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Hobbylyriker Wolf: Debatte um Parlamentspoet unpassen

Von dpa
23.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Guido Wolf
Guido Wolf (CDU) gibt ein Interview. (Quelle: Christoph Schmidt/dpa/Bildarchiv/dpa-bilder)
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Der CDU-Politiker und Hobbydichter Guido Wolf (60) h├Ąlt die von den Gr├╝nen angesto├čene Diskussion um einen Parlamentspoeten angesichts der Corona-Krise f├╝r deplatziert. "Das ist einfach unpassend", sagte der fr├╝here baden-w├╝rttembergische Justizminister der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. In einer Pandemie, in der Unternehmen um ihre Existenz k├Ąmpften und viele Menschen vor allem zuhause sitzen m├╝ssten, sei eine solche Debatte einfach schr├Ąg. Seit die gr├╝ne Bundestagsvizepr├Ąsidentin Katrin G├Âring-Eckardt (Gr├╝ne) die Anregung dreier Autorinnen und Autoren aufgegriffen hat, wird die Idee entweder gelobt oder verrissen.

Wolf, der selbst vor vielen Jahren einen Gedichtband mit dem Titel "Politikergeschw├Ątz oder die Kunst des richtigen Tons" herausgebracht hat, h├Ąlt es grunds├Ątzlich f├╝r richtig, wenn in der Politik auch mal gereimt wird. "Ich bin schon der Meinung, dass Politik gelegentlich Sinn f├╝r Humor haben muss." Er habe die Erfahrung gemacht, dass dadurch auch mal Konflikte entspannt werden k├Ânnen. "Das kann durch einen passenden Reim gelingen." Doch die Situation m├╝sse passen und man brauche viel Fingerspitzengef├╝hl.

Der ehemalige Landtagspr├Ąsident (2011-2015) und CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2016 sieht die Abgeordneten selbst in der Pflicht, Debatten etwa mit einer Prise Humor oder Selbstironie interessanter zu gestalten. "Jeder Politiker hat es selbst in der Hand, sich mal selbst aufs Korn zu nehmen oder die Dinge nicht zu ernst zu nehmen." Eine Parlamentspoetin oder einen Parlamentspoeten brauche man nicht. "Das muss man nicht zentralisieren", sagte Wolf.

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Er selbst habe zu Corona noch kein Gedicht oder Limerick zustande gebracht. Um aus dem Stegreif zu reimen, geh├Âre eine Portion Grundhumor dazu. "Der fehlt mir gerade", sagte der Tuttlinger Abgeordnete, der seit 2006 im Landtag sitzt. Sein Buch "Politikergeschw├Ątz" stammt aus dem Jahr 1998, da war Wolf noch B├╝rgermeister in N├╝rtingen (Kreis Esslingen).

Aus dem 80-Seiten-Band stammt folgender Reim, mit der der CDU-Mann den politischen Diskurs aufs Korn nimmt: "Sagt ein Schwarzer mal zu dir: "Zwei und noch mal zwei gibt vier", musst als Roter du verneinen, dir zuliebe und den Deinen. Stellt dann aber tags darauf Rot die Gegenthese auf, die alleine richtig sei: "Vier besteht aus eins und drei", protestiert aus reinem Sport, Schwarz und widerspricht sofort. Meldet sich auf off'ner B├╝hne jetzt auch schlie├člich noch der Gr├╝ne, komplettiert das ganze Spiel: "Vier mal eins gibt grad so viel", kontert Gelb vom Zorn getrieben: "Unsinn, vier ist elf weg sieben." Dies erkl├Ąrt zu jeder Frist, was politisch logisch ist."

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