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Fahrplanwechsel: Neue Züge, Busse und eine U-Bahn

Von dpa
10.12.2021Lesedauer: 3 Min.
S-Bahn
Eine S-Bahn fährt über die Gleise. (Quelle: Matthias Balk/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Elektrifizierte Bahnstrecken, eine neue S-Bahn, eine kurze U-Bahn und viele neue Verbindungen - davon sollen Bus- und Bahnfahrer in Baden-Württemberg mit dem Wechsel zu einem neuen Fahrplan am Sonntag profitieren. Vor allem der Süden des Landes könne sich über bessere Anbindungen freuen, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Stuttgart. "Zwei neu elektrifizierte Strecken, drei neue Regiobuslinien und damit ein deutlich attraktiverer ÖPNV."

Auch der Landesvorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Matthias Lieb, sah im Vorfeld viele Verbesserungen. "Dennoch ist in vielen Landesteilen noch viel zu tun, gibt es immer noch Defizite beim verlässlichen Stundentakt abends und am Wochenende." Das gelte zum Beispiel für die Regionen Hohenlohe und Schwarzwald. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Elektrifizierte Südbahn: Nach gut vier Jahren Bauzeit steht die Südbahn von Ulm über Friedrichshafen nach Lindau unter Strom. Von Sonntag an sind dort elektrische Züge unterwegs - zwischen Friedrichshafen und Ulm sind halbstündliche Verbindungen geplant. In Lindau soll es zudem bessere Anschlüsse an Fernzüge nach München und Zürich sowie zur S-Bahn nach Österreich geben. Auf der Südbahn fährt mit dem "RailJet" zudem ein Fernzug täglich nach Frankfurt und Wien.

Regio-S-Bahn Donau-Iller: Unter dem Namen Regio-S-Bahn sind mit dem neuen Fahrplan viele Nahverkehrszüge rund um Ulm in Baden-Württemberg und Bayern unterwegs. Unter anderem nach Aalen, Munderkingen und Biberach sollen künftig morgens und abends mehr Züge unterwegs sein. In den Stoßzeiten sollen zusätzliche Triebwagen mehr Platz bieten. In den kommenden Jahren soll die Regio-S-Bahn erweitert werden.

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Neue Buslinien: Vom 12. Dezember an sind im Südwesten fünf neue Regiobuslinien unterwegs - zum Beispiel von Wangen nach Isny im Allgäu, vom rheinland-pfälzischen Speyer zum Bahnhof Wiesloch/Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis und vom hohenlohischen Dörzbach nach Möckmühl (Landkreis Heilbronn).

Eine U-Bahn für Karlsruhe: Zum 11. Dezember, also einen Tag vor dem Fahrplanwechsel, geht in Karlsruhe eine der kürzesten U-Bahnen Deutschlands in Betrieb. Statt im Minutentakt durch die Fußgängerzone soll ein Teil der Stadtbahnen dann in einem Tunnel darunter rollen, ein anderer Teil auf einer neuen Trasse der südlich verlaufenden Kriegsstraße. Der Nahverkehr soll so pünktlicher und sicherer werden.

ICEs statt Intercitys: Die Bahn lässt auf den Strecken von Frankfurt und Karlsruhe über Stuttgart und Ulm nach München mehr ICEs fahren statt Intercity-Zügen. Für die Fahrgäste bedeute dies zwar einen höheren Fahrkomfort, dafür aber auch teurere Tickets und weniger Platz für Fahrräder, kritisiert der VCD. Außerdem würden dadurch Halte in Plochingen und Göppingen wegfallen.

Mehr Metropolexpress-Verbindungen: Im Großraum Stuttgart sollen mit Gültigkeit des neuen Fahrplans vor allem an Sonntagen und nachts mehr Metropolexpress-Züge unterwegs sein. Fahrgäste in Richtung Aalen und Ulm müssen bei einigen Verbindungen zudem nicht mehr umsteigen, um in die Landeshauptstadt zu kommen.

Neue Züge zwischen Singen und Basel: Auf der Hochrheinbahn sollen Bahnfahrer künftig mehr Platz haben und bequemer einsteigen können. Dazu werden dort von Sonntag an bei vielen Verbindungen statt Neigetechnik-Triebwagen Züge mit Doppelstockwagen eingesetzt.

Mehr Bahnen nach Rheinland-Pfalz und Hessen: Von Mannheim aus können vor allem Pendler von Sonntag an öfter von Mannheim in Richtung Mainz (halbstündlich) und Bensheim (stündlich) fahren. Auf diesen Strecken sei "das bestmögliche Angebot, das mit der bestehenden Infrastruktur überhaupt möglich ist", teilte das Verkehrsministerium mit.

Pendler-Probleme am Bodensee: Unter der Zug-Umstellung auf der Hochrheinbahn und der Elektrifizierung der Südbahn leiden Fahrgäste auf der Bodenseegürtelbahn: Auf der Strecke zwischen Singen und Friedrichshafen werden die Verbindungen vor allem für Pendler morgens schlechter. Dem Verkehrsministerium zufolge laufen Gespräche darüber, wie das noch verbessert werden könnte.

Höhere Preise: Zum Fahrplanwechsel müssen viele Bahnfahrer mehr zahlen. Im Fernverkehr erhöht die Bahn die Preise ab 12. Dezember im Schnitt um 1,9 Prozent. Für das kommende Jahr haben auch viele Verkehrsverbünde höhere Preise im Nahverkehr angekündigt. So sollen die Ticketpreise im Verkehrsverbund Stuttgart um 2,5 Prozent steigen.

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