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Die Rückkehr der Musclecars

09.10.2014, 16:30 Uhr | SP-X/wanted.de

Die Rückkehr der Musclecars. Ein waschechtes Musclecar: Der Ford Mustang Shelby GT 500. (Quelle: Ford)

Ein waschechtes Musclecar: Der Ford Mustang Shelby GT 500. (Quelle: Ford)

Dodge Challenger SRT, Chevrolet Camaro ZL1, Ford Mustang Shelby 500, die Ikonen der automobilen Leistungsgesellschaft in den Vereinigten Staaten feiern ein Comeback. Das Rezept ist bekannt: Zweitürige Karosserien aus der Großserie, mächtige V8-Motoren und rudimentäre sportliche Ambitionen heizten ab Mitte der Sechziger den Hype um die "Muskel-Autos" an, bis die Ölkrise 1973 das zügellose Treiben beendete.

Nachdem die Scheichs den Kunden den Spaß an ihren Coupés mit bis zu 7,4 Liter Hubraum und weit über 400 PS so gründlich verdorben hatten, vegetierte die Fahrzeugspezies vor sich hin. Nach der Jahrtausendwende besannen sich die Hersteller wieder der Tradition der Power-Coupés.

Comeback der Power

Mit einer guten Portion Retro-Design präsentierte beispielsweise Dodge 2006 den Challenger Concept als Studie, die so großen Anklang fand, dass der "Herausforderer" bereits zwei Jahre später den Weg zu den Händlern fand. Bereits 2005 war Chevrolet mit dem Camaro den gleichen Weg gegangen. Die Studie auf der Motorshow in Chicago elektrisierte die Fans derart, dass die Serienfertigung 2009 beginnen konnte. Mit ihren Coupés reagierten die beiden Hersteller auf den großen Erfolg, den Ford ab 2004 mit dem neuen Mustang feierte.

Seitdem kämpfen die klassischen Drei der Musclecar-Bewegung um die Krone in der Fan-Gunst. Natürlich begnügt sich das Gros der Kunden mit den jeweiligen Basismodellen, die ohne Ausnahme mit Sechszylindern antreten. Beim Dodge ist das ein 3,5-Liter, der 258 PS mobilisiert. Der Camaro aktiviert mit gleichem Hubraum wenigstens 305 PS. Der Mustang geht in den USA mit einem 3,7-Liter-V6 und 309 PS an den Start.

In der Top-Etage der neuen Musclecars gelten jedoch andere Regeln. Hier sind natürlich V8 gesetzt. Zwangsbeatmet mit jeweils einem mechanischen Lader. Das erste Zeichen setzte 2012 Ford mit dem Mustang Shelby GT 500. Dank eines aufgeladenen 5,8-Liter-V8 waren 671 PS drin. Sofort legte Chevrolet mit dem ZL1 nach, dessen 6,2-Liter mit Kompressor 588 PS erlöst.

Eine Leihgabe der letzten Corvette, in der das Triebwerk im Topmodell ZR1 satte 641 PS mobilisierte. Da drohte der Challenger SRT als amtierender Alpha-Rüde von Dodge den Anschluss zu verlieren. Seine 485 PS kommen zwar aus dem stärksten V8 in der Geschichte des Chrysler-Konzerns. >>

Doch mehr geht immer. Ab Ende des Jahres können sich die ersten US-Kunden über den Challenger SRT Hellcat erfreuen. 717 PS und ein maximales Drehmoment von 880 Newtonmetern sind eine deutliche Ansagee.

Mehr Sicherheit und Verbrauch

Zwar bieten die neuen Musclecars durchaus eine zeitgemäße Sicherheitsausstattung, mit zahlreichen Airbags, elektronischen fahrdynamischen Regelsystemen und den größten Bremsen, die der italienische Spezialist Brembo in Richtung Detroit verschiffen kann. Doch brauchen die jüngsten Pony-Cars auch eine Menge Futter: 20 Liter pro 100 Kilometer rauschen da leicht durch die Einspritzsysteme. Wenn der Gasbefehl die Drosselklappen stramm geöffnet antreten lässt.

Wiederholt sich da am Ende Geschichte? Mit dem Mustang hatte Ford 1964 nicht nur einen Bestseller, sondern auch ein ganz neues Fahrzeugkonzept vorgestellt. Wegen des Wildferdes hießen technisch unprätentiöse Coupés für breite Käufergruppen fortan "Pony-Cars". Die Konkurrenten regierten prompt. Chevrolet mit dem Camaro oder Chevelle SS, Pontiac mit dem Firebird, Dodge mit Charger und  Challenger. Solange das Benzin in den Vereinigten Staaten günstiger aus den Zapfpistolen floss als Coca Cola aus bauchigen Flaschen, übertrumpften sich die Wettbewerber beim Wettrüsten der Top-Modelle.

Als die Hubräume die 7,4 Liter erklommen hatten und die Leistung beispielsweise beim Dodge Challenger SRT 425 PS, waren selbst Verbräuche jenseits von 30 Litern keine erschreckenden Werte. Doch nicht nur die Explosion bei Rohölpreisen im Gefolge der ersten Ölkrise sorgte für das abrupte Ende der Exzesse, auch das wachsende Umweltbewusstsein vermochte ausreichend sachliche Einwände gegen das Abgasverhalten der Vergaser-Bigblocks zu formulieren. So verschwanden die Muscle-Cars praktisch über Nacht, spätestens ab den Achtzigern waren sie zum Aussterben verurteilt. >>

Doch dank des weltweiten Trends zu SUV und steigenden Leistungsangeboten wurden Hellcat und Co. allenfalls zu kleinen Umweltsündern. Die Verbreitung bleibt aber schon angesichts der Preise homöopathisch. Während in den USA ein Basis-Camaro beispielsweise ab 23.555 Dollar erhältlich ist, kostet ein ZL1 laut Liste mindestens 72.305 Dollar. Der Dodge Challenger SRT Hellcat ist noch gar nicht eingepreist.

Ebenso wenig das neue Topmodell des Mustang, den Ford ebenfalls Ende des Jahres ins Rennen schickt. Der Hersteller verabschiedet sich beim Mustang SVT vom alten Namen "Shelby". SVT steht für "Spezial Vehicle Team", die neue Ford-Division für leistungsstarke Modelle. Derzeit dreht ein getarnter SVT auf der Nordschleife des Nürburgrings seine Runden, dem eine Leistung zwischen 550 und 600 PS prophezeit wird.

Vor einem offiziellen Export ihrer PS-Monster in die Alte Welt oder nach Deutschland sehen die Hersteller bislang ab. Über private Importeure geht jedoch immer etwas. So bietet Geiger-Cars den Camaro ZL1 ab 69.900 Euro an. Den Challenger SRT Hellcat avisiert der Münchner US-Autospezialist ab Herbst. Während Chevrolet wenigstens den Camaro LT mit 318 kW/432 PS in einer Auflage von rund 700 Einheiten pro Jahr in Deutschland anbietet, wird Ford nach mehr als fünf Jahrzehnten ab 2015 hierzulande erstmals auch den Mustang offiziell vertreiben. Unter anderem mit einem aufgeladenen 2,3-Liter-Vierzylinder der "Eco-Boost"-Motorenreihe, der 227 kW oder 305 PS leistet. Damit schlägt die Geschichte der Muscle-Cars ein neues Kapitel auf. Impressionen der PS-Monster finden Sie auch in unserer Fotoshow.

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