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Bürgermeister macht Wiederaufbauvorschläge für Ahrregion

Mainz  

Bürgermeister macht Wiederaufbauvorschläge für Ahrregion

22.07.2021, 16:59 Uhr | dpa

Für den Wiederaufbau des vom Hochwasser schwer zerstörten Ahrtals sind nach Ansicht des Sinziger Bürgermeisters Andreas Geron (parteilos) Ingenieure und Verwaltungskräfte für jede Kommune notwendig. "Wir brauchen Hilfe: Geld, Manpower, Fachkräfte, Ingenieure, die zeitgleich im Ahrtal 20, 30 Brücken bauen", forderte Geron am Donnerstag in Mainz. "Vier Landesbeamte in jeder betroffenen Kommune wären ideal, um diese massiven Schäden schnell zu beheben. Am besten sei es, jeder Kommune einen Ingenieur für fünf bis zehn Jahre zuzuweisen, bezahlt vom Land, sowie eine Verwaltungskraft für Förderanträge. Der CDU-Oppositionsführer Christian Baldauf habe zu Recht von der "Stunde null" gesprochen.

In der Region Sinzig lebten seit einer Woche mehr als 10 000 Menschen in zerstörten oder beschädigten Häusern - ohne Wasser und Strom. Familien schliefen im 1. Stock ihrer beschädigten Häuser ohne abschließbare Haustür, berichtete der Bürgermeister der verbandsfreien Stadt mit rund 18 000 Einwohnern, in der die Ahr in den Rhein fließt.

"Die Ahr ist mittlerweile verseucht", sagte Geron. Das werde zu Krankheiten wie Magen-Darm-Problemen führen. Das Klärwerk für rund 130 000 Einwohner laufe nicht mehr und das verseuchte Wasser laufe in den Rhein. Kanäle seien verstopft, verschmutzt und teilweise gebrochen. "Kanalbau ist richtig teuer."

"Die Verkehrsinfrastruktur ist ein Riesenproblem." Von drei Brücken sei nur noch die am schlechtesten gelegene nutzbar. Die Strecke der Ahrtalbahn "existiert nicht mehr". Dazu kämen Infrastrukturprobleme. Die Menschen könnten etwa keine Lufttrockner mehr kaufen und bestellten diese online, aber sie würden nicht verschickt, weil sie nicht zustellbar seien.

Ein anderes großes Problem seien Fakenews wie die falschen Warnungen vor einer zweiten Flutwelle. An die Corona-Regeln - Abstand und Maske - sei bei den Arbeiten der Hilfskräfte nicht zu denken.

"Es ist sehr beeindruckend, was das Land organisiert und plant, um uns zu helfen", sagte Geron. Mit der Aufhebung der Vergaberichtlinie hätte die Stadt eine Wasserleitung beauftragen können, die zwei Meter unter der bisherigen verlaufen solle. "Das hätte sonst eineinhalb Jahre gedauert."

"Wir haben massive Hilfe erhalten", sagte Geron auch mit Blick auf viele freiwillige Helfer. In seinem eigenen Keller habe ein Iman mit 15 Helfern dazu beigetragen, dass sechs Container Müll entsorgt werden konnten.

"Wir konnten in keinster Weise mit einer solchen Wassermasse rechnen", betonte Geron. In der Region herrsche Unverständnis über die Debatte, wer schuld habe. "Das war zunächst eine Naturkatastrophe." Es gelte trotz der vielen Toten nach vorne zu blicken. Die Krisenstäbe hätten "sehr, sehr schnell eine Struktur aufgebaut". "Da kann man niemanden einen Vorwurf machen. Das ist eine Situation, da hilft auch kein Katastrophenplan."

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