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Stuttgart: Neue S-Bahn-Farben sollen Orientierung bei Ein- und Ausstieg verbessern

Farbwechsel zur Orientierung  

Erste S-Bahn in neuem Design ist unterwegs

von Tilman Baur

10.02.2021, 15:21 Uhr
Stuttgart: Neue S-Bahn-Farben sollen Orientierung bei Ein- und Ausstieg verbessern. Eine S-Bahn während der Fahrt: So werden die neuen Wagen in Stuttgart aussehen. (Quelle: Deutsche Bahn/Dominik Schleuter)

Eine S-Bahn während der Fahrt: So werden die neuen Wagen in Stuttgart aussehen. (Quelle: Deutsche Bahn/Dominik Schleuter)

Aus Rot wird Gelb, Blau und Grau: Die S-Bahnen in der Region werden schrittweise umlackiert. Die bessere Orientierung soll Ein- und Ausstiegszeiten verkürzen.

Verdutzte Blicke am S-Bahnhof Schwabstraße, einem der meistfrequentierten Bahnhöfe in Stuttgart: War das eine Halluzination? Hat sich ein Fernzug ins S-Bahn-Netz verirrt? Weder noch: In regelmäßigen Abständen taucht dieser Tage ein Exot im roten Einerlei der Züge auf.

Er ist der Vorbote dessen, was bald kommt. Denn in absehbarer Zeit hat das bundesweit bekannte S-Bahn-Rot in der Region Stuttgart ausgedient. Dann geben Gelb, Blau und Grau den (Farb-)Ton in den Bahnhöfen an. Die Regionalversammlung, das politische Gremium der Region Stuttgart, hatte den Schritt im vergangenen Jahr beschlossen. Vom klassischen Rot wollte man Abschied nehmen und neue Wege gehen. Die neu lackierte Version des Zugs hat derzeit noch Seltenheitswert. Genau gesagt gibt es bislang nur einen einzigen Zug – ein sogenanntes Musterfahrzeug – in den neuen Farben. Es verkehrt täglich auf den Linien S4, S5 und S6/60, dem Nordnetz.

Anzahl der Fahrgäste steigt

Mit dem Redesign der S-Bahnen geht in der Region auch eine Aufstockung der Flotte einher. Der Verband Region Stuttgart hat 58 neue Züge bestellt, die Flotte wächst damit auf 215 Züge an. Damit trägt die Region der Tatsache Rechnung, dass immer mehr Menschen die S-Bahn nutzen. Laut Angaben eines Bahnsprechers ist die Fahrgastzahl in den vergangenen zehn Jahren um fast ein Drittel gestiegen. Die bisherige Höchstmarkte habe man 2019 erreicht, als man insgesamt 133 Millionen Fahrgäste zählte, so der Sprecher gegenüber t-online.

Mit diesem Wachstum sind aber auch Probleme verbunden. Laut Bahn wird es wegen der vielen Fahrgäste immer schwieriger, den kompletten Ein- und Ausstieg innerhalb von 30 Sekunden zu bewältigen. So viel Zeit ist bislang pro Haltestelle vorgesehen. Deshalb dreht man an verschiedenen Stellschrauben, um den Vorgang zu verkürzen. Eine davon ist das neue Design der Züge. Der Sprecher beschreibt das Ausgangsproblem: "Wenn mehrere Fahrgäste vor einem stehen, sieht man nicht, wo man mit dem Fahrrad, Koffer oder Kinderwagen den entsprechenden Zugteil findet. Auf dem Bahnsteig heißt es dann gegen den Fahrgaststrom ankämpfen, und dabei geht bis zur Abfahrt eines Zuges wertvolle Zeit verloren." Die neue Außenlackierung fungiere deshalb als Leitsystem.

Farben weisen den Weg

Die Farben dienten als Codierung der Funktions- und Servicebereiche des Zuges, so der Sprecher weiter. Mehrzweckabteile für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder sind dementsprechend nun blau markiert, die Servicebereiche der 1. Klasse leuchtend gelb. Um die Farben zur Geltung zu bringen, halte man den Rest des Zuges in Grau, die Türbereiche in Schwarzgrau. "Die Fahrgäste werden durch Farbe und Piktogramme, die neu auch oben an den Fahrzeugen angebracht sind, bewusst zu dem von ihnen gesuchten Bereich gelenkt. Dies funktioniert selbsterklärend und ist in jeder Situation klar sichtbar. Je früher wir den Reisenden lenken können, desto besser", so der Sprecher.

Zunächst bleibt es nun noch einige Monate bei dem Einzelexemplar als Appetitanreger. Während die 58 neuen Züge bereits im neuen Design geliefert würden, lackiere man die anderen im üblichen Turnus. "Bis alle Fahrzeuge das neue Außendesign haben, wird es mehrere Jahre dauern. Die ersten Züge im Nachgang des vorhandenen Musterfahrzeugs sollen ab Ende 2021 im hellgrauen Design auf die Schienen kommen", sagt der Bahnsprecher. Teuer ist das Ganze übrigens nicht – denn neuen Lack brauchen die Bahnen auch ohne Redesign in regelmäßigen Abständen. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Sprecher der S-Bahn Stuttgart

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