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Schreibaby: Wann ist ein Kind ein Schreibaby?

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Dreierformel gibt Hinweis: So erkennen Sie, ob Ihr Kind ein Schreibaby ist

28.06.2016, 11:59 Uhr | t-online.de, dpa-tmn

Schreibaby: Wann ist ein Kind ein Schreibaby?. Ein Baby schreit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Handemandaci)

Babys können ohrenbetäubend brüllen – nicht immer ist das Kind deshalb ein Schreibaby (Quelle: Handemandaci/Thinkstock by Getty-Images)

Bei neugeborenen Babys sind zwei Stunden Schreien pro Tag in den ersten Lebenswochen durchaus normal. Doch ab wann müssen sich Eltern Sorgen machen? Kinderärzte sagen, wann ein Kind ein Schreibaby ist und wo betroffene Eltern Hilfe finden.

Einen ersten Anhaltspunkt liefert diese Formel: "Als ein Schreibaby gilt ein Säugling, der täglich mehr als drei Stunden an mindestens drei Tagen der Woche über mehr als drei Wochen aus unerklärlichen Gründen schreit und sich kaum beruhigen lässt", sagt Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin in Weimar.

Schreibabys sind gefährdet

Rund 20 Prozent aller Säuglinge schreien derart häufig und intensiv. "Dann und wenn Still- und Schlafprobleme hinzukommen oder Eltern sich überfordert fühlen, sollten sie frühzeitig die Hilfe ihres Kinder- und Jugendarztes in Anspruch nehmen", rät Niehaus. "Überforderte Eltern neigen dazu, falsch zu handeln, und es besteht die Gefahr, dass sie den Säugling zum Beispiel schütteln, was zu lebensgefährlichen Schäden führen kann."

Heute gehen Experten bei Schreibabys von einer Regulationsstörung aus. Das heißt, die Babys können sich nicht ihrem Alter entsprechend selbst beruhigen, sie sind genauso überfordert wie ihre Eltern. "Der Kinderarzt hilft, Fütter- und Stillprobleme oder eine überforderte Verdauung aufzudecken und weiß, wo Eltern eine eingehende Beratung erhalten", sagt Niehaus.

Schreiambulanzen helfen überforderten Eltern

In einigen Kliniken gibt es spezielle Anlaufstationen. In diesen Schreiambulanzen finden Eltern im Akutfall Hilfe und Lösungen für den scheinbar nie endenden Baby-Stress. Die betroffenen Eltern sind erschöpft und brauchen Hilfe, denn - so sagen Experten – alleine bewältigt man diese Situation nicht, die Eltern sind mit den Nerven am Ende. Ein Schlaftagebuch beispielweise kann Baustein einer Therapie sein.

Der Trost: das Schreien wird weniger

Bei der Durchsicht von verschiedenen Studien ermittelten Forscher aus Australien, dass das Füttern bei den ersten Unmutszeichen des Babys sowie viel Hautkontakt das Weinen eventuell mindern kann. Wenn ein Kind schon aus der Fassung geraten ist, empfehlen sie, es ruhig zu halten, bis es trinkbereit ist.

Bei einer normalen neuronalen Reifung verringert sich das Schreien auf durchschnittlich etwa 70 Minuten, wenn das Baby zehn bis zwölf Wochen alt ist, mit fünf Monaten beruhigen sich die meisten Babys.

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