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300.000 Thüringer sollen für Zensus 2022 befragt werden

Erfurt  

300.000 Thüringer sollen für Zensus 2022 befragt werden

28.09.2021, 11:41 Uhr | dpa

Die Thüringer, ihre Wohnungen und auch ihre Häuser werden gezählt: Beim Statistischen Landesamt sowie in den 22 Kreisen und kreisfreien Städten laufen für die große Erhebung (Zensus 2022) im kommenden Jahr bereits die Vorbereitungen. Das sagte der Präsident des Statistischen Landesamtes, Holger Poppenhäger, am Dienstag in Erfurt. Allein für die stichprobenartige Haushaltsbefragung, bei der es um die Zahl der Einwohner, aber auch um Ausbildung, Erwerbstätigkeit und Arbeitsort geht, sollen im kommenden Jahr 300.000 Thüringer befragt werden.

"Das ist eine erhebliche Zahl und knapp 14 Prozent der Bevölkerung", so Poppenhäger. Thüringen habe zusammen mit Rheinland-Pfalz den höchste Anteil der Bevölkerung, der bei der Haushaltsbefragung angesprochen werde. Der Grund seien viele kleine Orte, für die repräsentative Angaben nur gemacht werden könnten, wenn relativ viele Haushalte befragt würden. Nach den gesetzlichen Regelungen in Bund und Land besteht beim Zensus eine Auskunftspflicht.

"Ausgewählt werden die Haushalte nach einem mathematischen Zufallsverfahren", erklärte der Chef des Landesamtes. Zu Sicherung der Datenqualität gebe es in vier Prozent der ausgewählten Haushalt noch eine zweite Befragung.

Wichtig seien die Ergebnisse der Bevölkerungserhebung unter anderem dafür, wie viel Geld Land und Kommunen über die verschiedenen Finanzausgleichsysteme in ihre Kassen bekommen. Die Höhe der Zahlungen vom Bund an das Land und vom Land an die Kommunen richtet sich nach Einwohnerzahlen. Der Zensus, zu dem auch eine Gebäude- und Wohnungszählung gehöre, liefere "verlässliche Basisdaten, die Entscheidungsgrundlage für Verwaltung, Politik und Wirtschaft sind", sagte Poppenhäger. Die Befragung würde angekündigt, viele Daten könnten über das Internet übermittelt werden.

Die Gesamtkosten für die Zensus-Erhebung in Thüringen bezifferte der Behördenleiter auf 29 Millionen Euro. Allein im Statistischen Landesamt würden dafür innerhalb von zwei Jahren 40 Mitarbeiter beschäftigt. 8,8 Millionen Euro von der Gesamtsumme entfielen auf die Einrichtung und den Betrieb der 22 kommunalen Erhebungsstellen.

Für die Gebäude- und Wohnungszählung werden den Angaben zufolge in den kommenden Wochen bereits rund 150.000 Briefe an Eigentümer und Verwalter für eine Vorbefragung verschickt. Sie diene als Testlauf, ob Anschriften und Eigentümernamen richtig sind. "Heute sind die ersten 40.000 auf den Weg gegangen", sagte eine Mitarbeiterin des Landesamtes. Die Erhebung folge dann wie bei der Haushaltsbefragung im kommenden Jahr. Beim jüngsten Zensus 2011 waren in Thüringen 537.000 Gebäude mit 1,2 Millionen Wohnungen und 573.000 Eigentümern erfasst worden.

Die jetzt Angeschriebenen sind laut Landesamt aufgefordert, die Korrektheit von Angaben zu ihren Gebäude- und Wohnungsbeständen zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren, bevor im Mai 2022 mit der eigentlichen Gebäude- und Wohnungszählung begonnen werden kann.

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