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Rentenbesteuerung: Alles über Freibeträge, Zeitpunkt und Höhe

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Rentenbesteuerung: Das müssen Rentner wissen

10.07.2016, 08:38 Uhr | t-online.de

Rentenbesteuerung: Alles über Freibeträge, Zeitpunkt und Höhe. 2016 ist ein Rentenanteil von 28 Prozent steuerfrei, 72 Prozent unterliegen der Besteuerung (Quelle: thinkstock)

2016 ist ein Rentenanteil von 28 Prozent steuerfrei, 72 Prozent unterliegen der Besteuerung (Quelle: thinkstock)

Seit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes im Jahr 2005 unterliegen Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung der Besteuerung. Doch erst im Jahr 2040 werden Renteneinkünfte zu 100 Prozent besteuert. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt ein Teil der gesetzlichen Rente steuerfrei.

Als Rentner sollte man wissen, auf welchen Teil der Rente man Steuern zahlen muss und was es mit den Freibeträgen auf sich hat.

Das Alterseinkünftegesetz hat für die Empfänger von gesetzlichen Renten erhebliche Auswirkungen. Seit dem 1. Januar 2005 wird die gesetzliche Rente nachgelagert besteuert. Man spricht in diesem Zusammenhang umgangssprachlich auch von der Rentensteuer, ohne dabei nach den unterschiedlichen Regelungen für die gesetzliche, die betriebliche und die private Rente zu differenzieren.

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Volle Besteuerung erst im Jahr 2040

Durch die nachgelagerte Besteuerung der gesetzlichen Rente vermindern Altersvorsorgeaufwendungen in der Erwerbsphase die Steuerbelastung. Das heißt, dass die Aufwendungen für die Rente in einem genau festgelegten Rahmen und innerhalb der abzugsfähigen Höchstgrenzen von den steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden dürfen. Dadurch reduzieren sie die Steuerlast. Sobald die Rentenleistungen im Alter ausgezahlt werden, sind die Rentenzahlungen steuerpflichtig.

So erhöht sich die Rentensteuer

Seit 2005 wird ein zunehmender Teil der Altersvorsorgeaufwendungen von Steuerzahlungen befreit. Im Gegenzug steigt der Besteuerungsanteil bei der Auszahlung im Alter. Wer beispielsweise im Jahr 2005 in Rente ging, musste ab diesem Zeitpunkt 50 Prozent seiner Rente versteuern. Die verbleibenden 50 Prozent bleiben steuerfrei. Der entsprechende Betrag wird als Rentenfreibetrag bezeichnet. Der steuerpflichtige Teil der Renteneinkünfte hängt also vom Jahr des Renteneintritts ab.

Besteuerungsanteil in 2016

Im Jahr 2016 ist ein Anteil von 28 Prozent steuerfrei, 72 Prozent unterliegen der Besteuerung. Bis zum Jahr 2020 steigt der Besteuerungsanteil jedes Jahr um zwei Prozent bis auf 80 Prozent an. Bei einem Renteneintritt im Jahr 2040 sind dann 100 Prozent der Renteneinkünfte steuerpflichtig. Für jeden Rentenjahrgang wird der steuerfreie Rentenanteil festgeschrieben. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Rentenkohorte.

Wer bereits am 31. Dezember 2004 eine gesetzliche Rente, eine Leistung aus den landwirtschaftlichen Altersklassen oder den berufsständischen Versorgungseinrichtungen erhalten hat, unterliegt einem Besteuerungsanteil von 50 Prozent. Der sich daraus ergebende steuerfreie Teil der Rente wird wiederum für die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Sofern sich der Jahresbetrag der Rente ändert und es sich bei der Änderung nicht um eine regelmäßige Anpassung wie zum Beispiel eine Rentenerhöhung handelt, muss der steuerfreie Teil neu berechnet werden. So können Rentennachzahlungen oder Rentenrückzahlungen leicht zu einer Neuberechnung führen.

Ab welcher Rente muss man Steuern zahlen?

Rentner müssen eine Einkommenssteuererklärung abgeben, sofern ihre Einkünfte über dem jährlichen Grundfreibetrag liegen. Im Jahr 2016 beträgt der Grundfreibetrag für Ledige 8.652 Euro, verheiratete Paare unterliegen einem Grundfreibetrag von 17.304 Euro im Jahr. Der Grundfreibetrag ist nicht mit dem steuerpflichtigen Teil der Rente gleichzusetzen. Vielmehr können von dem steuerpflichtigen Teil der Rente noch Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden.

Sofern aus allen Einkünften ein Betrag resultiert, der unter dem Grundfreibetrag liegt, zahlt ein Rentner keine Steuer. Als Anhaltspunkt kann gelten, dass die durchschnittliche Rente in Deutschland von der Steuer befreit bleibt. Der Gesetzgeber möchte damit dem Grundsatz der Leistungsfähigkeit nachkommen, der in Deutschland für die Besteuerung gilt.

Wer muss als Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Wenn sich Rentner unsicher sind, ob sie eine Steuererklärung abgeben müssen, hilft ein Anruf beim zuständigen Finanzamt. Anhand von wenigen Angaben kann das Finanzamt eine belastbare Aussage treffen, ob die Abgabe der Einkommenssteuererklärung empfehlenswert ist oder nicht. Wenn Rentner beispielsweise zusätzliche Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung beziehen, wird immer eine Steuererklärung verlangt.

Wenn sich bei der Bearbeitung durch das Finanzamt herausstellt, dass das steuerpflichtige Einkommen doch unterhalb des Freibetrags liegt und dass keine Steuererklärung nötig ist, erhält der Rentner einen entsprechenden Steuerbescheid. Weitere Konsequenzen sind für ihn allerdings nicht zu befürchten. Insofern spricht nichts dagegen, bei Unsicherheit eine Steuererklärung einzureichen. So vermeidet man eine nachträgliche Aufforderung zur Abgabe der Erklärung durch das Finanzamt und erhält schnell und verbindlich Klarheit zur bestehenden Steuerpflicht.

So wird das steuerpflichtige Einkommen ermittelt

Ob der steuerfreie Grundfreibetrag übertroffen ist, berechnet das Finanzamt mit einer einfachen Formel. Zum steuerpflichtigen Teil der gesetzlichen Rente kommen weitere Renteneinkünfte mit ihrem steuerpflichtigen Teil hinzu. Dabei kann es sich beispielsweise um Einkünfte aus einer betrieblichen Altersvorsorge oder aus einer privaten Rentenversicherung handeln. Auch etwaige Hinterbliebenenrenten oder Nebeneinkünfte erhöhen das steuerpflichtige Einkommen. Wer eine vermietete Immobilie hat, muss die Mieteinkünfte ebenfalls in der Steuererklärung angeben.

Von der Summe der steuerpflichtigen Einnahmen werden Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgezogen. Insbesondere Versicherungsaufwendungen oder Spenden senken die steuerpflichtigen Einkünfte. Und auch die Aufwendungen für eine vermietete Eigentumswohnung reduzieren das steuerpflichtige Einkommen.

Ganz besonders wichtig können außergewöhnliche Belastungen in Form von Arztkosten sein. Auch sie dürfen in der Steuererklärung angegeben werden und werden steuersenkend akzeptiert, sofern die festgelegten Grenzen der Zumutbarkeit überschritten sind. Auch Rentner, die mit ihrem steuerpflichtigen Betrag über dem Grundfreibetrag liegen, müssen demnach nicht zwangsläufig Steuern abführen, wenn sie ihr Einkommen durch steuerreduzierende Ausgaben senken können.

Besteuerung auch für Betriebsrenten und private Vorsorge

Mit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes wurde nicht nur die Besteuerung für die gesetzliche Rente neu geregelt. Auch Betriebsrenten und private Renten fallen unter die Besteuerung. Bei einer Betriebsrente oder einer betrieblichen Altersvorsorge ist die Regelung recht einfach. Sie unterliegt zu 100 Prozent der Besteuerung. Das bedeutet, es gibt anders als bei der gesetzlichen Rente keinen steuerfreien Anteil.

Wenn eine private Rentenversicherung als monatliche Leibrente ausgezahlt wird, unterliegt nur der Ertragsanteil der Besteuerung. Der steuerpflichtige Anteil wird jeweils zu dem zu versteuernden Einkommen hinzugezählt, die steuermindernden Faktoren wie Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen werden abgezogen. So ergibt sich in Verbindung mit etwaigen Neben- oder Mieteinkünften wiederum das zu versteuernde Einkommen eines Jahres.

Berücksichtigen muss man außerdem, dass bei Rentenversicherungen mit einem Kapitalwahlrecht eine andere Regelung zur Anwendung kommen kann. Sofern das angesparte Kapital in einer Summe als Einmalzahlung ausgezahlt wird und der Vertrag mindestens 12 Jahre lang läuft, ist das Halbeinkünfteverfahren anwendbar. Es stammt eigentlich aus der Besteuerung der Lebensversicherung. Bei dem Halbeinkünfteverfahren sind 50 Prozent der Erträge steuerfrei, die verbleibenden 50 Prozent werden versteuert.

Gleiche Steuersätze für Rentner und Erwerbstätige

Sofern Rentner ein zu versteuerndes Einkommen beziehen, das oberhalb des im Jahr 2016 geltenden Grundfreibetrags von 8.652 Euro für Ledige und für Ehepaare von 17.304 Euro liegt, müssen sie Steuern zahlen. Der Steuersatz ist für Rentner und für Erwerbstätige identisch. Bei einem Einkommen zwischen 8.652 Euro und 13.669 Euro für Alleinstehende steigt der Steuersatz von 16,97 Prozent Schritt für Schritt auf 24,63 Prozent an. Man spricht dann von der ersten Progressionszone. Ab 13.670 Euro greift die zweite Progressionszone, sie beginnt bei 24,67 Prozent und endet bei einer Summe von 53.666 Euro mit dem Spitzensteuersatz von 42 Prozent.

Ein Urteil des BGH als Auslöser

Der Einführung des Alterseinkünftegesetzes liegt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVG) aus dem März 2002 zugrunde. Das Gericht hatte damals entschieden, dass die unterschiedliche Besteuerung von Beamtenpensionen und von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung gegen das Grundgesetz und den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt. 

Bis zum Jahr 2002 wurden Beamtenpensionen voll besteuert, Renten wurden dagegen nur mit ihrem Ertragsanteil und einem durchschnittlichen Steuersatz zwischen 27 Prozent und 32 Prozent besteuert. Mit dem Urteil des BVG ging die Aufforderung an den Gesetzgeber einher, die Besteuerung der Renten und der Pensionen zum Jahresbeginn 2005 einheitlich zu regeln. Vor diesem Hintergrund entstand das Gesetz zur Neuordnung der einkommenssteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen, kurz als Alterseinkünftegesetz bezeichnet. 

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