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Kinder in Gefahr | Eine Behörde schlägt wegen dieser Zahl Alarm


Baden-Württemberg
Fast 6.000 Kinder in Gefahr – neue Zahlen zur Kindeswohlgefährdung

Von t-online, rbe

15.09.2023Lesedauer: 2 Min.
Eine verlorene Kinderpuppe auf dem nassen Boden im Herbstlaub (Symbolfoto): Im Südwesten hat es noch nie so viele Kindeswohlgefährdungen gegeben wie im Jahr 2022.Vergrößern des BildesEine verlorene Kinderpuppe auf dem nassen Boden im Herbstlaub (Symbolfoto): Im Südwesten hat es noch nie so viele Kindeswohlgefährdungen gegeben wie im Jahr 2022. (Quelle: Rolf Poss via www.imago-images.de)
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Alarmierende Entwicklung: In Baden-Württemberg gibt es einen neuen Höchststand bei Kindeswohlgefährdungen. Ein Landkreis sticht besonders heraus.

Im Südwesten sind immer mehr Kinder in Gefahr. Das zeigen die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes, die einen neuen Höchststand der Kindeswohlgefährdungen in Baden-Württemberg für das Jahr 2022 ausweisen.

Fast 17.600 Verfahren zur Einschätzung des Kindeswohls wurden demnach von den Jugendämtern durchgeführt, nachdem ihnen gewichtige Anhaltspunkte für eine Gefährdung eines Kindes bekannt geworden waren. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr und mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2012, als die Erhebung begann.

Bei den Verfahren wurde festgestellt, dass in 17 Prozent der Fälle eine akute Kindeswohlgefährdung vorlag, das heißt, dass das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder Jugendlichen unmittelbar beeinträchtigt war. In weiteren 15 Prozent der Fälle wurde eine latente Kindeswohlgefährdung erkannt, in denen eine erhebliche Schädigung des Wohls des Kindes oder Jugendlichen wahrscheinlich war.

Insgesamt waren fast 6.000 Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg betroffen. Von den Kindern, bei denen 2022 eine akute oder latente Gefährdung festgestellt wurde, waren 18 Prozent unter drei  Jahre alt.

Unter den Stadt- und Landkreisen wies der Stadtkreis Karlsruhe mit 103 Gefährdungen pro 10 .000 Minderjährige den höchsten Wert auf. Die wenigsten Gefährdungen gab es im Landkreis Göppingen mit lediglich vier Fällen pro 10.000 Personen unter 18 Jahren.

Gründe sind vielfältig

Die Gründe für eine Kindeswohlgefährdung können vielfältig sein, wie zum Beispiel Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch oder psychische Probleme der Eltern, wie es seitens des "Nationalen Zentrums Frühe Hilfen" heißt. Die Corona-Pandemie habe die Situation vieler Familien zusätzlich verschärft, indem sie zu finanziellen Nöten, sozialer Isolation und psychischem Stress geführt hat. Auch die Schließung von Kitas und Schulen habe während der Pandemie dazu beigetragen, dass viele Kinder weniger Schutz und Unterstützung erfahren haben.

Die Folgen einer Kindeswohlgefährdung können gravierend sein, sowohl für die betroffenen Kinder als auch für die Gesellschaft. Kinder, die Gewalt oder Vernachlässigung erleben, leiden oft unter Angst, Traumata, Depressionen oder Verhaltensstörungen, wie aus einem Bericht der Johanniter hervorgeht. Diese Kinder hätten ein höheres Risiko für gesundheitliche Probleme, schulischen Misserfolg oder soziale Ausgrenzung. Auch im Erwachsenenalter könnten sie Schwierigkeiten haben, stabile Beziehungen aufzubauen oder sich beruflich zu integrieren.

Um diese negativen Folgen zu vermeiden oder zu mildern, ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen frühzeitig Hilfe erhalten. Die Jugendämter im Südwesten bieten verschiedene Formen der Unterstützung an, wie zum Beispiel Beratung, Erziehungshilfe oder Inobhutnahme. Dabei arbeiten sie eng mit anderen Institutionen zusammen, wie zum Beispiel Schulen, Gesundheitsämtern oder Polizei.

Verwendete Quellen
  • Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg
  • Nationales Zentrum Frühe Hilfen zu den Gründen von Kindswohlgefährdung
  • johanniter.de: Folgen von Kindeswohlgefährdung
  • Informationen der Stadt Stuttgart zu Hilfsangeboten
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