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Flughafen Erfurt-Weimar: Neuer Geschäftsführer mit viel Selbstbewusstsein

Chef des Flughafens in Erfurt  

Neuer Geschäftsführer mit viel Selbstbewusstsein

Von Sebastian Haak

07.10.2020, 15:36 Uhr
Flughafen Erfurt-Weimar: Neuer Geschäftsführer mit viel Selbstbewusstsein. Gerd Stöwer (Archivbild): Stöwer ist der neue Interimsgeschäftsführer des Flughafens Erfurt-Weimar. (Quelle: dpa/Martin Schutt)

Gerd Stöwer (Archivbild): Stöwer ist der neue Interimsgeschäftsführer des Flughafens Erfurt-Weimar. (Quelle: Martin Schutt/dpa)

Gelassen und selbstbewusst – so präsentiert sich der Mann, von dem nicht klar ist, wie lange er eigentlich Chef des Flughafens in Erfurt sein wird: Gerd Stöwer.

Seit ein paar Tagen leitet Gerd Stöwer als neuer Geschäftsführer den Flughafen Erfurt-Weimar. Die Diskussion um Sinn und Unsinn des Airports nimmt er gelassen. Stattdessen spricht er von "Aufbauarbeit", die er leisten wolle und hofft auf gute Zeiten nach Corona. Ob er die auf dem Chefsessel des Unternehmens erleben wird, ist aber noch offen.

Gelassen, weil er sagt, die Diskussion über die Daseinsberechtigung des Airports, der offiziell Flughafen Erfurt-Weimar heißt, aber ausschließlich in der thüringischen Landeshauptstadt liegt, rege ihn nicht auf. Ebenso wenig wie ihn die Diskussion darüber noch aufrege, ob es angesichts des Klimawandels überhaupt noch legitim ist, in ein Flugzeug zu steigen; Stichwort Flugscham. Stöwers Replik: Schon vor Corona seien Videokonferenzen in der Wirtschaft immer wichtiger geworden. Deshalb gebe es seit Jahren die Befürchtung, dass Geschäftsreisende nicht mehr ins Flugzeug steigen würden. Bewahrheitet habe sich diese Angst bisher nie.

Flughafen Erfurt-Weimar (Symbolbild): Gerd Stöwer ist der neue Chef des Erfurt Flughafens. (Quelle: imago images/Karina Hessland)Flughafen Erfurt-Weimar (Symbolbild): Gerd Stöwer ist der neue Chef des Erfurt Flughafens. (Quelle: Karina Hessland/imago images)

Und was die Daseinsberichtigung angehe: Um jeden kleinen Flughafen in Deutschland werde diese Diskussion geführt, er kenne das aus seinen 30 Jahren in der Branche nur allzu gut. Davon verunsichern lasse er sich nicht. "Ich bin nicht jemand, der etwas abwickelt, das können andere machen", sagt er am Mittwoch in Erfurt. Stattdessen wolle er „Aufbauarbeit“ leisten. "Einfach kann jeder", sagt er.

Stöwer leitet seit Anfang Oktober die Geschäfte des Flughafens, nachdem der bisherige Geschäftsführer, Uwe Kotzan, sich nach etwa sieben Jahre an der Spitze des Airports von dort verabschiedet hatte. Entsprechend verbreitet Stöwer nun Aufbruchsstimmung statt Melancholie. Nach der Coronakrise würden die Passierzahlen auch in Erfurt wieder sprunghaft ansteigen, sagt er. Es werde dann bei vielen Menschen eine große, neue Lust auf das Fliegen geben, nachdem viele von ihnen wegen der Coronakrise in den vergangenen Monaten nicht in ein Flugzeug gestiegen seien. "Die Leute wollen in den Urlaub fliegen."

Ob Stöwer damit Recht behält, muss sich allerdings erst noch zeigen: Nicht nur, dass die Passagierzahlen am Flughafen Erfurt-Weimar seit Jahren schlecht sind: Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen nach eigenen Angaben etwa 156.000 Passagiere, im Jahr davor waren es etwa 262.500 gewesen. Im Jahr 2006 war der bisherige Maximalwert bei den Passagierzahlen erreicht worden: Etwa 485.000 Passagiere waren damals von oder ab Erfurt geflogen. Dabei verschlingt der Flughafen seit Jahren Steuergeld: Nach eigenen Angaben erhält die Flughafengesellschaft alleine 2020 einen regulären Zuschuss aus dem Thüringen Landeshaushalt in Höhe von 4,59 Millionen Euro.

Zuletzt waren deshalb die Stimmen immer lauter geworden, die eine Schließung des Flughafens fordern. Mehrfach und öffentlich hatten zuletzt die Grünen in Thüringen diese Forderung erhoben, immerhin einer der drei Koalitionspartner in der rot-rot-grünen Regierungskoalition des Freistaats.

Selbstbewusst allerdings gibt sich Stöwer nicht nur, weil er sich so sehr und so optimistisch für den Flughafen ausspricht. Selbstbewusst ist vor allem das, was er zu seiner eigenen Zukunft auf dem Chefsessel der Betreibergesellschaft sagt. Nach Angaben des für den Flughafen zuständigen Thüringer Infrastrukturministeriums ist er als Interimsgeschäftsführer angestellt worden. In den nächsten Monaten soll demnach nach eine dauerhafte Geschäftsführung für den Flughafen gesucht werden.

Doch dazu, ob bereit wäre, den Chefposten dauerhaft zu besetzen, will sich Stöwer derzeit gar nicht äußern. "Bei dem Thema ist alles offen, aber von beiden Seiten", sagte er. Er wolle sich den Flughafen erst einmal noch ganz genau anschauen. Aktiv bewerben werde er sich um die Stelle jedenfalls nicht. Auch bei der Interimsstelle sei er von Vertretern des Freistaats gefragt worden, ob er sie antreten wolle.

Verwendete Quellen:
  • Pressekonferenz des Flughafens Erfurt-Weimar

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