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Luca, Iris, Sormas: Es hakt bei der Corona-Kontaktverfolgung

Erfurt  

Luca, Iris, Sormas: Es hakt bei der Corona-Kontaktverfolgung

18.08.2021, 11:25 Uhr | dpa

Luca, Iris, Sormas: Es hakt bei der Corona-Kontaktverfolgung. Luca

Eine schwarze Medizinische Maske, eine Tasse Kaffee und die Luca-App liegen auf einem Tisch. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Umsetzung der digitalen Nachverfolgung von Corona-Kontakten kommt in Thüringen nur teilweise voran. Die Stadt Weimar stellt den Testbetrieb der Luca App vorerst ein und kehrt ab Ende August einstweilen zurück zu Stift und Papier. Andere Kommunen sind schon an die zentrale Iris-Schnittstelle des Landes angeschlossen, mit der die Anbindung unterschiedlichster Apps an die Gesundheitsämter klappen soll, nutzen sie aber teilweise noch nicht.

Der Testlauf der Luca-App in Weimar seit dem Frühjahr sei ernüchternd gewesen, bestätigte eine Stadtsprecherin am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Das Gesundheitsamt habe viel zu viele Daten empfangen, die gar nicht relevant gewesen seien. "Die Nachverfolgung mit Zettel und Stift war etwas eingrenzbarer."

In Weimar seien beispielsweise alle Besucher eines Kaufhauses registriert gewesen. Habe es dann in einer bestimmten Etage oder einem Laden einen Fall gegeben, seien die Daten aller Kaufhausbesucher eingegangen. Wie genau der Einsatz anderer Apps diese Problematik lösen soll, müsse nun erarbeitet werden.

Thüringen hatte sich - anders als andere Bundesländer - schon früh gegen die Anschaffung nur einer Nachverfolgungs-App wie Luca entschieden. Stattdessen sollte eine offene Schnittstelle zum Sormas-IT-System für die Gesundheitsämter beschafft werden: Iris. Die kann von allen Gesundheitsämtern genutzt werden und soll mit unterschiedlichsten Apps kompatibel sein.

Mittlerweile hätten sich 16 von 22 Landkreisen zumindest für Iris registriert, teilte das Sozialministerium auf Anfrage mit. Alle von ihnen hätten zudem die vertraglichen Voraussetzungen für Sormas - auch wenn noch nicht alle Gesundheitsämter damit arbeiteten. Im Altenburger Land ist Iris bereits am Start, wird aber momentan noch nicht genutzt. Eine Verwendung von Apps zur Corona-Nachverfolgung stehe kurz bevor, teilte ein Sprecher mit, auf eine spezifische App wolle man sich jedoch nicht festlegen.

Auch Jena gehörte zu einer der ersten Iris-Pilotanwendern in Thüringen. Nur: "Hier nutzen die Leute eigentlich sowieso nur die Luca App", sagte ein Stadtsprecher. Die Erfahrungen damit seien bislang recht positiv gewesen: Habe es einen Infizierten gegeben, hätte sich das Gesundheitsamt relativ schnell die entsprechenden Daten bei der Luca App freigeben lassen können. Probleme wie in Weimar habe es nicht gegeben.

Einen ganz anderen Weg ist das Gesundheitsamt in Gera gegangen. Dort werde Luca wegen Datenschutzbedenken nicht genutzt, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Monika Jorzik. Tatsächlich mussten die Macher der App in den vergangenen Monaten immer wieder Schwachstellen schließen, die Datenschützer und Aktivisten des Chaos Computer Clubs entdeckt hatten. In Gera werde stattdessen das Portal "Darfichrein" genutzt - allerdings habe es wegen der wenigen Fälle im Sommer noch keine großen Erfahrungswerte gegeben. Die Umsetzung der Iris-Schnittstelle sei derzeit in Planung.

Die Stadt Weimar hatte im Frühjahr vorsichtige Öffnungsschritte in einem Modellprojekt vorgenommen. Die Bedingung des Landes war eine digitale Kontaktnachverfolgung. "Zu dem Zeitpunkt war die Luca App das Mittel der Wahl", sagte die Sprecherin. Die Testlizenzen seien für die Stadt kostenlos gewesen.

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