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Rücktritt von Christine Lambrecht: Schleudersitz Verteidigungsministerium


Schleudersitz Verteidigungsministerium

Scharping, Lambrecht, zu Guttenberg: Das Verteidigungsministerium zählt zu den heikelsten Posten in der Bundesregierung. Seit Gründung des Ministeriums 1955 gab es 19 Ressortchefinnen und -chefs, die durchschnittliche Amtszeit betrug nur rund dreieinhalb Jahre. Ein Sprungbrett für die weitere Karriere war das Ministerium in vielen Fällen nicht, eher ein Schleudersitz. Mehrere Minister mussten zurücktreten oder wurden vorzeitig entlassen. Christine Lambrecht (SPD), die diese Serie am Montag mit ihrem Rücktritt fortsetzte, brachte es lediglich auf 13 Monate im Amt.
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Quelle: IMAGO/Jens Schicke; imago/photothek; Montage: Uf/t-online

Scharping, Lambrecht, zu Guttenberg: Das Verteidigungsministerium zählt zu den heikelsten Posten in der Bundesregierung. Seit Gründung des Ministeriums 1955 gab es 19 Ressortchefinnen und -chefs, die durchschnittliche Amtszeit betrug nur rund dreieinhalb Jahre. Ein Sprungbrett für die weitere Karriere war das Ministerium in vielen Fällen nicht, eher ein Schleudersitz. Mehrere Minister mussten zurücktreten oder wurden vorzeitig entlassen. Christine Lambrecht (SPD), die diese Serie am Montag mit ihrem Rücktritt fortsetzte, brachte es lediglich auf 13 Monate im Amt.

Christine Lambrecht (2021-2023)
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Quelle: Stefan Zeitz/imago images

Christine Lambrecht (2021-2023): Glücklos und ungeschickt – so lautet die Kritik an der SPD-Politikerin, die im Dezember 2021 von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) berufen wurde. Lambrecht hatte sich als Rechts- und Innenpolitikerin profiliert, mit Verteidigungspolitik hatte sie zuvor nichts zu tun. Im Umgang mit dem Ukraine-Krieg wirkt sie von Beginn an überfordert. Hinzu kam eine Reihe von Peinlichkeiten, etwa ihr verunglücktes Silvester-Video. In ihrem Rücktrittsschreiben ließ sie wenig Reue erkennen: Lambrecht begründete ihren Schritt mit der "monatelangen medialen Fokussierung auf meine Person", die eine sachliche Arbeit kaum zulasse.

Franz-Josef Strauß (1956 - 1962)
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Quelle: ZUMA/Keystone/imago images

Franz-Josef Strauß (1956-1962): Der CSU-Politiker trieb in seiner Amtszeit den Ausbau der Bundeswehr voran. 1962 geriet Strauß in den Sog der "Spiegel"-Affäre, einem der größten Skandale der jungen Bundesrepublik. Das Hamburger Magazin wurde wegen eines kritischen Artikels strafrechtlich verfolgt, dem Minister wurde in diesem Zusammenhang eine falsche Unterrichtung des Bundestags vorgeworfen. 1962 trat Strauß als Minister zurück.

Kai-Uwe von Hassel (1963 - 1966)
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Quelle: Reg Lancaster/Daily Express/Hulton Archive/Getty Images

Kai-Uwe von Hassel (1963-1966): Der im einstigen Deutsch-Ostafrika geborene CDU-Politiker folgte im Januar 1963 auf Strauß. In seine Amtszeit fiel die Ausrüstung der Bundeswehr mit neuen Waffensystemen. Von Hassels Ansehen wurde durch den "Starfighter"-Skandal schwer beschädigt: Dabei ging es um ein aus den USA importiertes Kampfflugzeug, das zahlreiche Abstürze zu verzeichnen hatte. 1966 wurde von Hassel ins Amt des Vertriebenenministers abgeschoben.

Rupert Scholz (1988 - 1989)
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Quelle: teutopress/imago images

Rupert Scholz (1988-1989): Der Berliner CDU-Politiker hielt sich nur elf Monate an der Spitze des Verteidigungsministeriums – er ist damit der Ressortchef mit der kürzesten Amtszeit. Diese stand unter dem Eindruck der Katastrophe bei der Flugschau von Ramstein. Das Unglück stieß eine Debatte über Tiefflugverbote an, in welcher Scholz Führungsschwäche vorgeworfen wurde. Bei einer Kabinettsumbildung 1989 wurde er nicht wieder berücksichtigt.

Rudolf Scharping (1998 - 2002)
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Quelle: Dieter Bauer/imago images

Rudolf Scharping (1998-2002): Der frühere SPD-Chef verantwortete als Verteidigungsminister mehrere umstrittene Auslandseinsätze der Bundeswehr – etwa im Kosovo-Konflikt 1999 und in Afghanistan ab 2001. Eine Reihe von unglücklichen Auftritten und Affären kosteten Scharping viel Ansehen, unter anderem die Annahme von Honoraren von einem Unternehmensberater. Auf Druck von Kanzler Gerhard Schröder musste Scharping seinen Hut nehmen.

Franz-Josef Jung (2005 - 2009)
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Quelle: Thomas Imo/photothek.net/imago images

Franz-Josef Jung (2005-2009): Der CDU-Politiker wechselte 2005 von der hessischen Landespolitik ins Amt des Verteidigungsministers. Kritiker warfen ihm Profillosigkeit vor. 2009 wurde Jung Arbeitsminister – und musste kurz darauf wegen einer Affäre aus seiner Zeit im Verteidigungsressort zurücktreten: Es ging um Informationspannen im Zusammenhang mit einem von einem Bundeswehr-Kommandeur befohlenen Luftangriff bei Kundus in Afghanistan.

Karl-Theodor zu Guttenberg (2009 - 2011)
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Quelle: teutopress/imago images

Karl-Theodor zu Guttenberg (2009-2011): Der CSU-Politiker avancierte in seiner kurzen Amtszeit zum Publikumsliebling – ehe eine Affäre um Plagiate in seiner Doktorarbeit den politischen Absturz einleitete. Nach nur 16 Monaten im Amt musste Guttenberg zurücktreten. Kernstück seiner kurzen Amtszeit war die Verkleinerung der Streitkräfte, die inzwischen als massiver politischer Fehler betrachtet wird.

Thomas de Maizière (2011 - 2013)
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Quelle: Christian Thiel/imago images

Thomas de Maizière (2011-2013): Der CDU-Politiker wechselte 2011 vom Innen- ins Verteidigungsressort – und auch er zog sich dort Blessuren zu. De Maizière musste die Entwicklung der Drohne Euro-Hawk wegen fehlender Zulassung für den deutschen Luftraum stoppen lassen – nachdem Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro getätigt worden waren. 2013 wechselte de Maizière zurück ins Innenressort, nach der Wahl 2017 wurde er nicht wieder ins Kabinett berufen.


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