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Grabgestaltung: passende Grabbepflanzung von Frühling bis Winter

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Tipps für die Grabgestaltung

27.10.2015, 16:01 Uhr | dpa-tmn, zuhause.de

Grabgestaltung: passende Grabbepflanzung von Frühling bis Winter. Eine würdige Grabgestaltung muss nicht viel Arbeit machen. (Quelle: imago/blickwinkel)

Eine würdige Grabgestaltung muss nicht viel Arbeit machen. (Quelle: blickwinkel/imago)

Gräber sind die letzte Ruhestätte geliebter Menschen und ein Ort der Erinnerung. Zu einem gepflegten Grab gehört eine angemessene Grabgestaltung. Je nach Jahreszeit unterscheidet sich die Grabbepflanzung. Im Herbst wird meist in Vorbereitung auf die Feiertage Allerheiligen beziehungsweise Totensonntag neu bepflanzt. Wir zeigen Beispiele für die Grabbepflanzung von Frühling bis Herbst und Winter und erklären, worauf es bei der Grabgestaltung mit Pflanzen ankommt.

Meist besteht eine Grabbepflanzung aus drei verschiedenen Bereichen: dem Rahmen, den Bodendeckern und der Wechselbepflanzung. Eine beliebte und klassische Aufteilung eines Doppelgrabs besteht aus 60 Prozent Bodendecker, 25 Prozent Rahmenbepflanzung und 15 Prozent Wechselbepflanzung, erklären die Experten der Verbraucherinitiative Aeternitas. In einem Reihengrab sollte der Anteil der Wechselbepflanzung mehr als ein Drittel betragen, die Rahmenpflanzen kommen hier auf einen Anteil von 15 Prozent und die Bodendecker auf 50 Prozent.

Gehölze eigenen sich als Rahmenpflanzen

Rahmenpflanzen sollen Bodendecker und Grabstein miteinander verbinden. Sie stehen oft am oberen Ende des Grabes, rechts oder links vom Grabstein. Für diesen Rahmen werden meist Gehölze wie Wacholder, Eibe, Kiefer und Zypresse verwendet. Eher ungünstig wirken streng symmetrische Pflanzungen. Zum Beispiel zwei gleich große Koniferen rechts und links vom Grabstein. Asymmetrische Rahmenpflanzen helfen, die kleine Fläche optisch zu vergrößern. Man sollte auch dafür auch verschiedene Pflanzenarten verwenden, beispielsweise ein Nadelgehölz neben einem Laubgehölz.

Als Bodendecker gelten für einen Standort im Schatten oder Halbschatten Efeu und Immergrün als Klassiker. Der Teil des Grabes mit Wechselbepflanzung wird in der Regel dreimal im Jahr gewechselt: Frühling, Sommer und Herbst beziehungsweise Winter.

Grabgestaltung im Herbst und Winter

Im Oktober wird traditionell in Vorbereitung auf Allerheiligen beziehungsweise Totensonntag die Winterbepflanzung gesetzt. Als Übergang zum Winter machen sich auf den Gräbern neben Purpurglöckchen, verschiedenen Gräsern, Sukkulenten und Echeverien vor allem Alpenveilchen gut. Sie halten ersten niedrigen Temperaturen und leichtem Frost bis zu minus zwei Grad Stand. Auch Erika, Silberblatt und Chrysanthemen sind klassische Grabpflanzen für den Herbst.

Im Winter wird das Grab abgedeckt

Spätestens ab der zweiten Novemberhälfte werden die Spätblüher auf dem Grab von der Winterabdeckung und dauerhaften Gestecken abgelöst. Die Eindeckung kann komplett mit Tannenzweigen, etwa von der Nordmanntanne, vorgenommen werden. In manchen Regionen werden die Gräber im Winter mit gesteckten Mustern aus Zweigen von Blaufichte, Edel-Tanne, Wacholder oder Scheinzypresse abgedeckt.

Grabgestaltung in der Weihnachtszeit

Als Grabschmuck kommen neben Kränzen und Gestecken mit Islandmoos, verschiedenem Tannen- und Koniferengrün sowie Zapfen und getrockneten Fruchtständen auch Frischblumen in Frage. Rosen auf Tannen- oder Stechpalmenzweigen sind eine beliebte Kombination für den winterlichen Grabschmuck. In der Advents- und Weihnachtszeit schmücken häufig Christrosen-Töpfe die Gräber. Auch kleine Christbäume werden oft zu Weihnachten aufgestellt.

Grabgestaltung für Frühling und Sommer

Im Frühling kommen die ersten blühende Pflanzen aufs Grab. Neben vorgezogenen Tulpen und Hyazinthen bieten sich Tausendschön und Hornveilchen an. Auch Primeln und Stiefmütterchen, Narzissen oder Krokusse gehören dazu. Die Blumen setzt man am besten als kleine Gruppe oder zwischen Bodendecker wie Efeu. Dadurch kommen die bunten Blüten besonders gut zur Geltung. Zu Efeu als immergrünem Friedhofsklassiker gibt es auch bei den Bodendeckern Alternativen: etwa Zwergmispel, Stachelnüsschen oder Rebhuhnbeere.

Im Sommer bieten sich Geranien, Margeriten, Lobelien, Fleißige Lieschen, Begonien und Fuchsien an. Besonders Blumen, die nicht täglich gegossen werden müssen, sind eine gute Lösung. Als robustes Blühwunder empfiehlt der Zentralverband Gartenbau die Dipladenia (Mandevilla sanderi). Sie sei auf Gräbern mittlerweile sehr beliebt, denn sie ist hitzetolerant und übersteht auch eine Trockenperiode gut.

Ihre leuchtend roten, rosafarbenen oder weißen Blüten sowie eine neue Züchtung mit gelben Blüten fallen auf sonnigen Grabstellen besonders üppig aus. Staunässe sollte allerdings vermieden werden. Bei regelmäßigen Düngergaben blüht die Dipladenia, auch als Sundaville bekannt, bis in den späten Herbst hinein.

Ein Newcomer für die Grabgestaltung ist der Zauberschnee (Euphorbia-Hybride 'Diamond Frost') mit vielen weißen kleinen Blüten. Er wirkt zart, ist laut Zentralverband aber sehr robust und widerstandsfähig. Von Mai bis zu den ersten Frösten im Herbst blüht der Zauberschnee unaufhaltsam auf sonnigen bis halbschattigen Gräbern.

Die anspruchslose Pflanze wirkt besonders aus der Ferne schön und lässt sich gut mit Pflanzen in kräftigen Blütenfarben wie pink- sowie rotblühenden Geranien oder dem Elfenspiegel (Nemesia-Hybriden) kombinieren. Ein Ausputzen sei nicht notwendig, erläutert der Zentralverband.

Grabbepflanzung am besten morgens gießen

Gräber werden am besten morgens durchdringend gegossen. Mittagssonne verbrennt nasse Blätter und Blüten. Und wird abends Wasser gegeben, können die Pflanzen meist nicht mehr richtig abtrocknen, bevor die Temperaturen sinken. Dann steigt das Risiko, dass ein Pilz die Pflanze befällt.

Grabbepflanzung nach Standort auswählen

Wie für ein Beet im Garten sollten auch für das Grab grundsätzlich nur Pflanzen ausgewählt werden, die zum Standort passen. Die Kalanchoe mit ihren dickfleischigen Blättern fühlt sich in der Sonne sehr wohl. Sonnenliebhaber sind auch Rosen und Geranien. Eisbegonien, Elatior-Begonien, Edellieschen und Männertreu vertragen halbschattige bis sonnige Standorte. Knollenbegonien und Fuchsien sind Klassiker für Gräber in Schattenlage.

Grabbepflanzung mit Symbolik

Blumen sollen ein Grab nicht einfach nur schmücken, sie haben oft auch eine symbolische Bedeutung. "Die herbstblühende Heide steht für Blut und Leid", nennt Christiane James, Autorin von Büchern zum Thema Grabgestaltung ein Beispiel. Früher haben Kriege und Kämpfe auf offenen Flächen, auf denen vielfach Heidekraut wuchs, stattgefunden. "Wenn sich das Schlachtfeld im Herbst zur Zeit der Blüte rot färbte, so meinten die Menschen, dass es sich um das Blut der verwundeten und gefallenen Soldaten handelte." Solche Bilder suchen auch Trauernde in der Bepflanzung eines Grabes.

Grabgestaltung nach Farben

Über Farben werden weitere Aspekte ausgedrückt. Die im Herbst blühende Chrysanthemen stehen generell für ein langes Leben und die Liebe über den Tod hinaus, sagt James. Gelbblühende Sorten können zudem als Symbol für den Reichtum des Lebens gedeutet werden. "Gelb ist in der japanischen Kultur die Farbe des Kaisers, und gleichzeitig steht sie als Farbe der Sonne für Wärme und Glück", erklärt James. Blau steht für Treue. Das spiegelt sich in den Namen blaublühender Pflanzen wie Männertreu, Vergissmeinnicht und Gedenkemein wieder. Der Frieden und die Unschuld werden mit weißen Blüten, meist Lilien, ausgedrückt.

Symbolischer Schutz als Teil der Grabgestaltung

Hinter dem Brauch, Gräber ganz oder teilweise mit Bodendeckern zu bedecken, steht nicht nur der praktische Gedanke, Unkraut abzuwehren, sondern auch das Bild einer schützenden Decke. "Pflanzen wie der Ilex mit stacheligen Blättern oder der stachelige Feuerdorn haben im Volksmund den Ruf, das Böse fernzuhalten", sagt Andreas Mäsing, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Deutschen Friedhofskultur.

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