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Tethered Caps: Wann es kein Fehler ist, sie zu entfernen


"Tethered Caps"
Es ist nicht falsch, diesen Deckel zu entfernen

Von t-online, jb

Aktualisiert am 11.07.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 0202632525Vergrößern des BildesMilchpackung mit "Tethered Cap": In diesem Fall sollten Sie die Verschlusskappe entfernen. (Quelle: IMAGO/Weingartner-Foto/imago)
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Das Ärgernis vieler Saft- und Milchtrinker, die sogenannten "Tethered Caps", ist zwar gesetzlich vorgeschrieben. Doch in diesem Fall können Sie die Kappen sorglos entfernen.

Die sogenannten "Tethered Caps" nerven viele Verbraucher. Denn die fest mit der Verpackung verbundenen Deckel machen das Ausgießen der Milch- oder Saftpackung oder das Trinken aus PET-Flaschen schwer oder gar unmöglich. Aus Frust reißen oder schneiden viele die Verbindung zwischen Deckel und Verpackung einfach ab. Und das ist in Ordnung.

Denn die Verschlusskappen bestehen aus einem anderen Material als die Getränkeverpackung. Und das verlängert bei pfandfreien Getränkeverpackungen – beispielsweise Tetrapaks – das Recycling. Schließlich muss die Getränkeverpackung vollkommen in ihre Einzelteile zerlegt werden. Und hier könnte der Verbraucher theoretisch dem Recyclingvorgang unter die Arme greifen, indem er die Getränkekartons "auseinanderbaut" und alles im Gelben Sack oder der Gelben Tonne entsorgt.

Ist es wirklich sinnvoll?

Tatsächlich ist der Recyclingaufwand, der durch nicht in Einzelteile zerlegte Getränkeverpackungen entsteht, nur minimal. Denn die Recyclingbetriebe sind mit hochmodernen Anlagen ausgestattet, die die Verpackungen mithilfe modernster Technik in ihre einzelnen Bestandteile zerlegen können. Hierfür wird laut einem Bericht des MDR jedoch viel Wasser verwendet.

Allerdings: Um die für das Recycling aufgewendete Energie wirklich zu reduzieren, müssten die Getränkekartons komplett in ihre Einzelteile zerlegt werden. Das bedeute, dass Verbraucher theoretisch sowohl den Verschluss als auch Kunststoffring um den Ausgießer und den Ausgießer heraustrennen und dann im Gelben Sack oder der Gelben Tonne entsorgen müssten. Ein enormer Aufwand.

Der Fachverband Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e. V. (FKN) erklärt t-online, dass es eher kontraproduktiv sei, die Getränkekartons komplett in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen. Denn es bestehe "die Gefahr, dass sie aufgrund ihrer geringen Größe in Sortieranlagen in eine falsche Sortierfraktion geraten – und gerade dann eben nicht recycelt werden."

Video | Mit diesem simplen Trick können Sie problemlos trinken
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Quelle: t-online

Extratipp

Wenn Sie den Deckel abschneiden, entfernen Sie auch den Kunststoffring, mit dem er an der Packung befestigt ist.
Wenn Sie dann noch das Gewinde bzw. den Ausgießer herausschneiden, haben Sie das Recycling der Getränkeverpackung noch zusätzlich vereinfacht.
Je ordentlicher die einzelnen Bestandteile voneinander getrennt ist, desto besser ist die Recyclingquote.

Darum sind die Verschlusskappen jetzt Pflicht

Allerdings: Die "Tethered Caps" haben auch einen ernsthaften Sinn, der nicht außer Acht gelassen werden sollte: Der fest mit der Packung verbundene Deckel soll vorrangig die Vermüllung der Umwelt reduzieren. Für eine Untersuchung der Europäischen Kommission wurde unter anderem das Müllaufkommen an der Nordsee untersucht. Das Ergebnis: Auf 100 Metern Strand fanden die Forscher 40 Deckel. Wenn die Verschlüsse fest mit der Verpackung verbunden sind, könne das Aufkommen von derartigem Müll reduziert werden, heißt es in dem Bericht.

Solche Ergebnisse haben dazu geführt, dass hierzulande seit dem 3. Juli 2024 alle Einweg-Getränkeverpackungen mit einer "Tethered Cap" versehen werden müssen. Das gilt sowohl für Saft- und Milchkartons als auch für Einweg-PET-Getränkeflaschen sowie für alle Verpackungen, die vollständig oder teilweise aus Kunststoff bestehen.

Verwendete Quellen
  • eu-recycling.com
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