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Dortmund: Ausstellung will koloniales Erbe sichtbar machen


250 Exponate versammelt
Dortmund: Ausstellung will koloniales Erbe sichtbar machen

Von dpa
11.06.2024Lesedauer: 2 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:240611-911-012678Vergrößern des BildesDie Ausstellung "Das ist kolonial. Westfalens (un)sichtbares Erbe" ist in Dortmund eröffnet worden. (Quelle: Dieter Menne)
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Ein Museum will die Folgen des Kolonialismus zeigen - und gerät vorab mit einer temporär nur für Schwarze geöffneten Werkstatt in den Fokus rechter Kritik. Nun ist die eigentliche Ausstellung fertig.

Eine Ausstellung auf der Zeche Zollern in Dortmund will das Erbe des Kolonialismus in der Region sichtbarer machen. Die Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in dem Industriemuseum versammelt dazu 250 Exponate, die zur Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte und ihren Auswirkungen bis heute einladen. Die Ausstellung ist ab Freitag für Besucher geöffnet und wird bis Oktober 2025 zu sehen sein.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, die Spuren des Kolonialismus und seine Folgen für unsere heutige Gesellschaft in der Region aufzuzeigen und dieses bisher wenig beachtete Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten", so LWL-Direktor Georg Lunemann bei der Vorstellung der Schau am Dienstag.

Postkoloniale Spuren in Westfalen

Eine digitale Karte etwa führt zu 90 Orten mit postkolonialen Bezügen in Westfalen - von Straßen, die nach umstrittenen kolonialen Akteuren benannt sind, bis zu Parks, in denen bei sogenannten Völkerschauen schwarze Menschen ausgestellt wurden. Andere Exponate illustrieren, wie die westfälische Wirtschaft von Rohstoffen aus den fernen Ländern profitierte - und wie die Kohle aus dem Ruhrgebiet die koloniale Expansion noch befeuerte. Kinderbücher und Gesellschaftsspiele vermitteln einen Eindruck davon, wie in der Kolonialzeit geprägte rassistische Stereotype bis heute fortwirken.

Mitmach-Werkstatt als Safer Space

Schon bei ihrer Entstehung hatte die Schau für Aufsehen gesorgt: Eine Mitmach-Werkstatt, in der Besucher Impulse für das Ausstellungskonzept geben sollten, war 2023 wöchentlich vier Stunden lang als sogenannter Safer Space für schwarze Menschen und People of Color reserviert. Dadurch sollte ein geschützter Raum für offenen Austausch geschaffen werden. Monate nach dem Start der Werkstatt war dem Museum dann in Beiträgen in den sozialen Medien vorgeworfen worden, Weiße auszugrenzen.

Eine Flut von Kommentaren, die nach Angaben des Museums auch rassistischen und persönlichkeitsverletzenden Charakter hatten, erreichte das Museum. Am Museumstor wurden unter anderem rechte Parolen befestigt, woraufhin das Museum die Polizei einschaltete. Diese ermittelte nach eigenen Angaben in der Folge in mehreren Fällen wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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