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Antisemitismus in Schulb├╝chern bleibt Dauerthema

Von dpa
21.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Schulunterricht
Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sitzen w├Ąhrend des Unterrichts in ihrem Klassenzimmer. (Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa/Illustration/dpa-bilder)
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Auch wenn es kaum Beanstandungen gibt, besch├Ąftigt das Thema Antisemitismus in Schulb├╝chern die Politik. Der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung, Michael Blume, verweist auf "erheblichen Reformbedarf sowie starke Fortbildungs- und Beratungsw├╝nsche von Lehrer- und Sch├╝lerschaft". Das Zentrum f├╝r Schulqualit├Ąt und Lehrerbildung (ZSL) Baden-W├╝rttemberg hat mit Blick auf die Darstellung von Juden und des Judentums Lehrwerke ├╝berpr├╝ft. Keines der Schulb├╝cher vertritt oder bekr├Ąftigt laut der Begutachtung antisemitische Haltungen oder zeigt solche Tendenzen. Die SPD im Landtag fordert dennoch mehr Engagement des Kultusministeriums.

Nach einem Gespr├Ąch mit mehr als 30 Experten - unter anderem von Verlagen und dem Zentralrat der Juden - hatte das ZSL den Auftrag zur Untersuchung vom Kultusministerium bekommen. In die Stichprobe kamen Geschichts-, Gemeinschaftskunde- und Ethiklehrwerke, wie der Leiter der Abteilung f├╝r allgemeinbildende Schulen, Michael Kilper, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart erl├Ąuterte.

"Die Darstellungen des Judentums sind ├╝berwiegend fachlich korrekt und angemessen differenziert", teilte Kilper mit. In sehr geringem Umfang seien unsensible Darstellungen beziehungsweise Passagen identifiziert worden, "die der Entstehung von Vorurteilen nicht in der w├╝nschenswerten Entschiedenheit vorbeugen". Zu Details der Darstellungen machte er allerdings keine Angaben.

Auch eine j├╝ngst ver├Âffentlichte Antwort des Kultusministeriums auf einen Antrag der Landtags-SPD nennt lediglich sechs Beschwerden gegen zugelassene Schulb├╝cher im Zusammenhang mit dem Thema Antisemitismus in den vergangenen f├╝nf Jahren - ohne ins Detail zu gehen. In diesem Jahr sollten Gutachterinnen und Gutachter der Schulbuchzulassung im Zuge regelm├Ą├čiger Weiterqualifizierungen speziell f├╝r das Thema Antisemitismus geschult werden, hei├čt es in der Stellungnahme.

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Ziel ist es demnach, Verlage schon w├Ąhrend des Entstehungsprozesses der Lehrwerke noch st├Ąrker zu sensibilisieren. So sollten Pr├╝ffragen in einem Merkblatt der Schulbuchzulassung bei der n├Ąchsten ├ťberarbeitungsrunde erg├Ąnzt werden. Zu drei Werken, die laut der Begutachtung durch das ZSL kritische Darstellungen enthalten, w├╝rden die Verlage informiert und darauf hingewiesen, "diese Aspekte in Folgeauflagen und k├╝nftigen Lehrwerken zu ber├╝cksichtigen".

Der SPD ist das zu wenig: "Leider haben wir den Eindruck, dass das Kultusministerium im Kampf gegen antisemitische Stereotype in Schulb├╝chern nicht die notwendigen Akzente setzten m├Âchte", sagte der Abgeordnete Jonas Weber am Freitag. "Der n├Âtige Wille zu Verfahrens├Ąnderungen bei der Schulbuchzulassung ist nicht zu erkennen." Es sei wichtig, Kinder und Jugendliche st├Ąrker zu sensibilisieren. "Und wir alle m├╝ssen mit unserer konsequenten Haltung gegen Antisemitismus Vorbilder sein", so Weber. Auch der Antisemitismusbeauftragte m├╝sse intensiver eingebunden werden.

Blume selbst geht davon aus, unmittelbar nach der Corona-Pandemie an den Dialog mit Ministerium und ZSL ankn├╝pfen zu k├Ânnen. "Auch aufgrund von digitaler Radikalisierung und von Zuwanderung bleiben Vorurteile und Verschw├Ârungsmythen eine erhebliche Herausforderung an unseren Schulen, mit der wir sie nicht alleine lassen d├╝rfen", erkl├Ąrte der Fachmann. "Die ├╝berdurchschnittlich hohe Impfverweigerung im Alpenraum hat gezeigt, wie lebendig und gef├Ąhrlich Verschw├Ârungsglauben auch bei uns noch immer ist."

ZSL-Pr├Ąsident Thomas Riecke-Baulecke hatte das Thema Antisemitismus in Schulb├╝chern anl├Ąsslich der Begutachtung seinerzeit mit Blick etwa auf Angriffe auf Rabbiner als "brandaktuell" bezeichnet. "Das Schulbuch ist ein ganz wichtiges Medium, um sich damit auseinanderzusetzen." Manchmal komme es dabei auf Details an - wenn zum Beispiel j├╝disches Leben und j├╝dische Kultur auf Sonderseiten gesammelt w├╝rden und somit eine Sonderstellung bek├Ąmen. Oder wenn Juden mit Gesichtsz├╝gen dargestellt w├╝rden, die an Affen erinnern.

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