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Geringe Resonanz auf Angebot der EKM f├╝r Diktaturopfer

Von dpa
29.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Anerkennungsverfahren f├╝r Opfer der SED-Diktatur
Eine Zellent├╝r der Gedenkst├Ątte Berlin-Hohensch├Ânhausen. (Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Rund ein halbes Jahr nachdem die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ein Anerkennungsverfahren f├╝r Opfer der SED-Diktatur gestartet hat, ist die Resonanz gering. Derzeit w├╝rden zehn F├Ąlle bearbeitet, teilte der f├╝r die Seelsorge f├╝r Diktaturopfer zust├Ąndige Pfarrer Christian Dietrich mit. "Offensichtlich haben einige Betroffene noch nicht erfahren, dass sie sich bei der Ombudsfrau f├╝r das Anerkennungsverfahren melden k├Ânnen."

Mit dem neuen Anerkennungsverfahren will die EKM Verantwortung gegen├╝ber Menschen ├╝bernehmen, die w├Ąhrend der SED-Diktatur in kirchlichen Kreisen zu Opfern wurden. Es geht um Menschen, die aus politischen Gr├╝nden drangsaliert und in ihren Kirchen disziplinarisch belangt wurden sowie um solche, die durch Verrat aus kirchlichen Kreisen inhaftiert, gedem├╝tigt, traumatisiert oder zur Ausreise gedr├Ąngt wurden.

Bei den bisherigen zehn Verfahren geht es Dietrich zufolge etwa um Menschen, denen eine Ausbildung oder eine Anstellung verweigert wurde im Zusammenhang mit einem von der SED gesteuerten Zersetzungsprozess. "Entweder erhielten die Betreffenden keinen Ausbildungsplatz in einer kirchlichen Einrichtung oder ihnen wurden w├Ąhrend der Ausbildungsphase gek├╝ndigt."

Ein besonderes Feld seien die sogenannten Freigabeverfahren, durch die entschieden worden sei, welche Konsequenzen ein Ausreiseantrag f├╝r die betreffende Pfarrerin oder Pfarrer haben sollte. Dabei sei es um den Verlust oder die Aussetzung der Ordinationsrechte gegangen.

Dass es bislang nur eine ├╝berschaubare Zahl von F├Ąllen gibt, erkl├Ąrte Dietrich zum einen mit mangelnder Information, es gebe aber auch einige Betroffene, die bereits vor der Er├Âffnung des Verfahrens eine Form der Anerkennung gefunden h├Ątten. Andere wollten ihre Verletzungen nicht erneut thematisieren und h├Ątten f├╝r sich "damit abgeschlossen".

Betroffene k├Ânnen bis zum 30. April 2023 Antr├Ąge stellen. M├Âglich ist laut EKM eine einmalige Anerkennungsleistung beziehungsweise eine ├Âffentliche Anerkennung und W├╝rdigung. Es sei ein Budget in H├Âhe von 500.000 Euro in den Haushalt eingestellt worden. Als Ombudsperson zur Unterst├╝tzung von Antragstellern wurde Hildigund Neubert beauftragt.

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