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Tiefkühlkost: Sind Lebensmittel mit Gefrierbrand noch genießbar?

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Tiefkühlkost  

Sind Lebensmittel mit Gefrierbrand noch genießbar?

| ts/ akl

Tiefkühlkost: Sind Lebensmittel mit Gefrierbrand noch genießbar?. Gefrierbrand verändert Lebensmittel in Konsistenz und Geschmack. (Quelle: Imago/ Niehoff)

Gefrierbrand verändert Lebensmittel in Konsistenz und Geschmack. (Quelle: Imago/ Niehoff)

Nach der Familienfeier oder dem Grillen bleibt meist viel Essen übrig. Doch: Darf man die Reste einfrieren? Wir verraten, worauf Sie beim Einfrieren achten sollten, damit das Essen ein zweites Mal schmeckt. Einfrier-Fakten, die Sie kennen sollten.

Lebensmittel mit Gefrierbrand vorsichtig behandeln

Gefrierbrand entsteht, wenn zu viel Luft in die Verpackung oder den Gefrierbeutel gelangt. Diese trocknet die Oberfläche des Gefrierguts aus. Die betroffenen Bereiche bekommen weiße bis grau-braune Flecken. Die Lebensmittel sind zwar nicht verdorben oder wie oft befürchtet giftig, aber sie schmecken nicht mehr. Bei Geflügel (Hähnchen) und Gemüse sehen die Verfärbungen tendenziell weiß aus, bei rotem Fleisch (zum Beispiel Hackfleisch) und Fisch dagegen grau-braun. Eiscreme mit Gefrierbrand erkennt man an der Bildung eisiger Kristalle.

Die Lebensmittel sind zwar nicht verdorben und ungesund, aber sie schmecken nicht mehr. Zudem weiß man nie, wie sich die Konsistenz beim Kochen entwickelt - Fleisch wird zum Beispiel oft ledrig. Wenn nur wenige Stellen vom Gefrierbrand befallen sind, kann man diese leicht wegschneiden und den Rest weiterverwenden.

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Vermeiden kann man Gefrierbrand am besten, wenn man das Essen in einen Gefrierbeutel gibt und die Luft sorgfältig hinausstreicht. Alternativ kann man die Lebensmittel vor dem Einfrieren auch glasieren. Hochwertige Meeresprodukte wie beispielsweise Garnelen, Fischfilets, Krabben oder Muscheln, welche mit dem Kürzel „B/F“ (blocken frozen) etikettiert sind, enthalten beim Kauf bereits eine solche Schutzglasur. Die Verpackungen sollten immer Luftdicht verschlossen und unbeschädigt sein.

Vorsicht bei Fleisch in Schutzatmosphäre

Fleisch, das unter Schutzatmosphäre verpackt ist, sollte vorm Einfrieren aus der Verpackung genommen und in einen Gefrierbeutel gegeben werden. Es können sich Keime unter der Folie gebildet haben, die dann mit eingefroren werden und das Fleisch schneller verderben lassen - auch im tiefgekühlten Zustand. Zwar vermehren sich die Keime langsamer, abgetötet werden sie aber nicht. Generell gilt: Fleisch, dass nicht luftdicht eingeschweißt ist, sollte immer neu verpackt werden, bevor es in die Kälte kommt. Zudem sind die beim Kauf mitgelieferten Schalen meist nicht für die Gefriertruhe geeignet.

Am besten kleine Portionen einpacken und einzelne Stücke durch Folie voneinander abtrennen. Beim Einfrieren ist das Haltbarkeitsdatum zweitrangig. Allerdings sind Lebensmittel auch in der Gefriertruhe nicht unbegrenzt haltbar. Brot kann man bis zu drei Monate aufbewahren, Fleisch je nach Sorte zwischen zwei und zwölf Monate, Gemüse zwischen sechs und zwölf Monate.

Keine normalen Plastiktüten verwenden

Tüte ist nicht gleich Tüte. Zum Einfrieren sollten nur Gefrierbeutel oder kältestabile Dosen und keine Müllbeutel oder normale Plastiktüten verwendet werden. Der Grund: Müllbeutel sind aus gebrauchtem Kunststoff hergestellt und unterliegen weniger strengen Gesundheitsvorschriften als Gefrierbeutel, die zum Verpacken von Lebensmitteln angefertigt sind. Im schlimmsten Fall können Müllbeutel beim Kontakt mit Lebensmitteln schädliche Lösemittel abgeben. Gefrierbeutel dürfen nur einmal verwendet werden und müssen danach entsorgt werden.

Kann man auch mit Alufolie einfrieren?

Auch Alufolie kann benutzt werden. Aber Achtung: Sie wird von Salz und Säure angegriffen. Das kann dazu führen, dass ein metallischer Glanz auf den Gefriergut zurück bleibt. Alufolie eignet sich beispielsweise zum Einfrieren von größeren Kuchenstücken.

Zum Einfrieren ungeeignet sind Margarine- oder Joghurtbecher, die bei kalten Temperaturen Risse bekommen und so Luft ins Gefäß lassen. Dosen sollte man möglichst immer gut befüllen, damit wenig Luft enthalten ist. Allerdings sollten Gefrierdosen nur bis zirka einen Zentimeter unter dem Rand befüllt werden, um eine Ausdehnung des Gefriergutes zu ermöglichen.

So klappt es mit dem Einfrieren

Generell eignet sich fast alles zum Einfrieren: Beeren, Gemüse, Fleisch, Fisch, Butter und Brot sowie gekochte Lebensmittelreste. Ungeeignet sind hingegen Eier, Joghurt und sehr wasserhaltige Lebensmittel wie Salate oder Äpfel. Die ideale Einfriertemperatur liegt bei minus 18 Grad Celsius. Gemüse wie Erbsen, Karotten oder Brokkoli sollte man vor dem Einfrieren kurz blanchieren - so behält das Gemüse seine Farbe und Bakterien werden abgetötet.

Zweimal einfrieren - nicht grundsätzlich tabu

Die Regel "Bloß nicht zweimal einfrieren" ist nur bedingt gültig. Sie gilt vor allem für rohes Fleisch, Geflügel und Fisch sowie für Gerichte, die längere Zeit herumstehen, sodass sich Bakterien vermehren könnten. Wer das rohe Fleisch allerdings kocht oder brät und das fertige Gericht sofort einfriert, macht nichts falsch. Auch angetaute Gerichte dürfen wieder eingefroren werden, denn im Gefrierfach halten sie sich allemal länger als im Kühlschrank. Vergessen Sie dabei aber nicht, dass An- oder Auftauen die Haltbarkeit verkürzt, sodass das aufgedruckte Datum nicht mehr gültig ist. Und: Bei wiederholtem Einfrieren leidet natürlich die Qualität, weil Aroma und Vitamine verloren gehen.

Generell gilt aber folgende Faustregel: Je länger die Zeit bis zum erneuten Einfrieren und je höher die Temperatur, der die Lebensmittel ausgesetzt waren, desto eher können sich gefährliche und gesundheitsschädliche Mikroorganismen bilden, die die Lebensmittel verderben lassen.

Richtiges Auftauen wichtig für die Qualität

Beim Auftauen von Tiefkühlkost können sich Bakterien schnell vermehren. Auftauwasser von Geflügel sollte auf jeden Fall abgegossen werden, damit sich keine Salmonellen bilden können. Fleisch taut man abgedeckt im Kühlschrank auf, Brot im Backofen, Obst bei Zimmertemperatur oder in der Mikrowelle. Gemüse sollte gar nicht vorher aufgetaut werden, sondern direkt ins heiße Wasser gegeben werden.

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