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USA gegen Deutschland in Recife: Der perfekte Ort zum Scheitern

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Vorsicht, DFB-Elf!  

Recife ist der perfekte WM-Ort zum Scheitern

26.06.2014, 16:28 Uhr | , t-online.de

USA gegen Deutschland in Recife: Der perfekte Ort zum Scheitern. Joachim Löw will in Recife das Ausscheiden in der WM-Vorrunde verhindern. (Quelle: imago/BPI)

Joachim Löw will in Recife das Ausscheiden in der WM-Vorrunde verhindern. (Quelle: BPI/imago)

Aus Recife berichtet Thomas Tamberg

Recife ist in diesen Tagen kein Ort für Optimisten. Wie heißt es so schön: Auf höchstem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Es ist zwar nur eine solche Kleinigkeit, aber wenn eine Stadt dem Besucher das Gefühl vermittelt, hier ein WM-Debakel zu erleben, dann ist es die Millionen-Metropole im Nordosten Brasiliens. Kein anderer Ort im Gastgeberland dürfte auf die deutsche Nationalmannschaft bisher so unfreundlich gewirkt haben wie Recife im Vorfeld des letzten WM-Gruppenspiels gegen die USA (heute ab 17.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker).

Sonne, geschmückte Straßen, lebenslustige Menschen: diesen Eindruck vermittelten die bisherigen Spielorte Salvador und Fortaleza, das DFB-Basiscamp in Santo André sowieso. Auch wenn Philipp Lahm und Co. immer nur einen kleinen Blick auf Land und Leute werfen können, es gibt immer einen ersten Eindruck, der nachhaltig wirkt. Und dieser dürfte in Recife alles andere als positiv sein.

Ein bisschen Lambada im Verborgenen

Am Tag der Ankunft pfiff ein kräftiger Wind durch die fast menschenleeren Straßen der Stadt. Wo normalerweise das Leben pulsiert, waren in Recife die meisten Geschäfte und Restaurants geschlossen. Das DFB-Team war mitten in den "Sao Joao" hineingeraten, ein Fest zum Namenstag von Johannes dem Täufer, das in dieser Region groß gefeiert wird. Allerdings nicht öffentlich, sondern eher in Schulen, Vereinen, Privathäusern oder Gemeindezentren. Dort wird zwar viel getanzt und der Forró zelebriert, aber für den Außenstehenden eher im Verborgenen. Der in Europa bekannte Lambada hat übrigens seine Wurzeln im Forró.

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Doch zum Tanzen dürfte der Nationalmannschaft nicht zumute gewesen sein. Schon gar nicht, als sie am nächsten Tag in einem wolkenverhangenen Recife aufwachte und sich bei Regen zum Abschlusstraining in die knapp 44.000 Zuschauer fassende Arena Pernambuco aufmachte. Vorbei an unzähligen heruntergekommenen Autowerkstätten, die sich mit Slums abwechselten und nur von Polizei- und Militäranlagen aufgelockert wurden, ging es rund 20 Kilometer ins Landesinnere.    

Ein Mahnmal im Niemandsland

Es mag journalistisch nicht ganz astrein sein, aber dort, am "Arsch der Welt", wurde 2013 ein neues Stadion aus dem Boden gestampft, das bis heute nicht ganz fertig wurde und an dem bereits jetzt schon das feucht-warme Klima seine Spuren hinterlassen hat. Wer sich in den weiten Gängen der Stadionkatakomben verirrt, findet dort immer noch Bauschutt, Zementsäcke, abgerollte Kabeltrommel und ähnliches. Plötzlich kann man die Wut der Brasilianer und die Protestmärsche gegen Verschwendung mit Händen greifen. Am TV wird man von alledem nichts sehen.    

Dann wird man aus deutscher Sicht hoffentlich ein engagiertes Spiel der Nationalmannschaft erleben. Zumindest Löw strahlte auf der Pressekonferenz vor dem Spiel Zuversicht aus. "Wir haben in den letzten Tagen darüber gesprochen, was wir ändern und besser machen müssen", sagte der 54-Jährige in Bezug auf das Ghana-Spiel. Die USA lebe von ihrer Physis, daher müsse man "körperlich dagegenhalten." Mit welchem Personal er dies bewerkstelligen möchte, sagte er nicht.

Während Joachim Löw die Abwehr unverändert lassen dürfte, sind im Offensivbereich einige Änderungen möglich. Insbesondere wenn die körperliche Fitness gegen die US-Dauersprinter eine große Rolle spielt, hoffen frische Kräfte wie Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski oder Andre Schürrle auf ihr Start-Debüt. Sogar über einen Einsatz des 23-jährigen Christoph Kramer wird spekuliert.

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Stürmische US-Boys erwartet

Wer von Anfang an spielt, sei allerdings nicht so wichtig, so Löw, der einmal mehr von der "ersten 14" sprach. Er erwartet wieder eine offensiv ausgerichtete US-Mannschaft, die den Gegner früh unter Druck setzen und versuchen wird, die DFB-Kicker bereits bei der Ballannahme zu stören. "Da müssen wir in der Lage sein, uns zu 100 Prozent zu wehren", sagte Löw. Erneut dürfte man also wieder körperlich an seine Grenzen gelangen. Ein schwül-warmer Tag mit 27 Grad und großer Regenwahrscheinlichkeit werden für den Spieltag vorausgesagt. 

Und dann ist da noch das Wiedersehen zwischen den beiden Freunden Löw und Jürgen Klinsmann. Für den Bundestrainer ist klar, dass "egal wie es ausgeht", die Freundschaft der beiden keinen Kratzer erhält. Überhaupt sei dies nur ein Thema für die Medien. Dass man sich mit dem US-Trainer auf ein Remis einigen würde, das beiden zum Weiterkommen reicht, kommt weder für den einen noch für den anderen in Frage. "Es gibt keinen Pakt. Wir spielen beide auf Sieg", stellte Löw noch einmal klipp und klar fest. Aus deutscher Sicht könnte bei einer Niederlage diese WM jedoch auch schon beendet sein. (Die Konstellation vor dem USA-Spiel: So kommt Deutschland ins Achtelfinale)

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Keine zweite Schande wie einst in Gijon

Aufgrund der besonderen Ausgangslage wurden zuletzt Vergleiche mit der "Schande von Gijon" gezogen, als man 1982 mit den Österreichern einen Nichtangriffspakt abgeschlossen hatte. Im Zuge dessen durfte auch der Hinweis auf Cordoba nicht fehlen, wo sich die deutsche Mannschaft 1978 blamiert hatte und vorzeitig aus dem WM-Turnier ausgeschieden war. Nur Zufall, dass ausgerechnet hier in Recife diese Themen groß diskutiert werden oder doch schon ein dunkler Fingerzeig des Fußballgottes? Cordoba, Gijon, Recife?

Als Klinsmann seine US-Boys im Stadion zum Abschlusstraining bat, riss der Himmel auf und die Sonne schien während der Trainingseinheit der USA. Als knapp zwei Stunden später Löw seine Spieler im Stadion um sich herum versammelte, setzte der Regen ein. Ein gutes Omen, würde der Optimist sagen. Fritz Walter-Wetter. Was kann da also noch schief gehen?           

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