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Erdogan wirft Angela Merkel "Nazi-Methoden" vor

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Präsident hetzt weiter  

Erdogan wirft Merkel persönlich "Nazi-Methoden" vor

19.03.2017, 21:29 Uhr | AFP, dpa

Erdogan wirft Angela Merkel "Nazi-Methoden" vor. Der türkische Präsident wirbt bei einer Wahlkampfveranstaltung für seine Referendumspläne - und keilt weiter gegen Deutschland aus.  (Quelle: AP/dpa)

Der türkische Präsident wirbt bei einer Wahlkampfveranstaltung für seine Referendumspläne - und keilt weiter gegen Deutschland aus. (Quelle: AP/dpa)

Im Konflikt mit Berlin hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan der deutschen Bundeskanzlerin nun auch persönlich "Nazi-Methoden" vorgeworfen. 

In einer vom Fernsehen übertragenen Rede sagte Erdogan an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gerichtet: "Du benutzt gerade Nazi-Methoden".

"Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern in Deutschland, bei meinen Minister-Geschwistern, bei meinen Abgeordneten-Geschwistern, die dorthin reisen", sagte Erdogan.

Zuvor hatte er bereits deutschen Behörden "Nazi-Methoden" vorgeworfen und damit Empörung in Berlin ausgelöst.

Beziehungen auf einem Tiefpunkt

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa sind zurzeit wegen der Absage von Wahlkampfauftritten von türkischen Politikern auf einem Tiefpunkt. 

Die Türken stimmen am 16. April über die Einführung eines Präsidialsystems ab, das Erdogan deutlich mehr Macht verleihen würde.

Schulz fordert klare Ansage

Zuletzt hatte der designierte SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz Erdogan davor gewarnt, Menschen in Deutschland durch Nazi-Vergleiche gegeneinander aufzuhetzen. "Deshalb muss man auch Herrn Erdogan mit klaren Worten sagen, dass das so nicht geht", sagte Schulz in seiner Parteitagsrede in Berlin an die Adresse Erdogans. 

Man dürfe nicht hinnehmen, dass türkischstämmige Bürger gegeneinander ausgespielt würden. Dabei dürfe man Erdogan auch darauf hinweisen, "dass seine Strategie früher oder später scheitern wird", sagte Schulz.

Erinnerungen an Nein zum Irak-Krieg

Indirekt kritisierte Schulz das Agieren der Kanzlerin. Ein deutscher Kanzler könne durchaus - bei allen notwendigen diplomatischen Gepflogenheiten - in so gewichtigen Fragen eine klare Position einnehmen - wie Gerhard Schröder es mit seinem Nein zum Irak-Krieg getan habe. "Ein deutscher Bundeskanzler muss diese klare Haltung zeigen, wenn es um die Verteidigung unserer grundlegenden Werte geht."

Merkel sagte am 9. März bei ihrer Regierungserklärung im Bundestag: "Diese Vergleiche der Bundesrepublik Deutschland mit dem Nationalsozialismus müssen aufhören." Sie nannte die auch vom türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu aufgegriffenen Vergleiche "traurig und deprimierend" und "so deplatziert, dass man es nicht ernsthaft kommentieren kann". Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte damals, wer Deutschland öffentlich verdächtige, Nazi-Methoden anzuwenden, "disqualifiziert sich selbst".

Vorwürfe "erkennbar abwegig"

Erdogan legte wenige Tage später nach und warf Merkel - wie zuvor den deutschen Behörden - die "Unterstützung von Terroristen" vor. Merkels Sprecher Steffen Seibert nannte die Vorwürfe damals "erkennbar abwegig". "Die Bundeskanzlerin hat nicht die Absicht, sich am Wettlauf der Provokationen zu beteiligen".

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