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Wann am häufigsten eingebrochen wird

t-online, rw

Aktualisiert am 24.12.2017Lesedauer: 3 Min.
Einbrecher schlagen keinesweg vor allem nachts zu.
Einbrecher schlagen keinesweg vor allem nachts zu. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Eingebrochen wird vor allem nachts und in Ferienzeiten. Wer diese weit verbreiteten Einbruch-Mythen glaubt, sitzt einem Irrtum auf. Nicht einmal 15 Prozent aller EinbrĂĽche werden in den Nacht- und frĂĽhen Morgenstunden verĂĽbt. Auch in den Sommerferien-Monaten gehen die Fallzahlen kaum hoch.

Im Gegenteil: Laut dem Einbruch-Report 2015, einer Studie zu WohnungseinbrĂĽchen, die das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durchgefĂĽhrt hat, wird im Juli sogar am wenigsten eingebrochen. Nicht einmal fĂĽnf Prozent aller EinbrĂĽche entfallen demnach auf den Sommermonat.

In diesen Monaten wird am meisten eingebrochen

In den beiden folgenden Ferienmonaten August und September steigen die Zahlen nur moderat auf knapp sieben beziehungsweise gut acht Prozent an.

Hochkonjunktur haben Einbrecher hingegen im Spätherbst und Winter – besonders bevorzugt wird dann in Einfamilienhäusern eingestiegen. In der Vormittagszeit (10 bis 13 Uhr) sind eher Mehrfamilienhäuser das Ziel Krimineller. Mehr als jeder sechste Einbruch (16,8 Prozent) wurde allein im Dezember verübt. Rund die Hälfte aller Einbrüche entfallen auf nur vier Monate – Oktober, November, Dezember und Januar.

EinbrĂĽche nach Monaten

Der ausfĂĽhrliche Einbruch-Report weist folgende prozentuale Verteilung der Einbruchzahlen aus:

Januar: 8,6 %
Februar: 6,3 %
März: 5,9 %
April: 5,8 %
Mai: 7,8 %
Juni: 6,4 %
Juli: 4,8 %
August: 6,9 %
September: 8,2 %
Oktober: 11,1 %
November: 11,4 %
Dezember: 16,9 %

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Zu diesen Uhrzeiten schlagen Einbrecher zu

Außerdem zeigt der Report ganz deutlich, dass sich Einbrecher vom Tageslicht nicht abschrecken lassen. Über die Hälfte aller Einbrüche wird zwischen 10 und 18 Uhr verübt (57,9 Prozent). Einbrecher scheuen die Begegnung mit den Bewohnern. Deshalb schlagen sie lieber zu, wenn voraussichtlich niemand zuhause ist.

Diese prozentuale Verteilung nach Uhrzeiten nennt der Einbruch-Report:

0 bis 2 Uhr: 3,8 %
2 bis 4 Uhr: 5,8 %
4 bis 6 Uhr: 1,6 %
6 bis 8 Uhr: 0,4 %
8 bis 10 Uhr: 3,6 %
10 bis 12 Uhr: 13,6 %
12 bis 14 Uhr: 16,8 %
14 bis 16 Uhr: 9,5 %
16 bis 18 Uhr: 18,0 %
18 bis 20 Uhr: 13,2 %
20 bis 22 Uhr: 10,3 %
22 bis 24 Uhr: 3,3 %

So kommen Einbrecher in Haus und Wohnung

"Das Risiko, Einbruchopfer zu werden, ist in Einfamilienhäusern und Erdgeschosswohnungen von Mehrfamilienhäusern besonders hoch", analysiert der Einbruch-Report.

In Einfamilienhäuser dringen die Täter fast immer über normale Fenster (40,4 %), Fenstertüren (40,7 %) und Kellerfenster (4,5 %) ein. Wirksamen Schutz bietet mechanische Sicherheitstechnik. Mit Aufschraubsicherungen oder Pilzkopfzapfenbeschlägen lassen sich auch alte Fenster und Fenstertüren einbruchsicher machen.

In Mehrfamilienhäusern sind die Wohnungstüren der häufigste Angriffspunkt. 55,8 Prozent aller Täter verschaffen sich über sie Zugang zu den Wohnungen ihrer Opfer. Über Fenstertüren (23,2 %) und Fenster (18,6 %) wird in Mehrfamilienhäusern am zweit- und dritthäufigsten eingebrochen – dann vor allem in Erdgeschosswohnungen, weil man die Fenster dort gut erreichen kann.

Für den Einbruch reicht den Kriminellen laut Einbruch-Report 2016 meistens die Gelegenheit sowie rohe Gewalt. Beliebt sind vor allem Schraubendreher und sonstige Gegenstände, die einfach transportiert werden können und zugleich stabil und effektiv sind.

Den Einbruchschutz von Wohnungstüren kann man mit mechanischen Türsicherungen verbessern, wobei man auf gute Produkte achten muss. Nicht alle taugen etwas, wie ein Test von nachrüstbaren Türsicherungen zeigte. Hilfe bei der Einbruchsicherung von Haus und Wohnung erhält man kostenlos bei den polizeilichen Beratungsstellen.

Einbruchhochburgen in Deutschland

Regional wird am häufigsten in westdeutschen Großstädten eingebrochen, abgesehen von Berlin ist das Risiko im Osten Deutschlands vergleichsweise gering.

Das wird gerne gestohlen

Gestohlen wird laut aktuellem Report vor allem, was sich einfach und schnell verkaufen lässt. Das sind vor allem Schmuck und Uhren (57,5 Prozent), aber auch elektronische Kleingeräte (31 Prozent) wie zum Beispiel Handys. Laptops (28,9 Prozent) sind ebenfalls sehr beliebt. Bargeld (48,6 Prozent) liegt auf Platz zwei.

Um die entsprechende Beute zu finden, verwüsten die meisten Kriminellen die Wohnung – das ist bei jedem zweiten Einbruch der Fall. In 41 Prozent der Einbrüche findet keine Verwüstung statt. Dies kann sicherlich auch damit zusammenhängen, dass 42,6 Prozent der Tatverdächtigen mit mindestens einer Person des geschädigten Haushalt bekannt oder verwandt sind und sich daher in den Räumlichkeiten weitestgehend auskennen.

Einbruchrisiko nach Bundesländern

Auch unter den Bundesländern führt das kleine Bremen die Liste der häufigsten Einbrüche mit 535,4 Fällen pro 100.000 Einwohner an. Den zweiten Platz nimmt Hamburg ein (510,9 Fälle), den dritten Platz Nordrhein-Westfalen (353,6 Fälle). Häufig eingebrochen wird auch in Berlin (340,5 Fälle). Es folgen Schleswig-Holstein (298,7 Fälle), das Saarland (246,4 Fälle), Niedersachsen (211,8 Fälle), Hessen (190,3 Fälle), Brandenburg (180,5 Fälle), Rheinland-Pfalz (177,6 Fälle), Sachsen-Anhalt (125,0 Fälle), Baden-Württemberg (114,4 Fälle) und Sachsen (105,0 Fälle).

Am geringsten ist das Einbruchsrisiko in Bayern (58,9 Fälle), Thüringen (68,5 Fälle) und Mecklenburg-Vorpommern (95,1 Fälle).

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