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Wifo-Tanklager zwischen Bremen und Schwanewede: So lange dauert der Rückbau


Zutritt verboten
Unterirdisch: Hier schlummert das größte Kriegstanklager der Welt

Von t-online, MAS

Aktualisiert am 08.03.2024Lesedauer: 2 Min.
Das Tor zum Tanklager im Jahre 2013: Mittlerweile ist der Rückbau des Geländes weit vorangeschritten.Vergrößern des BildesDas Tor zum Tanklager im Jahre 2013: Mittlerweile ist der Rückbau des Geländes weit vorangeschritten. (Quelle: Ingo Wagner)
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Es ist ein riesiges Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg: Zwischen Bremen-Nord und Schwanewede befinden sich die Überreste des ehemals größten Tanklagers der Welt.

Viel ist nicht mehr übrig von dem weltweit größten Treibstoffdepot, das sich unterirdisch zwischen Bremen-Farge und dem niedersächsischen Schwanewede erstreckte. Die Rede ist vom Wifo-Tanklager – so groß wie rund 420 Fußballfelder. Während des Zweiten Weltkriegs lagerten dort in 78 Tanks rund 320.000 Kubikmeter an Ölen und Treibstoffen. Das sind umgerechnet 320 Millionen Liter, rund sechs Millionen volle Badewannen. Jeder Tank war 50 Meter lang.

Planung und Bau der rund 300 Hektar großen Anlage erfolgten zwischen 1935 und 1943 durch die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft (Wifo) – eine Tarnfirma des Deutschen Reiches. Diese beschaffte auf Anordnung des Reichswirtschaftsministeriums geheime Vorräte an Roh- und Treibstoffen. Mit denen wurden Fahrzeuge und Flugzeuge für den nationalsozialistischen Angriffskrieg versorgt.

Tanklager trug den Tarnnamen "Wasserberg"

Auch ein eigener Hafenbereich, Verladebahnhöfe, Pumpstationen sowie Verwaltungs- und Sozialgebäude befanden sich auf dem riesigen Areal; Tankschiffe und Eisenbahn-Kesselwagen waren im Einsatz. Das Projekt trug den Tarnnamen "Wasserberg".

Für den Bau wurden zunächst ausländische Arbeitskräfte eingesetzt, später fanden sich jedoch überwiegend von SS-Leuten überwachte Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene auf der Baustelle. Diese wurden ab 1943 auch zum Bau des heute als "Valentin" bekannten U-Boot-Bunkers heranzogen, der sich in unmittelbarer Nähe zum Wifo-Tanklager befand. Der Bunker gilt heute als Lost Place, lesen Sie hier mehr dazu. Beim Bunker-Bau starben mehr als 1.600 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Sie kamen durch Unterernährung oder Krankheiten um oder wurden ermordet.

Am 30. März 1945 wurde das Wifo-Areal durch die Alliierten bombardiert. Dabei ist es teilweise zerstört worden. Nach dem Krieg betrieb die US-Army die Anlage bis 1958 zur Versorgung der eigenen Truppe weiter. Dann übernahm die Bundeswehr den Betrieb. 2015 begann die Stilllegung des Tanklagers. Schritt für Schritt werden bis heute alle Anlagen sowie die rund 200 Gebäude zurückgebaut. Außerdem wird das Gelände dekontaminiert. Die 78 unterirdischen Tanks wurden bereits entleert und entfernt.

Rückbau kostet rund 57 Millionen Euro

Der vollständige Rückbau des gesamten Areals soll bis spätestens 2028 abgeschossen sein, teilt Immobilien Bremen (IB) mit. Dafür werden rund 57 Millionen Euro an Kosten fällig. In den Böden rund um einen der ehemaligen Verladebahnhöfe seien allerdings große Altlasten festgestellt worden, die das Grundwasser verunreinigen, so die IB. Diese Flächen sollen bis 2025 für weitere 18 bis 20 Millionen Euro saniert werden.

Das Gelände gehört mittlerweile zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Nach dem vollständigen Rückbau und der Sanierung soll aus dem Areal ein Naturschutzgebiet werden. Für die Öffentlichkeit ist das Gelände unzugänglich.

Verwendete Quellen
  • denkort-bunker-valentin.de: Einführung
  • stiftung-gedenkstaetten.de: Das Wifo-Fass
  • relikte.com: Wifo
  • geschichtslehrpfad.de: Tanklager
  • spurensuche-bremen.de: Die Zerstörung der ländlichen Idylle beginnt: Das Wifo-Tanklager
  • friedensschule-bremen.de: Wifo
  • Immobilien Bremen: Werkschau (Dokument)
  • Eigene Recherche
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