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Nationalpark Plitvicer Seen: Wandeln auf Winnetous Spuren

Spektakuläres Weltkulturerbe  

Nationalpark Plitvicer Seen: Wandeln auf Winnetous Spuren

15.06.2019, 15:16 Uhr | t-online.de, hs

Nationalpark Plitvicer Seen: Wandeln auf Winnetous Spuren. Touristen laufen auf den Holzwegen im Plitvicer Nationalpark: Hauptanziehungspunkt sind die 16 kleinen Seen, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind. (Quelle: Getty Images/gantico)

Touristen laufen auf den Holzwegen im Plitvicer Nationalpark: Hauptanziehungspunkt sind die 16 kleinen Seen, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind. (Quelle: gantico/Getty Images)

Beim Anblick der kroatischen Seen zwischen zerklüfteten Bergen, tiefen Schluchten und rauschenden Wasserfällen kommt automatisch Wildwestromantik auf. Als würde man Station in einem Western machen. 

Der Nationalpark Plitvicer Seen diente einst als Kulisse für die legendären Karl-May-Filme. Die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand bleiben bis heute unvergessen. Auch der Schatz vom Silbersee wurde in einem der Plitvicer Seen versenkt. Wer die schönen Erinnerungen aufleben lassen möchte, kann vor Ort auf den Spuren seiner Filmhelden wandeln. 

Plitvicer Seen: Lage und Anreise

Lage: Der Nationalpark Plitvicer Seen befindet sich in der Gebirgslandschaft Mittelkroatiens, zwischen Slunj und Korenica und unweit der Grenze zu Bosnien und Herzegowina.

 (Quelle: picture-alliance/ dpa-infografik) (Quelle: picture-alliance/ dpa-infografik)

Anreise: Mit dem Auto sind die Plitvicer Seen über die Nationalstraße D1 erreichbar – etwa 50 Kilometer von der Autobahn A1 entfernt, die Zagreb und Split miteinander verbindet. Vom Norden aus kommend nehmen Besucher die Ausfahrt Karlovac, im Westen die Ausfahrt Otocac und im Süden Gornja Ploca.

Wer mit dem Flugzeug anreist, erreicht den Nationalpark am bequemsten von folgenden Flughäfen aus: Zadar (etwa 150 Kilometer), Zagreb (etwa 140 Kilometer) und Rijeka (etwa 180 Kilometer).

Preise und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: Der Nationalpark ist das ganze Jahr über geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren aber je nach Jahreszeit:

  • Winter: 9 Uhr bis 16 Uhr
  • Frühling und Herbst: 8 Uhr bis 18 Uhr
  • Sommer: 7 Uhr bis 20 Uhr

Eintrittspreise: In der Hauptsaison (1. Juni bis 30. September) zahlen Erwachsene 250 Kuna (etwa 34 Euro), nach 16 Uhr nur noch 150 Kuna (etwa 20 Euro). In der Nebensaison (1. April bis 31. Mai und im Oktober) zahlen Erwachsene 100 Kuna Eintritt (etwa 13,50 Euro). Im Winter (1. November bis 31. März) sind es 60 Kuna (etwa 8 Euro). Kinder bis sieben Jahre kommen gratis in den Park, ältere Kinder und Studenten bekommen einen Rabatt (Stand: Juni 2019).

Die beste Reisezeit

Die Plitvicer Seen sind ganzjährig geöffnet. Wer allerdings in Ruhe den Park erkunden möchte, sollte die Nebensaison wählen, da es im Sommer recht voll werden kann.

Wegen des großen Besucherandrangs gerade in den Sommermonaten gibt es auch Forderungen, die Zahl der Besucher im Nationalpark zu regulieren.

Das Klima an den Plitvicer Seen

An den Plitvicer Seen kann es im Frühling und im Herbst zu starken Regenfällen kommen. Im Sommer ist es warm und nicht so heiß wie an der Küste Kroatiens. Die Wassertemperatur in den Flüssen und den Seen kann im Sommer auf 23 Grad steigen.

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Temp. max. (°C)111114172125282825201512
Temp. min. (°C)446913171919161385
Sonne/Tag4h5h6h7h9h10h11h11h8h6h4h4h
Wasser (°C)111011131720232321191613
Regentage8866654467910

Fischen, baden, zelten – was ist erlaubt?

Touristen müssen sich im Nationalpark Plitvicer Seen an einige Regeln halten. Besucher dürfen weder die markierten Wanderwege verlassen, noch Pflanzen pflücken oder Bäume beschädigen. Zudem ist das Baden, Fischen und Zelten im Gebiet des Nationalparks verboten.

Wasserfall im kroatischen Nationalpark Plitvicer Seen. (Quelle: imago images/Westend61)Wasserfall im kroatischen Nationalpark Plitvicer Seen. (Quelle: Westend61/imago images)

Unterkünfte und Camping

Die Hotels Bellevue, Jezero, Plitvice und Grabovac liegen innerhalb des Nationalparkgebiets. Doch die zentrale Lage hat auch ihren Preis. Eine günstigere Alternative ist der Campingplatz auf dem Gebiet der Gemeinde Korana. Er befindet sich sechs Kilometer nördlich der Einfahrt zum Nationalpark Plitvicer Seen. Hier ist Platz für 2.500 Camper. Außerdem gibt es 47 Bungalows.

Reisende können auch in einer Privatunterkunft übernachten. Am schönsten eingebettet liegen die am Fluss Korana.

Touren durch den Nationalpark

Es gibt viele Möglichkeiten, den Park zu erkunden. Die meiste Zeit muss man für den langen Fußweg einplanen, der an allen Seen vorbeiführt. Diese Tour dauert sechs bis acht Stunden. Für gemütliche Wanderer ist da eher die kürzeste Strecke geeignet, die drei bis vier Stunden in Anspruch nimmt. 

Eine Erkundung per Boot oder Touristenzug ist ebenfalls möglich. Auch wenn das klare, türkisfarbene Wasser bei heißen Tagen dazu verleitet, einen Sprung ins kühle Nass zu wagen, sollte man dies tunlichst lassen, da im gesamten Nationalpark absolutes Badeverbot gilt. Auch Autos wurden verbannt; nur Touristenbusse verkehren auf vorgeschriebenen Routen.

So schön sind die Plitvicer Seen

Die Plitvicer Seen erstrecken sich auf einer Fläche von knapp 300 Quadratkilometern. Der Park umfasst das Quellgebiet des Flusses Korana und ist von dichten Buchen-, Fichten- und Tannenwäldern umgeben. Hauptanziehungspunkt sind die 16 kleinen Seen, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind. Zum absoluten Muss gehört der "Veliki slap" (großer Wasserfall), der sich in der Nähe des Parkeingangs befindet und aus 78 Metern in die Tiefe stürzt. Damit ist er zugleich der höchste Wasserfall Kroatiens.

Plitvicer Seen: Die türkisen Wasserfälle gehören zu den spektakulärsten Naturschauspielen der Welt. (Quelle: dpa/tmn/Archiv Nationalpark Plitvicer Seen)Plitvicer Seen: Die türkisen Wasserfälle gehören zu den spektakulärsten Naturschauspielen der Welt. (Quelle: Archiv Nationalpark Plitvicer Seen/dpa/tmn)

Neben den Seen lassen sich auch Kalkstein- und Travertinhöhlen erkunden. Der Naturpark bietet seltenen Tierarten ein Zuhause. So ist hier neben Wölfen und Luchsen auch der Braunbär heimisch. Doch keine Angst, eine Begegnung ist eher unwahrscheinlich, da die tierischen Bewohner sehr scheu sind und Menschen lieber aus dem Weg gehen.

 

 
Die Plitvicer Seen wurden bereits 1949 zum Nationalpark ernannt. Dreißig Jahre später wurden sie von der Unesco in die Welterbeliste aufgenommen. Jährlich werden bis zu 800.000 Besucher gezählt. Die Einzigartigkeit des Parks liegt darin, dass der Mensch so wenig wie möglich eingreift.


Verwendete Quellen:


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