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SV Darmstadt 98: Trainer Schuster hat alle Hände voll zu tun

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Traditionsklub mit Ruhe und Erfolg  

Der SV Darmstadt 98 zeigt, wie es gehen kann

08.07.2015, 08:00 Uhr | t-online.de

SV Darmstadt 98: Trainer Schuster hat alle Hände voll zu tun. Rüdiger Fritsch und Dirk Schuster stehen für seriöses Arbeiten. (Quelle: imago/Pressfoto EP)

Rüdiger Fritsch und Dirk Schuster stehen für seriöses Arbeiten. (Quelle: Pressfoto EP/imago)

Von Jörg Runde

Dirk Schuster hat in diesen Tagen richtig viel zu tun. Neben der Arbeit auf dem Trainingsplatz muss sich der Coach und sportliche Leiter des SV Darmstadt 98 auch noch um Verstärkungen für sein Team kümmern. 18 Profis hat er aktuell im Kader.  Die Verpflichtung neuer Spieler ist für den Trainer des Sensationsaufsteigers nicht gerade einfach. "Nicht jeder schreit Hurra, wenn Darmstadt anruft",  beschreibt Schuster die Problematik seines Klubs auf dem Transfermarkt.

Im Konkurrenzkampf um bundesligaerprobte Profis ist der SV 98 wenige Woche nach dem umjubelten Aufstieg in die erste Liga nahezu chancenlos. Zwar betont Präsident Rüdiger Fritsch, dass auch in Darmstadt anständiges Geld und nicht nur mit Gutscheinen für die Lilien-Schänke bezahlt werde. "Klar ist aber auch, dass wir Konkurrenten auf dem Transfermarkt nie allein übers Geld ausstechen werden. Wir müssen uns mehr um Spieler bemühen, um sie kämpfen und ihnen aufzeigen, was sie an Darmstadt 98 haben."

Der Fokus der Lilien liegt auf Perspektivspielern oder auf Spielern, die bei anderen Klubs nicht so zum Zuge kommen. Vor allem die Bundesliga als Präsentationsmöglichkeit versuchen die Verantwortlichen in diesen Tagen als Trumpfkarte auszuspielen.

Was nicht immer gelingt. Hanno Behrens, Leistungsträger der Aufstiegself, entschied sich zum Beispiel gegen einen Verbleib und wechselte zum 1. FC Nürnberg. Der Zweitligist bot Behrens nicht nur mehr Geld, sondern langfristig auch die bessere Perspektive.

Lilien bleiben bescheiden

Was nicht verwunderlich ist, denn die Organisation und die Infrastruktur des SV Darmstadt 98 sind noch immer auf mittlerem Drittliga-Niveau. Fritsch und seinem Team ist das bewusst. Verbessern wollen sie den Zustand trotzdem nicht im Hauruckverfahren sondern Schritt für Schritt.

Rund 20 Millionen Euro statt bisher rund fünf Millionen Euro stehen dem Klub dafür aus dem TV-Gelder-Topf der DFL zur Verfügung. Darüber hinaus ist mit deutlich steigenden Zuschauereinnahmen zu rechnen. Auch die Sponsorenverträge dürften zu Gunsten des SV 98 angepasst werden.  

Kein Risiko in der Bundesliga

Den Wünschen mancher Anhänger, angesichts solcher Zahlen in der Bundesliga etwas mehr zu riskieren, erteilt Fritsch eine klare Absage: "Der Verein wird sich an der ersten Liga auf keinen Fall wehtun, wir agieren immer mit betriebswirtschaftlicher Weitsicht." Auch den Ruf nach einem klassischen Manager mit guten Beziehungen in die Branche lässt Fritsch ungehört verhallen.

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Familiär soll es bleiben rund ums Böllenfalltor. Und auch in der Vereinsführung werden sie weiter geschlossen auftreten und vertrauensvoll in einem kleinen Team zusammenarbeiten. Machtspielchen, Wichtigtuereien und persönliche Eitelkeiten soll es in Darmstadt auch in der Bundesliga nicht geben.

Ausgerechnet vom Kickers-Chaos profitiert

Damit unterscheiden sich die Lilien von so manchem Traditionsverein, der genau an diesem Punkt scheiterte. Ausgerechnet das Missmanagement und die Querelen beim Erzrivalen Kickers Offenbach verhalfen den Lilien im Sommer 2013 zum Beginn des einzigartigen Fußball-Märchens.

Sportlich abgestiegen blieben die Lilien durch den Offenbacher Zwangsabstieg in der 3. Liga. Der anschließende Durchmarsch in die Bundesliga gilt heute als die größte Sensation im deutschen Fußball überhaupt.

Dortmund statt Waldgirmes

Die eigenen Probleme in der Vergangenheit haben in Darmstadt für Zurückhaltung und Demut gesorgt. Es ist noch nicht so lange her, da ging es statt zum BVB oder den Bayern in der Oberliga Hessen nach Waldgirmes und Würges. "Deshalb genießen wir die aktuelle Situation, ohne die Bodenhaftung zu verlieren", sagt Vize-Präsident Markus Pfitzner stellvertretend.

Pfitzner und Fritsch (seit 2012 Präsident) gehörten schon 2007 als Vizepräsidenten zur Klubspitze. Damals übernahm Hans Kessler als Präsident das Ruder. Gemeinsam machten sie aus einem konzeptlosen Chaosklub einen seriös geführten Traditionsverein, mit dem sich Darmstadt und die Region Südhessen identifizieren.  

Bayern retten Lilien vor Insolvenz

Sogar die im Frühjahr 2008 drohende Insolvenz wurde abgewendet, für Pfitzner heute noch ein Schlüsselmoment in der Vereinshistorie: "Ohne den FC Bayern München wäre die Sanierung des Vereins kaum möglich gewesen. Das Benefizspiel am vollgepackten Böllenfalltor, zu dem die Bayern im Frühjahr 2008 mit fast allen Stars angereist waren, hat damals allen klar gemacht, was in Darmstadt wirklich möglich ist. Und die Einnahmen haben uns finanziell gerettet."

Sieben Jahre später ist der Verein so gesund wie nie zuvor, das marode Stadion am Böllenfalltor dient als Pilgerstätte für Fußball-Nostalgiker und die Freude der Lilien-Anhänger auf das erste Bundesliga-Spiel seit 33 Jahren könnte größer nicht sein. Das Jahr in der Bundesliga wollen nicht nur die Fans genießen. Auch im Verein sind sie trotz der absoluten Außenseiterrolle vollen Mutes. Frei nach dem Motto: Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen.

Finanzielle Schlagkraft erhöhen

Alles andere als der sofortige Wiederabstieg wäre eine Riesensensation. Das wissen sie auch am Böllenfalltor. Sich langfristig in der 2.Liga festzusetzen, das wäre schon etwas. Auch dafür müsste sich bei den Lilien einiges ändern, was Fritsch immer wieder betont: "Bei aller Nostalgie und Tradition, wir stehen auch in einem Wettbewerb. Romantik allein bringt keinen sportlichen Erfolg, auf die finanzielle Schlagkraft kommt es auch an. Da haben wir noch viel zu tun."

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