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Unabhängige Experten sollen Giftproben im Fall Skripal untersuchen

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Neue Vorwürfe an Russland  

Unabhängige Experten sollen Giftproben untersuchen

18.03.2018, 16:15 Uhr | dpa, jmt

Unabhängige Experten sollen Giftproben im Fall Skripal untersuchen. Mitarbeiter der Spurensicherung am Tatort: Großbritannien will unabhängige Experten die Giftproben untersuchen lassen – und damit Russlands Schuld beweisen. (Quelle: dpa/Andrew Matthews)

Mitarbeiter der Spurensicherung am Tatort: Großbritannien will unabhängige Experten die Giftproben untersuchen lassen – und damit Russlands Schuld beweisen. (Quelle: Andrew Matthews/dpa)

Ein Attentat auf einen Ex-Spion löst eine politische Krise aus. Großbritannien erhebt neue schwere Vorwürfe gegen Russland. Experten sollen nun Zugang zum Gift erhalten.

Neue schwere Vorwürfe im Fall Skripal: Russland hat nach britischen Angaben in den vergangenen zehn Jahren das verbotene Nervengift Novichok produziert. Dafür gebe es Beweise, sagte der britische Außenminister Boris Johnson dem Sender BBC. Mit einer solchen Substanz wurden nach britischen Angaben der Ex-Doppelagent Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia vor zwei Wochen vergiftet. Medien berichteten unter Berufung auf Geheimdienstkreise, das Gift sei im Koffer der Tochter versteckt worden, als sie einen Zwischenstopp in Moskau einlegte.

Tschechien: Russische Desinformation ist Manipulation

Russland weist alle Beschuldigungen zurück und nennt Großbritannien, Schweden, Tschechien, die Slowakei und die USA als mögliche Gift-Hersteller. Regierungsvertreter Schwedens, der Slowakei und Tschechiens haben die Vorwürfe als absurd bezeichnet. Der tschechische Außenminister sprach von einem Versuch, mit Desinformation die öffentliche Meinung zu manipulieren.  

Nun sollen unabhängige Experten Proben des bei dem Attentat verwendeten Gifts untersuchen. Vertreter der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag werden an diesem Montag in Großbritannien erwartet, wie das Außenministerium in London mitteilte. Die OPCW lasse die Proben in internationalen Labors untersuchen. Dies werde mindestens zwei Wochen dauern. Nowichok war bislang nur als Nervengift aus der früheren Sowjetunion bekannt.

Nato: Russland "immer aggressiver"

Johnson kündigte an, am Montag die EU-Außenminister über den Fall zu informieren und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu treffen. Stoltenberg selbst hatte im einem Interview mit der "Welt am Sonntag" erklärt, die Nato werde ihren weiteren mit Umgang mit Russland neu prüfen. Russland werde "immer aggressiver und unberechenbarer".

Der 66-jährige Sergej Skripal und seine 33-jährige Tochter Yulia befinden sich in einem kritischen Zustand. Sie waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury aufgefunden worden. Auch ein Polizist wurde schwer verletzt, ist aber ansprechbar. London beschuldigte den russischen Präsidenten Wladimir Putin als direkten Drahtzieher. Der Streit entwickelte sich zu einer schweren diplomatischen Krise samt Sanktionen. Beide Länder verwiesen jeweils 23 Diplomaten des Landes. London kündigte an, in den nächsten Tagen im Nationalen Sicherheitsrat weitere Schritte zu erörtern. Bislang haben zahlreiche Verbündete ihre Solidarität mit Großbritannien erklärt und sich der Deutung der britischen Regierung angeschlossen.

Experten: Europaweite Sanktionen erforderlich

Welche weiteren Sanktionen sind zu befürchten? Britische Zeitungen halten es für möglich, dass das Vermögen von dem Kreml nahestehenden russischen Oligarchen in London eingefroren wird. Dies hatten Experten immer wieder gefordert. So sagte der Sicherheitsexperte Mark Galeotti gegenüber t-online.de, die Maßnahmen müssten von der gesamten EU getragen werden, um wirksam sein zu können. 

Nach Angaben von Scotland Yard könnten die Untersuchungen im Fall Skripal noch Monate dauern. Rund 400 Zeugen hätten bereits ausgesagt, Hunderte weitere sollen in den nächsten Tagen dazukommen. Etwa 250 Spezialisten der Anti-Terror-Polizei seien mit dem Fall beschäftigt.

Skripal soll den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 über russische Agenten in Europa informiert haben. 2004 flog der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU auf und wurde festgenommen. Er wurde zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kam er 2010 nach Großbritannien.

Für Unruhe in Großbritannien sorgt auch der Mord am Kreml-Kritiker und Geschäftsmann Nikolai Gluschkow. Die britische Polizei kontaktierte eine Reihe von Exil-Russen und mahnte sie zur Vorsicht. Damit hätten die Sicherheitsbehörden ihre bisherige Einschätzung von einem geringen Risiko für Exil-Russen im Land geändert, berichtete der Sender BBC. Es sei aber bislang kein Zusammenhang zwischen dem Tod Gluschkows und dem Anschlag auf Skripal erkennbar.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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