandes der Gartenbaumschulen, die Pflanzen. Damit sind sie ideal für das Stadtklima, wo sie selbst im Regenschatten von Häusern problemlos gedeihen. "Und sie wachsen gleichmäßig, so dass sie keinen Schnitt benötigen." Zum einfachen Auslichten lässt sich der Perückenstrauch jedoch jederzeit schneiden. Auch zum Verjüngen lohnt sich das Schneiden. Dann wird am besten im Frühjahr radikal gekürzt. Da der Perückenstrauch aber nur an diesjährigen Trieben an älterem Holz blüht, fällt die Blüte für die nächsten Jahr aus.

Leichten und durchlässigen Boden bevorzugt

"Da der Perückenstrauch ein Flachwurzler ist, sollte der Boden nicht zu schwer und durchlässig sein", erläutert Markley. Die Sträucher lieben zudem Kalk. Daher sollte der pH-Wert des Bodens bei 7 oder höher liegen. In punkto Gartengestaltung rät der Fachbuchautor, Perückensträucher so zu pflanzen, dass man die tiefstehende Sonne von hinten durch das Laub scheinen sieht.

Unterschiede der Perückenstrauch-Sorten

Will der Hobbygärtner den Gewöhnlichen und den Amerikanischen Perückenstrauch, die beide gärtnerisch verwendet werden, unterscheiden, so muss er sich die Blätter genau ansehen. "Das Laub des Gewöhnlichen Perückenstrauchs ist oval bis eiförmig, bläulich bereift und kahl", erläutert Schmidt. Dagegen sind die Blätter der in Nordamerika heimischen Art eiförmig bis elliptisch und an der Unterseite behaart.

Die Blütenstände sind verschieden groß: Beim Gewöhnlichen Perückenstrauch betragen sie zwischen 15 bis 20 Zentimeter, bei der amerikanischen Art 10 bis 15 Zentimeter. Letzterer trägt grüne, im Herbst leuchtend gelbe, orangefarbene oder rötliche Blätter. Und er ist starkwüchsig.

Gewöhnlicher Perückenstrauch (Cotinus coggygria) ist der Klassiker im Garten

Meist werden allerdings die Sorten des Gewöhnlichen Perückenstrauchs im Garten verwendet. Der Klassiker heißt 'Royal Purple'. Diese Sorte ist besonders attraktiv, weil sie tiefrot gefärbte Blätter trägt, die einen schönen Kontrast zu den silbrig-rötlich behaarten Fruchtstielen im Sommer darstellen. Im Herbst ist das Laub scharlachrot. Weitere beliebte Sorten sind laut Markley 'Golden Spirit' und 'Young Lady'.

Letztere zeichnet sich dadurch aus, dass sie bereits als Jungpflanze reich blüht und einen kompakten Wuchs aufweist. Sie blüht bereits Ende Mai und setzt die Blüte durch einen anhaltenden Neuaustrieb bis in den Herbst fort. In der späteren Jahreszeit blüht der Strauch dann rot.

Durch die anhaltende Blüte hat man dauerhaft die rosafarbenen Fruchtstände als Attraktion im Garten. Die Sorte lässt sich sowohl in gemischten Staudenrabatten als auch in der Topfkultur verwenden. Bei der Topfbepflanzung kommt dem Hobbygärtner zugute, dass der Perückenstrauch Trockenheit toleriert. In der Pflege ist der Perückenstrauch genügsam. Am besten wächst er auf sandig-humosem Boden. Der BDG rät, einen sonnigen und geschützten Platz für den Strauch zu finden. Kleine Trockenzeiten im Sommer übersteht er ohne Probleme.

Die Sorte 'Golden Spirit' fällt mit einem frischen Gelbgrün der Blätter im Sommer auf. Im Herbst verfärbt sich dieser Perückenstrauch ebenfalls rot bis magentarot. Besonders gut lässt sich diese Sorte mit rotlaubigen Großstauden und Sträuchern kombinieren.

Bei Pilz-Befall Perückenstrauch schneiden

Die allgemein sehr robusten und pflegeleichten Perückensträucher werden selten von einem Pilz befallen. "Dann kann es sein, dass einzelne Triebe absterben", erläutert Schmidt. Er empfiehlt daher, die befallenen Zweige herauszuschneiden. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sich die Krankheit durch diese Maßnahme schnell verwächst, so dass es nicht zu einer dauerhaften Schädigung kommt.

Vermehrung über Absenker

Vermehren lässt sich der Perückenstrauch über Samen, wobei der Erfolg aber oft ausbleibt. Gartenexperten empfehlen daher die Vermehrung über Absenker im Frühling: Dazu wird ein Zweig zum Boden gebogen und dort fixiert. Die Stelle, die Kontakt zum Boden hat, wird von Laub befreit und mit Erde bedeckt. Ein kleiner zwei bis drei Zentimeter langer schräger Schnitt fördert außerdem das Wurzelwachstum. Haben sich Wurzeln gebildet, wird der Trieb von der Mutterpflanze abgetrennt. Dies dauert allerdings einige Zeit.

Perückenstrauch heißt auch ungarisches Gelbholz

Der Perückenstrauch ist nicht nur als Ziergehölz geschätzt, sondern wurde früher auch zur Gewinnung von Farbstoffen im Elsass, in Ungarn und Südtirol in größeren Pflanzungen angebaut. "Das im Kern gelbe Holz enthält Fisetin, einen Farbstoff, der zum Färben von Wolle, Seide und Leder verwendet wurde", erläutert Schmidt. Daher stammt auch der volkstümliche Name des Perückenstrauchs: Ungarisches Gelbholz. Die Holzteile, die den Farbstoff enthalten, bezeichnet man als Fisettholz.

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