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Lehrer kritisieren QuarantÀne-Praktiken: Testen bleibt

Von dpa
16.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Schule
Ein Fenster einer an einer Schule ist zum LĂŒften geöffnet. (Quelle: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild/Symbolbild/dpa-bilder)
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Erfurt (dpa/th) – Lehrervertreter haben das uneinheitliche Vorgehen der ThĂŒringer GesundheitsĂ€mter bei Corona-QuarantĂ€neanordnungen fĂŒr SchĂŒler kritisiert. Die Ämter trĂ€fen bei vergleichbaren FĂ€llen immer wieder unterschiedliche Entscheidungen, zum Beispiel ĂŒber die QuarantĂ€nedauer, sagten die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft (GEW), Kathrin Vitzthum, und der Vorsitzende des ThĂŒringer Lehrerverbandes, Rolf Busch, der Deutschen Presse-Agentur.

Besonders krass lasse sich dies beobachten, wenn es einen bestĂ€tigten Corona-Fall in einer Klasse gegeben habe und fĂŒr die Kontaktpersonen des betroffenen SchĂŒlers verschiedene GesundheitsĂ€mter zustĂ€ndig seien, weil sie in unterschiedlichen Landkreisen wohnten, sagte Busch. "Ich formuliere es ĂŒberspitzt: Der eine war der rechte Banknachbar, der andere der linke Banknachbar – dann muss der eine in QuarantĂ€ne, der andere gar nicht."

Sie kenne auch solche FĂ€lle, bestĂ€tigte Vitzthum. Besonders betroffen davon seien die Berufsschulen, in deren Klassen SchĂŒler aus verschiedenen Regionen sitzen, fĂŒr die verschiedene GesundheitsĂ€mter zustĂ€ndig sind. Unterschiedliche Entscheidungen der GesundheitsĂ€mter der Landkreise oder kreisfreien StĂ€dte bei gleich gelagerten FĂ€llen seien fĂŒr die Betroffenen und deren Angehörige kaum nachzuvollziehen und erschwerten es Lehrern, ihren Unterricht planbar zu gestalten.

In ThĂŒringen sind die Regeln zur Dauer der QuarantĂ€ne inzwischen an die Bund-LĂ€nder-BeschlĂŒsse angepasst worden. FĂŒr Kontaktpersonen von Infizierten, die nicht durch Impfung oder ĂŒberstandene Infektion geschĂŒtzt sind, dauert sie zehn Tage. Bei MĂ€dchen und Jungen unter 18 Jahren ist bei einem negativen Test eine VerkĂŒrzung auf fĂŒnf Tage erlaubt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben die GesundheitsĂ€mter im Einzelfall jedoch einen Ermessensspielraum.

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Zuletzt hatte es auch von Lehrervertretern Forderungen gegeben, die Testfrequenz an den Schulen zu erhöhen und auch PCR-Tests einzusetzen. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte angekĂŒndigt, zumindest fĂŒr das zweite Schulhalbjahr eine Ausweitung der Corona-Tests an Schulen prĂŒfen zu wollen. Nach Angaben eines Sprechers soll es aber zunĂ€chst bei zwei Antigen-Schnelltests in der Woche bleiben. "Derzeit sind keine Änderungen am Testregime an ThĂŒringer Schulen geplant", sagte er und verwies auf die aktuelle Beschaffungssituation.

Die Schulen bleiben nach Angaben des Bildungsministeriums grĂ¶ĂŸtenteils weiter im PrĂ€senzunterricht; derzeit sei keine geschlossen. Bei etwa 70 der 972 Schulen im Freistaat gebe es EinschrĂ€nkungen im Lehrbetrieb. Diese arbeiteten etwa mit festen Lerngruppen, Wechselunterricht oder Distanzunterricht fĂŒr einzelne Klassenstufen. Die Schulleiter sollen seit Anfang des Jahres selbst entscheiden, wie sie den Unterricht organisieren.

Dass die Schulen inzwischen selbst entscheiden können, ob sie eine Klasse in Distanzunterricht schicken oder nicht, sei vor dem Hintergrund der QuarantĂ€ne-Entscheidungen eine echte Erleichterung, sagte Busch. Wenn es in einer Klasse einen oder mehreren Corona-FĂ€lle gegeben habe, könne ein Schulleiter fĂŒr diese Klasse Unterricht aus der Ferne anordnen, um mögliche Infektionsrisiken zu senken. Ohnehin seien die GesundheitsĂ€mter seit langem mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Infizierten ĂŒberfordert.

Der Gesamtelternsprecher des Freistaats, Roul Rommeiß, sagte, nach seiner EinschĂ€tzung sei es einerseits durchaus richtig, dass die GesundheitsĂ€mter der Kommunen fĂŒr unterschiedlich gelagerte KontaktfĂ€lle auch unterschiedliche QuarantĂ€ne-Anordnungen trĂ€fen. "Oftmals fehlt es aber an einer guten Darstellung, warum nun in diesem Fall so und in einem anderen Fall so entschieden wird." Problematisch sei indes, wenn in vergleichbaren FĂ€llen unterschiedliche GesundheitsĂ€mter unterschiedliche Entscheidungen trĂ€fen.

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