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Kommunen rüsten Fuhrparks um

Erfurt  

Kommunen rüsten Fuhrparks um

21.08.2021, 09:17 Uhr | dpa

Kommunen rüsten Fuhrparks um. E-Mobilität in Fuhrpark

Ein Ladekabel steckt an einem Elektroauto. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Thüringer Kommunen nehmen immer mehr reine E-Autos in Betrieb, mancherorts verzögert aber der Ausbau der Ladesäulen den Umstieg. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter einigen Kommunen. So bremste etwa in Erfurt und Weimar der nötige Ausbau der Ladeinfrastruktur die Erweiterung des E-Fuhrparks. Neben diese beiden Kommunen wollen beispielsweise auch Städte wie Gera, Jena, Sonneberg und Nordhausen in den kommenden Jahren mehr E-Autos anschaffen.

"Der Aufbau der Ladeinfrastruktur und unseres Mobilitätskonzepts hat einige Zeit in Anspruch genommen", erklärte der Leiter des Amts zentrale Steuerung und Digitalisierung in Weimar, Christian Adolph. Wegen der Coronakrise habe die Fertigstellung der Ladesäulen etwa zehn Monate länger gedauert. Zudem habe die Bekämpfung der Pandemie Mitarbeiterkapazitäten gebunden, die eigentlich für die Erstellung des Mobilitätskonzepts vorgesehen gewesen seien. Zum Ende des Jahres sollen in Weimar aber sieben von dann 17 Autos im Fuhrpark der Zentralverwaltung vollelektrisch fahren. Derzeit gibt es dort laut Adolph drei Hybridfahrzeuge und ein reines E-Auto.

Der Kommunalservice der Stadt Jena hat Sprecher Christian Philler zufolge bereits 18 reine Elektrofahrzeuge und 17 E-Fahrräder in Betrieb, die ausschließlich mit Öko-Strom betrieben werden. Zeitnah soll auch ein elektrisch betriebener Transporter als Testfahrzeug eingesetzt werden. Der Fuhrpark in Jena umfasst laut Philler 66 Autos und 200 Lastwagen, Transporter und Spezialfahrzeuge.

In Erfurt sind die Mitarbeiter der Stadt derzeit in 17 vollelektrischen Kleinfahrzeugen unterwegs, die mit Ökostrom betrieben werden. "Die Stadtverwaltung wird in den kommenden Jahren immer mehr Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gegen alternative Antriebe ersetzen", sagte Sprecherin Heike Dobenecker. Gebremst werde der Umstieg durch die Schaffung der Ladeinfrastruktur und der Verfügbarkeit der gewünschten Fahrzeuge. Derzeit sind in Erfurt noch 285 konventionell angetriebene Fahrzeuge im Einsatz.

Bereits seit drei Jahren sind auch bei der Stadtverwaltung Sonneberg zwei rein elektrische E-Autos in Betrieb. Mittelfristig solle die gesamte aus 26 Fahrzeugen bestehende Flotte auf E-Mobilität umgestellt werden, sagte Stadtsprecherin Cindy Heinkel. Außerdem beschäftige sich die Stadt ausführlich mit dem Thema Wasserstoff.

Die Stadt Gera steht bei der Umrüstung ihrer Fahrzeugflotte noch ganz am Anfang. Dort ist derzeit erst ein Hybridfahrzeug im Einsatz. Zusätzlich zu bereits vorhandenen Diensträdern habe die Stadt 2020 sechs Pedelecs angeschafft. "Unsere Mitarbeiter sind zudem angehalten, vorrangig auf den ÖPNV zurückzugreifen, bei kurzen Dienstgängen Diensträder zu nutzen oder sehr geringe Distanzen zu Fuß zu gehen", sagte Sprecherin Claudia Steinhäußer.

Diesen Ansatz teilen auch die anderen befragten Kommunen. In Nordhausen sind Sprecher Lutz Fischer zufolge drei E-Autos im Einsatz, vor allem als Nutzfahrzeuge für die Grünpflege, zudem 56 Autos mit konventionellem Antrieb.

In den Thüringer Ministerien kommt der Einsatz von E-Autos dagegen langsamer voran. Das Innenministerium hat nach eigenen Angaben aktuell zwei reine E-Autos im Einsatz, das Umweltministerium sogar nur eins. Die interne Kfz-Richtlinie des Landes sei ein Grund für die zögerliche Umsetzung, sagt Jeffrey Ludwig vom Umweltministerium. Diese besage, dass die Mehrkosten für E-Autos maximal 20 Prozent über denen für Verbrenner liegen dürften.

Da Leasingkosten für Verbrenner immer noch sehr niedrig seien, könnten die E-Autos noch nicht die finanziellen Rahmenbedingungen erfüllen. Neun Fahrzeuge - ein Drittel des Bestands des Umweltministeriums - nutzten alternative Antriebe wie Erdgas. Dieses Jahr sollen noch drei E-Autos hinzukommen.

Für die eng getakteten Ministertermine seien die Reichweiten von E-Autos noch nicht ausreichend, erklärte Konstanze Gerling-Zedler vom Landwirtschaftsministerium. Dort seien neben neun Verbrennern zwei sogenannte Mildhybride im Einsatz, die mit Strom aus der hauseigenen Solaranlage betrieben würden. Für Post- und Kurierfahrten sei die Anschaffung eines rein elektrischen Fahrzeugs geplant. Das Wirtschaftsministerium nutzt sechs Verbrenner und vier Hybridfahrzeuge.

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