Warum die Leistung pflegender Angeh├Âriger mehr gesellschaftliche Anerkennung braucht

Aktualisiert am 28.04.2022Lesedauer: 6 Min.
Die Zuwendung, die Betroffene von ihren Angeh├Ârigen erfahren, ist ein wichtiger Teil des Genesungsprozesses.
Die Zuwendung, die Betroffene von ihren Angeh├Ârigen erfahren, ist ein wichtiger Teil des Genesungsprozesses. (Quelle: Ipsen / Getty Images)
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Nach der Diagnose einer schweren Erkrankung wie Krebs oder einem Schlaganfall ist pl├Âtzlich nichts mehr, wie es einmal war. Das gilt nicht nur f├╝r die Betroffenen selbst, sondern auch f├╝r deren unterst├╝tzende oder pflegende Angeh├Ârigen. Nicht selten stehen diese vor ganz neuen emotionalen und organisatorischen Herausforderungen, die sie psychisch wie auch physisch stark beanspruchen k├Ânnen.

Wenn Krebs- oder Schlaganfallpatienten nicht mehr in der Lage sind, ihre bisherigen Aufgaben und Verpflichtungen weiter wie gehabt auszuf├╝hren, weil die Erkrankungen und deren Begleiterscheinungen einen ÔÇ×normalenÔÇť Alltag unm├Âglich machen, springen deren Angeh├Ârigen oftmals wie selbstverst├Ąndlich ein. Sie sind eine wichtige St├╝tze f├╝r die Betroffenen. Ihr Engagement ist entscheidend f├╝r Lebensqualit├Ąt und Therapieerfolg ÔÇô und zwar von Anfang an.

Die Leistung der Angeh├Ârigen angemessen w├╝rdigen

Im Mai gibt es gleich zwei Anl├Ąsse, dieses Engagement st├Ąrker in den Fokus der ├Âffentlichen Aufmerksamkeit zu r├╝cken: den internationalen Tag der Pflege am 12.05. und den internationalen Tag der Familie am 15.05. Doch nicht nur an diesen Tagen sollten wir uns vor Augen f├╝hren, dass die Zuwendung, die Betroffene von ihren Angeh├Ârigen erfahren, ein wichtiger Teil des Genesungsprozesses ist. Von der kleinen Unterst├╝tzung bei der Bew├Ąltigung des Alltags bis hin zur Pflege rund um die Uhr: Angeh├Ârige leisten tagt├Ąglich einen erheblichen Beitrag zur medizinischen Versorgung schwer kranker Menschen und schlie├čen damit eine Versorgungsl├╝cke, die das derzeitige Gesundheitssystem nur begrenzt auffangen kann. Eine wichtige Aufgabe, die quasi im Verborgenen der eigenen vier W├Ąnde stattfindet und deshalb oft nicht entsprechend wahrgenommen und gew├╝rdigt wird.

Angeh├Ârige leiden oft im Stillen

Bei aller Liebe und der Bereitschaft, pers├Ânliche Opfer zu bringen, kann die Pflege oder Unterst├╝tzung kranker Familienmitglieder dennoch zu einer Belastungsprobe f├╝r Angeh├Ârige werden. Die physischen und psychischen Anspr├╝che sind oft enorm und zehren an den Kr├Ąften. Vor allem ist es aber die kontinuierliche Beanspruchung, die auf Dauer Folgen f├╝r die Gesundheit der pflegenden oder unterst├╝tzenden Angeh├Ârigen haben kann. Wenn diese ihre eigenen Bed├╝rfnisse permanent vernachl├Ąssigen, laufen sie Gefahr, schnell an einen Punkt zu kommen, wo sie mit ihren Kr├Ąften v├Âllig am Ende sind. Wie eine von dem pharmazeutischen Unternehmen Ipsen in Auftrag gegebene Umfrage zum Thema Schlaganfall (Ipsen-Schlaganfall-Report)* ergab, leiden mehr als die H├Ąlfte der pflegenden Angeh├Ârigen von Schlaganfallpatienten unter psychischen Belastungen, 21,8% von ihnen machen die k├Ârperlichen Belastungen besonders zu schaffen und 37,2% berichten von einem eingeschr├Ąnkten Sozialleben. 47,7% berichten von Belastungen f├╝r das Familienleben. Es sind vor allem Dinge wie motorische und kognitive Einschr├Ąnkungen, eingeschr├Ąnkte Mobilit├Ąt und Kommunikation, sowie Depression und Pers├Ânlichkeitsver├Ąnderungen der Patienten, die das allt├Ągliche Miteinander erschweren.

Auch bei den Angeh├Ârigen von Patienten, die an Krebs erkrankt sind, sind die Zahlen laut des Ipsen-Onkologie-Reports** besorgniserregend: 45,3% haben einen h├Âheren Bedarf, sich ├╝ber ihre Gef├╝hle auszutauschen, wobei 69,9% keinerlei psychische Unterst├╝tzungs-Programme kennen. Immerhin gaben 25,3% an, dass der Zusammenhalt in Familie und Freundeskreis st├Ąrker geworden ist.

Zahlen, die zeigen, wie wichtig es ist, dass pflegende Angeh├Ârige ein Forum f├╝r mehr Aufmerksamkeit in der ├ľffentlichkeit bekommen, damit sie sich mit den Herausforderungen des Pflegealltags nicht allein gelassen f├╝hlen. Ihre Themen m├╝ssen geh├Ârt und wahrgenommen werden. Dar├╝ber hinaus m├╝ssen sie darin best├Ąrkt werden, sich aktiv Unterst├╝tzung von au├čen zu holen, bevor die meist langanhaltende herausfordernde Situation sie selbst ├╝berlastet oder gar krank macht.

Es ist gut, wenn Angeh├Ârige die ihnen zustehende Unterst├╝tzung einfordern

Ein erster Schritt dahin ist, dass Angeh├Ârige sich bewusst machen, dass sie nicht die Therapiemanager f├╝r das erkrankte Familienmitglied sind. Sie sind zwar meist die ersten Ansprechpartner, um Arzttermine zu vereinbaren und die Erkrankten dorthin auch zu begleiten. Die eigentliche Therapie ist aber die Aufgabe von ├ärzten, des medizinischen Fachpersonals (z.B. Physiotherapeuten) und der Krankenkassen. Die Angeh├Ârigen m├╝ssen nicht die Verantwortung f├╝r den Therapieerfolg ├╝bernehmen. Deshalb ist es wichtig, dass Angeh├Ârige ein gutes Management und Unterst├╝tzung zwischen den Akut- und Rehama├čnahmen bei den Fachleuten einfordern und sich dar├╝ber informieren, welche medizinischen Versorgungs ÔÇô und Unterst├╝tzungsleistungen ihnen bzw. den Betroffenen selbst zustehen. Auch bei Pflegediensten und der Krankenkasse k├Ânnen Informationen eingeholt und Unterst├╝tzungsangebote in Anspruch genommen werden.

Mit entsprechender Unterst├╝tzung kann ein gutes gemeinsames Leben f├╝r alle Beteiligten auch l├Ąngerfristig m├Âglich werden.
Mit entsprechender Unterst├╝tzung kann ein gutes gemeinsames Leben f├╝r alle Beteiligten auch l├Ąngerfristig m├Âglich werden. (Quelle: Ipsen / Getty Images)

Auch im privaten Umfeld kann einiges getan werden, um die Situation zu verbessern. Zum Beispiel durch die Einbeziehung von Freunden, Bekannten und Verwandten, auf deren Hilfe pflegende Angeh├Ârige immer dann z├Ąhlen k├Ânnen, wenn sie sich um eigene Belange k├╝mmern m├╝ssen oder einfach mal eine kleine Auszeit f├╝r sich brauchen. Mit dieser Unterst├╝tzung kann ein gutes gemeinsames Leben f├╝r alle Beteiligten auch l├Ąngerfristig m├Âglich werden. Und nat├╝rlich ist allem voran eine gute Kommunikation von enormer Wichtigkeit. Viele der Betroffenen w├╝nschen sich mehr Austausch mit anderen.

R├Ąume zum Reden gibt Angeh├Ârigen eine Stimme

Aus diesem Grund hat Ipsen die Initiative ÔÇ×R├Ąume zum Reden ins LebenÔÇť gerufen. Das pharmazeutische Unternehmen, das in Deutschland therapeutische L├Âsungen in den Bereichen Onkologie, Neurologie und seltene Erkrankungen anbietet, m├Âchte damit seinen Beitrag leisten, damit die Sorgen und Bed├╝rfnisse der Patienten und ihrer Angeh├Ârigen geh├Ârt werden und ihnen entsprechende Hilfestellung geben. So finden Angeh├Ârige auf der Webseite zur Initiative Alltagstipps und Experteninterviews zum Thema Leben mit einer Krebserkrankung oder nach einem Schlaganfall. Dar├╝ber hinaus werden die Erkenntnisse aus repr├Ąsentativen Umfragen unter Angeh├Ârigen von Menschen mit Krebs und Schlaganfall sowie mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen, wie ├ärzten und Gesundheitspolitikern, geteilt.

Doch auch strukturelle Ver├Ąnderungen sollen angesto├čen werden. Unter anderem setzt sich die Initiative ÔÇ×R├Ąume zum RedenÔÇť daf├╝r ein, dass Betroffene und ihre Angeh├Ârigen auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und einer Reha-Einrichtung ganzheitlich weiter versorgt und unterst├╝tzt werden. Sie macht sich stark f├╝r Schnittstellen zwischen Kliniken, Haus├Ąrzten, Therapeuten und spezialisierten Fach├Ąrzten, die alle notwendigen Fachbereiche f├╝r eine integrierte gesundheitliche Versorgung zusammenf├╝hren. So soll die Situation von Patienten und ihren Angeh├Ârigen in Zukunft verbessert werden und ihnen die Unterst├╝tzung und Therapiem├Âglichkeiten zukommen, die sie brauchen. Und das nicht nur am den internationalen Tag der Pflege der dem internationalen Tag der Familie, sondern das ganze Jahr hindurch.

* Die Daten f├╝r den Ipsen-Report wurden online vom 3. Juli bis 21. September 2020 erhoben. Daf├╝r wurde mit dem Unternehmen Civey zusammengearbeitet.

Insgesamt wurden 25 Fragen beantwortet. Die Umfrage wurde geclustert in einen allgemeinen Teil mit Fragen f├╝r Angeh├Ârige von schwer oder chronisch Kranken, einem zweiten Teil mit Fragen speziell f├╝r Angeh├Ârige von Schlaganfall-Patienten mit Folgeerkrankungen sowie einem Teil f├╝r Angeh├Ârige von Schlaganfall-Patienten, die regelm├Ą├čig Pflegeaufgaben ├╝bernehmen. Alle drei Umfragen sind f├╝r die Merkmale Geschlecht, Region und Alter als repr├Ąsentativ zu bewerten. Die Stichprobe, die f├╝r die Ergebnis-Auswertung bei den ersten beiden Umfragen genutzt wurde, lag jeweils bei 2.500 Befragten ab 18 Jahren. Die Umfrage f├╝r pflegende Angeh├Ârige wurde bei einer Stichprobe von 800 Befragten ausgewertet.

** Die Daten f├╝r den Angeh├Ârigen-Report wurden online vom 22.03. bis 21.04.2021 erhoben. Daf├╝r wurde mit dem Marktforschungsunternehmen Civey zusammengearbeitet.

Insgesamt wurden 26 Fragen beantwortet. Eine Eingangsfrage richtete sich an Angeh├Ârige von an Krebs erkrankten Menschen, die restlichen 25 Fragen speziell an Angeh├Ârige, die regelm├Ą├čig die Pflege oder unterst├╝tzende Aufgaben ├╝bernehmen. Die repr├Ąsentative Stichprobe, die f├╝r die vorliegende Ergebnisauswertung genutzt wurde, lag jeweils bei mindestens 2.000 Befragten ab 18 Jahren. Die Umfragen sind f├╝r die Merkmale Geschlecht, Region und Alter als repr├Ąsentativ zu bewerten.

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