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Historisches Bild: Täglich bei t-online.de


Das historische Bild
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1934: Fünflinge, ausgestellt im "Menschenzoo"
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Quelle: United Archives International

1934: Fünflinge, ausgestellt im "Menschenzoo" — Eine Sensation lockt in den Dreißigerjahren Schaulustige in die kanadische Provinz Ontario: fünf Mädchen, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen. Die sogenannten Dionne-Fünflinge sind die erste bekannte Fünflingsgeburt der Menschheitsgeschichte, bei der alle Kinder überlebten. Obwohl sie am 28. Mai 1934 mitten in der Einöde in einer Hütte ohne Wasser und Strom geboren wurden. Die Regierung Ontarios entzieht den Eltern das Sorgerecht und überträgt ihre Erziehung dem Arzt Allan Roy Defoe. Im Hospital werden die Kinder zur Schau gestellt. Zigtausende Besucher begaffen die fünf Geschwister Cécile, Annette, Yvonne, Émilie und Marie durch Fenster. Die Kinder müssen absurde Vorführungen für die Gäste absolvieren. Derweil bereichert sich der Staat an den Minderjährigen. Sie werden für Werbezwecke missbraucht, so für Maissirup oder Zahnpasta. Erst 1998 erhalten drei der noch lebenden Schwestern eine Entschädigung: vier Millionen kanadische Dollar.

21.07.1972: Der "blutige Freitag"
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Quelle: AP/ullstein-bild

21.07.1972: Der "blutige Freitag" — Eigentlich stehen die Zeichen auf Entspannung. Am 26. Juni 1972 verkündet die IRA einen Waffenstillstand. Mitglieder der Terrororganisation treffen sich zu Geheimgesprächen mit Vertretern der britischen Regierung. 1972 ist die irische Insel gespalten in die Republik Irland und Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört. Aber auch innerhalb der nordirischen Bevölkerung stehen sich zwei Gruppen feindlich gegenüber: Diskriminierte Katholiken und Protestanten, die Großbritannien die Treue halten. Die katholische IRA kämpft gegen protestantische Paramilitärs, die Polizei und das britische Militär. Jetzt, Ende Juni 1972, sprechen IRA und Großbritannien wieder miteinander. Allerdings nur für kurze Zeit. Um ein Zeichen der Stärke zu setzen, verwandelt die IRA Nordirlands Hauptstadt Belfast am 21. Juli 1972 in ein Trümmerfeld. Sie platziert rund 20 Bomben im Stadtgebiet, die innerhalb weniger Stunden detonieren. Neun Menschen sterben, mehr als 120 werden schwer verletzt.

20.07.1944: Des "Führers" Strafgericht
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Quelle: ullstein-bild

20.07.1944: Des "Führers" Strafgericht — Schwer zu glauben, dass jemand die Explosion überleben konnte, die diesen Raum zerstört hat. Und so ist auch Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 überzeugt, Adolf Hitler im Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen mit einer Bombe getötet zu haben. Mittels einer Ausrede hatte Stauffenberg den Raum zuvor verlassen und sich auf den Rückweg nach Berlin begeben. Mit seinen Mitverschwörern hatte er alles vorbereitet, um SS, Gestapo und führende Nazis in Berlin nach Hitlers Tod unschädlich zu machen. Allerdings hängt alles davon ab, ob Hitler wirklich tot ist. Doch der Diktator lebt. Jetzt sinnt dieser auf Rache. Gegen 22.30 Uhr wird Stauffenberg verhaftet, bald darauf erschossen. Die Verfolgung beginnt nun allerdings erst richtig: Kein führendes Mitglied aus Stauffenbergs engstem Kreis von Verschwörern überlebt Hitlers Strafgericht.

19.07.1988: Der "Boss" rockt die DDR
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Quelle: Roland Holschneider/dpa

19.07.1988: Der "Boss" rockt die DDR — Sie kommen aus allen Teilen der Republik, um ihn zu hören. Je nach Schätzung tummeln sich bis zu 300.000 Menschen auf der Radrennbahn Weißensee in Ost-Berlin, als am Abend des 19. Juli 1988 Bruce Springsteen, von seinen Fans auch "The Boss" genannt, die Bühne betritt. Auf Einladung der Freien Deutschen Jugend wird der US-Rockstar mehr als 30 Songs singen, angefangen mit "Badlands". Die Fans sind außer sich, manche schwenken selbstgemachte US-Fahnen. Springsteen wendet sich zwischen zwei Songs in holprigem Deutsch an die Fans: "Es ist schön, in Ost-Berlin zu sein. Ich bin nicht für oder gegen eine Regierung. Ich bin gekommen, um Rock’n’Roll für euch zu spielen in der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden." In letzter Minute war Springsteen ausgeredet worden, das Wort "Mauern" zu verwenden, um die DDR-Führung nicht vollends zu brüskieren.

1947: Die Fahrt der "Exodus" endet hinter Stacheldraht
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Quelle: dpa/ullstein-bild

1947: Die Fahrt der "Exodus" endet hinter Stacheldraht — Dieses Bild schockiert 1947: Jüdische Jugendliche sitzen in Deutschland hinter Stacheldraht. Britische Sicherheitskräfte hatten sie in das Lager Pöppendorf bei Lübeck eingesperrt. Im Juli 1947 waren diese Jugendlichen mit mehr als 4.000 anderen jüdischen Überlebenden des Holocaust an Bord des Schiffes "Exodus" gegangen. Palästina hieß das Ziel, wo zukünftig ein neuer Staat Israel den Juden Sicherheit geben sollte. Vor der Küste Palästinas stoppten britische Kriegsschiffe allerdings das Flüchtlingsschiff. Die Briten wollen die weitere Einwanderung von Juden in das unter ihrer Herrschaft befindliche Palästina begrenzen, um die dort lebenden Araber zu besänftigen. Darum wurden die Menschen von der "Exodus" zurück nach Deutschland gebracht, wo Bilder wie dieses international für Empörung sorgten. Schließlich zogen die Briten ihre Wachen ab, die Menschen der "Exodus" waren wieder frei.

17. 07.1955: Das Magische Königreich öffnet seine Pforten
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Quelle: CPC/imago-images-bilder

17. 07.1955: Das Magische Königreich öffnet seine Pforten — Ein Jahr harte Arbeit und 17 Millionen Dollar Kosten: Dem Trickfilm-Mogul Walt Disney ist kein Preis zu hoch, um seinen Traum zu erfüllen. Am 17. Juli 1955 eröffnet in Anaheim, südlich von Los Angeles, ein Vergnügungspark der Superlative: Disneyland. Dornröschens Märchenschloss, ein Abenteuerbereich, eine Zukunftswelt und allerlei andere Attraktionen sollen die Gäste in ihren Bann ziehen. Dafür hat Disney die alten Orangenplantagen, die vorher dort standen, aufgekauft und Zigtausende Bäume fällen lassen. In Windeseile errichten Handwerker Disneyland, Techniker machen sich an die Entwicklung ganz neuer Vorrichtungen. Mit Hydraulik werden beispielsweise künstliche Tiere scheinbar zum Leben erweckt. Disneys Perfektionismus zum Trotz geht am Eröffnungstag allerhand schief. Der Mississippi-Dampfer "Mark Twain" sinkt fast wegen Überfüllung, Gäste können ins verbotene Innere von Dornröschens Schloss eindringen und bringen sich dort in Lebensgefahr.

1981: Attentat auf den Oberhirten
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Quelle: dpa/ullstein-bild

1981: Attentat auf den Oberhirten — Verwundet sinkt Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 in seinem Papamobil auf dem Petersplatz in Rom nieder, drei Kugeln haben ihn getroffen. Abgefeuert hat sie Mehmet Ali Ağca, ein türkischer Rechtsextremist. Während Ağca festgenommen wird, operieren Ärzte den Papst. Johannes Paul II. hat Glück, er überlebt. Der Attentäter wird hingegen schnell verurteilt, lebenslänglich soll Ağca im Gefängnis bleiben. Ermittler und Journalisten stellt der Türke vor ein Rätsel: Wieso hat er die Tat begangen? Der Geheimdienst Bulgariens sei es gewesen, so Ağca. Dann wieder soll der Vatikan selbst den Mordauftrag gegeben haben. Einmal behauptet der Mörder sogar, er sei der Messias. Bis heute ist unklar, wer möglicherweise im Hintergrund die Fäden zog. Etwa der sowjetische KGB, dem der polnische Papst ein Dorn im Auge war? Johannes Paul II. vergibt Ağca jedenfalls noch im Krankenhaus.

1988: Die Hölle von Serra Pelada
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Quelle: Mary Evans Picture Library/dpa

1988: Die Hölle von Serra Pelada — Wie Ameisen quälen sich die Männer 1988 mit ihrer Last den Stieg hinauf. Genauso werden sie auch genannt: Formigas, Ameisen. Ihre Arbeit besteht darin, Säcke mit Erde hinaufzubefördern. Allerdings nicht irgendeine, sondern besondere. Sie ist mit Gold durchsetzt. Seit 1979 herrscht ein Goldrausch in der Region Serra Pelada im Norden Brasiliens. Zehntausende machen sich auf in die unwirtliche Region, angespornt vom Traum auf ein besseres Leben. Mit Muskelkraft graben die Männer mit einfachen Hilfsmitteln ein mehr als 100 Meter tiefes Loch in den Boden, um das Edelmetall freizulegen. In Serra Pelada etabliert sich eine strenge Hierarchie, ein paar Inhaber der Abbaurechte stehen an der Spitze, die "Ameisen" ganz unten. Die Sterblichkeit ist hoch. Der Gold-Boom endet erst Ende der Achtzigerjahre.

14.07.1902: Ein Wahrzeichen stürzt ein
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Quelle: EPA/Ufficio Stampa Comune Venezia/dpa

14.07.1902: Ein Wahrzeichen stürzt ein — Venedig ist auf das Desaster vorbereit. Vorsichtshalber ist der Markusplatz gesperrt, täglich rechnen die Bürger mit dem Schlimmsten. Am Morgen des 14. Juli 1902 geschieht es dann: Der Markusturm stürzt in sich zusammen. Verletzt wird niemand, die Venezianer allerdings sind entsetzt vom Verlust. Ebenso wie die übrige Welt, in der der Turm oftmals als Vorlage für ähnliche Bauwerke dient. Mit seinen knapp 100 Metern ragte der Campanile immerhin seit Jahrhunderten über der Stadt auf und diente einst den Seefahrern als Landmarke. Noch am Tag des Einsturzes wird deshalb der Beschluss gefasst, den Turm originalgetreu wieder zu errichten. Der sandige Baugrund ist 1902 genauso wie vor Jahrhunderten ein Problem, unzählige Stützpfeiler geben dem neuen Turm erst Halt. Zehn Jahre später ist es so weit: Am 25. April 1912 wird der neue Markusturm eingeweiht.

1938: Jubel für die Invasoren
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Quelle: ullstein-bild

1938: Jubel für die Invasoren — Sie nennen es "Unternehmen Otto": Am 12. März 1938 marschiert die deutsche Wehrmacht in das Nachbarland Österreich ein – Zehntausende Soldaten, zum Teil mit schweren Waffen. Die Österreicher wehren sich nicht, im Gegenteil: Wo die deutschen Truppen ankommen, werden sie mehrheitlich von der Bevölkerung frenetisch gefeiert. Ihr Landsmann Adolf Hitler, so hoffen viele, werde Österreich als Teil des Deutschen Reiches wieder mächtig machen. Mehr als 200.000 Menschen feiern den Diktator, der den "Anschluss" Österreichs am 13. März 1938 vollzieht, später in Wien. Juden und politische Gegner verfolgen die Nationalsozialisten nun auch in Österreich unerbittlich.

1974: Streitmacht auf tönernen Füßen
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Quelle: Pond5/imago-images-bilder

1974: Streitmacht auf tönernen Füßen — Eigentlich wollten sie einen Brunnen bohren. Doch als Bauern am 29. März 1974 mitten in Zentralchina, unweit der Provinzhauptstadt Xi'an, tiefer in das Erdreich vordringen, finden sie anderes. Tonreste, dazu Waffen und Pfeilspitzen. Kaum wird die Nachricht bekannt, eilen Archäologen zum Fundort. Unter der Erdoberfläche verbirgt sich eine ganze Streitmacht (Aufnahme 2020) aus Terrakotta. Mehr als zwei Jahrtausende ist dieses neu entdeckte Weltwunder alt. In den nächsten Jahren werden Forscher dort immer weitere Fußsoldaten, Bogenschützen, Reiter und Streitwagen freilegen. Mittlerweile ist auch bekannt, wer diese stumme Armee einst aufgestellt hat. Qin Shihuangdi, der im dritten Jahrhundert vor Christus seine Rivalen im Krieg besiegt hatte, und 221 v. Chr. zum ersten Kaiser avanciert war. Um seine eigene Größe zu demonstrieren, ließ sich Qin Shihuangdi anschließend von Zigtausenden Arbeitern ein Grabmal errichten, bewacht von den stummen Kriegern aus Terrakotta.

1940: Luftschlacht um England
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Quelle: Public Domain/Wiki Commons

1940: Luftschlacht um England — Aufmerksam beobachtet der Mann den Himmel über London im Sommer 1940. Großbritanniens Hauptstadt ist wie das ganze Land im Ausnahmezustand, seit deutsche Bomber die britische Insel in der sogenannten Luftschlacht um England heimsuchen. Der britische Premierminister Winston Churchill hat seine Landsleute auf heftigsten Widerstand eingeschworen: "Wir werden unsere Insel verteidigen, was immer es kosten mag." In zahllosen Angriffen attackieren deutsche Piloten britische Flughäfen und Industrieanlagen, später auch London und andere Städte. Die Männer der Royal Air Force befinden sich mit ihren Jagdflugzeugen im Dauereinsatz. Aber nicht nur Briten bekämpfen die Angreifer, auch Dutzende geflohene Piloten aus dem von Deutschland besetzten Polen und Tschechien verteidigen Großbritannien als letzte Bastion gegen die Nazi-Tyrannei.




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