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Mögliche Brandstiftung – Behinderter Stiefsohn stirbt im Feuer

Von dpa
Aktualisiert am 23.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Die Fassade des Leipziger Landgerichts (Symbolbild): Der Verteidiger hat eine Aussage seines Mandanten angekĂĽndigt.
Die Fassade des Leipziger Landgerichts (Symbolbild): Der Verteidiger hat eine Aussage seines Mandanten angekündigt. (Quelle: Björn Trotzki/imago-images-bilder)
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In Leipzig hat der Prozess gegen einen Mann aus Nordsachsen begonnen. Er soll Feuer gelegt haben, bei dem sein Stiefsohn verstarb. Bislang äußerte sich der Angeklagte nicht zu der Tat.

Vor gut zwei Jahren soll ein 71-Jähriger in Beilrode (Landkreis Nordsachsen) einen Brand im Haus seiner Lebensgefährtin gelegt haben, bei dem deren gehbehinderter Stiefsohn ums Leben kam. Zu Beginn des Prozesses am Montag im Landgericht Leipzig schwieg der wegen Brandstiftung und Mordes angeklagte Mann.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Brand gelegt zu haben, um mit einer Versicherungssumme im sechsstelligen Bereich einen Neuanfang zu wagen. Dabei habe er den Tod des 47-jährigen Sohnes, der im Haus gelebt hatte, zumindest billigend in Kauf genommen und heimtückisch gehandelt. "Der Angeklagte handelte aus Frust, Wut und Verärgerung über den Sohn seiner Lebensgefährtin", sagte die Staatsanwältin.

Bei dem Brand im Juni 2020 erlitt das Opfer schwerste Verbrennungen und starb an einer Rauchgasvergiftung. Sowohl der 71-Jährige als auch seine Lebensgefährtin kamen mit Verletzungen in ein Krankenhaus.

Leipzig: Genaue Umstände des Brandes sind noch unklar

Der Verteidiger kündigte an, dass sich sein Mandant im Laufe des Prozesses äußern werde. Er selbst warf der Staatsanwaltschaft vor, dass der Prozess allein auf Indizien beruhe und es keine Beweise für die Schuld des Mannes gebe. Stattdessen müsse das Gericht klären, warum der Sohn angezogen auf seinem Bett liegend gefunden worden sei und offensichtlich nicht um Hilfe gerufen habe. Zudem sei unklar, warum ein halbvoller Benzinkanister neben dem Bett gefunden worden sei. In den polizeilichen Vernehmungen hatte der Tatverdächtige stets bestritten, das Feuer gelegt zu haben.

Die 71-jährige Lebensgefährtin und Mutter des Opfers sagte im Prozess aus, dass ihr Sohn an verschiedenen Vorerkrankungen gelitten habe. Er habe sich vollkommen abgekapselt und sei für sie kaum noch erreichbar gewesen. Sie könne nicht einschätzen, ob er den Brand in Suizidabsicht selbst gelegt habe, glaube aber eher nicht daran.

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