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Stuttgart: Dutzende Sprayer machen sich über Hauptbahnhof her

Legales Graffiti  

Dutzende Sprayer erobern Bahnhof in Stuttgart

07.08.2020, 14:03 Uhr | dpa

Stuttgart: Dutzende Sprayer machen sich über Hauptbahnhof her. Basti zieht Klebeband von seinem Graffiti: Er ist einer der Sprayer aus der Stuttgarter Szene. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Basti zieht Klebeband von seinem Graffiti: Er ist einer der Sprayer aus der Stuttgarter Szene. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Jahr für Jahr gibt die Bahn viele Millionen Euro aus, um Graffiti-Beschädigungen zu beseitigen. Nun dreht sie den Spieß um und heißt Dutzende Sprayer für ein Kunstprojekt im Stuttgarter Hauptbahnhof willkommen.

Unter dem Namen "Wände/Walls" verwandeln mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler der Stuttgarter Sprayerszene den legendären Bonatzbau während mehrerer Wochen in eine Graffiti-Galerie. Knallbunt, amüsant, teils beunruhigend und düster, aber immer innovativ nutzen sie die Leinwände und Wandflächen im langgezogenen und denkmalgeschützten Hauptgebäude aus.

Die Graffiti wirken besonders im Kontrast zu den Resten einstiger Inschriften wie "Tabak" und "Markthalle" im Putz des weiß getünchten Baus. "Hier wird der öffentliche Raum als Gemeingut verstanden, das Platz für vielfältige Gestaltungsformen bietet und darüber alternative Perspektiven auf den Lebensraum ermöglicht", teilte das Kunstmuseum Stuttgart am Freitag mit.

Personen gehen durch die Halle des Hauptbahnhofs: Im Hintergrund hängt ein Werk. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)Personen gehen durch die Halle des Hauptbahnhofs: Im Hintergrund hängt ein Werk. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Neben dem Projekt im Bonatzbau widmet sich das StadtPalais in einer Ausstellung ab Ende September der Sprayer-Geschichte der vergangenen Jahrzehnte. Auch das Kunstmuseum bereitet eine Schau vor, die vom 26. September an zu sehen sein wird.

Eine Frau geht an einem Graffiti vorbei. Über dem Werk hängen noch die Überreste der Beschriftungen "Tabak" und "Inter City Hotel". (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)Eine Frau geht an einem Graffiti vorbei. Über dem Werk hängen noch die Überreste der Beschriftungen "Tabak" und "Inter City Hotel". (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Die große Halle des Bonatzbaus vor den Bahngleisen wird bis zum Jahr 2025 umgebaut. Sie soll dann zeitgleich zum neuen Durchgangsbahnhof im Rahmen des Milliardenprojekts Stuttgart 21 mit zwei Ebenen, rund 50 Läden und einem neuen Hotel wiedereröffnet werden.

In den kommenden Jahren steht das fast 100 Jahre alte Empfangsgebäude nur noch als Aufenthaltsfläche zur Verfügung. Warteräume, Schalter und Kioske wurden bereits in neue Gebäude umgesiedelt.

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