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Wie hoch ist ein normaler Wasserverbrauch wirklich?


Themenwoche Energiesparen
Wie hoch ist ein normaler Wasserverbrauch?

  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 25.01.2024Lesedauer: 3 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Heißwasserzähler: Zusätzlich zum Frischwasser kostet auch die Warmwasseraufbereitung Geld.Vergrößern des Bildes
Heißwasserzähler: Zusätzlich zum Frischwasser kostet auch die Warmwasseraufbereitung Geld. (Quelle: andrei_md/getty-images-bilder)

Wer Wasser spart, tut etwas für die Umwelt und schont seinen Geldbeutel. Aber welcher Wasserverbrauch ist noch normal? Und warum ist übermäßiges Wassersparen gar nicht so gut?

Es ist leicht, den eigenen Wasserverbrauch zu reduzieren: Beim Einseifen der Hände und Putzen der Zähne nicht das Wasser laufen lassen, die Stopp-Taste der Toilettenspülung nutzen oder Geschirr und Gemüse nicht unter fließendem Wasser, sondern in einer Schale reinigen. Trotz der Wasserspartipps haben einige das Gefühl, den Verbrauch noch weiter reduzieren zu müssen. Wo ist Wassersparen sinnvoll? Und wie hoch ist der Wasserverbrauch pro Kopf im Durchschnitt in Deutschland?

Wasserverbrauch im Vergleich

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf und Tag im Jahr 2021 in Deutschland bei 127 Litern. 2017 waren es noch knapp 123 Liter. Am meisten Trinkwasser wird für die Körperpflege, wie zum Beispiel Duschen und Baden (36 Prozent), für die Toilettenspülung (27 Prozent) sowie zum Wäschewaschen (12 Prozent) verbraucht. Der wichtigste Grund für diesen Anstieg sei die trockene Witterung der vergangenen Jahre, erklärt der BDEW.

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Der Wasserverbrauch ist jedoch auch von der Größe des Haushaltes abhängig:

  • So fließen in einem Singlehaushalt täglich durchschnittlich 129 Liter Trinkwasser durch die Leitung.
  • In einem Zweipersonenhaushalt liegt der Wasserverbrauch bei durchschnittlich 93 Kubikmetern im Jahr – etwa 254 Litern pro Tag.
  • Drei Personen nutzen jährlich rund 140 Kubikmeter – etwa 381 Liter pro Tag.
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Der Wasserverbrauch eines Haushalts steigt nicht proportional zur Personenanzahl. Das liegt unter anderem daran, dass beispielsweise der Wasserverbrauch für die Gebäudereinigung oder für die Bewässerung der Pflanzen nicht an die Personenzahl gekoppelt ist.

So viel kostet der Wasserverbrauch

Durchschnittlich liegen in Deutschland die Kosten für einen Liter kaltes Trinkwasser bei 0,2 Cent – zwei Euro pro Kubikmeter. Je nachdem, in welchem Bundesland das Wasser verbraucht wird, können diese jedoch höher oder geringer ausfallen. Auch von Region zu Region kann sich der Wasserpreis unterscheiden.

Wichtig zu wissen ist, dass sich der Wasserpreis nicht nur auf das Frischwasser, sondern auch auf das Abwasser bezieht – für Letzteres erheben die Wasserversorger ebenfalls Gebühren. Sie beziehen sich sowohl auf das entnommene Frischwasser als auch auf das Niederschlagswasser. Dadurch erhöht sich der Preis für einen Liter Wasser auf 0,43 Cent.

Demnach zahlt ein Singlehaushalt etwa 57 Euro, ein Zweipersonenhaushalt knapp 112 Euro und ein Dreipersonenhaushalt rund 170 Euro für kaltes Trinkwasser.

Reduzierter Wasserverbrauch spart auch Energie

Wer seinen Wasserverbrauch reduziert, spart gleichzeitig auch Energie. Diese wird für die Wasseraufbereitung benötigt, erklärt Lilian Neuer, beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zuständig für Gewässerpolitik. "Das Wasser muss erst gefördert werden, dann als Trinkwasser aufbereitet, dann zu uns transportiert und anschließend wieder gereinigt werden."

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Der tägliche Warmwasserverbrauch pro Person liegt zwischen 30 und 45 Litern.

Darum sollte der Wasserverbrauch nicht zu gering sein

Laut Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser beim BDEW, sei es wichtig, mit der Ressource Wasser schonend umzugehen, dennoch sei ein übertriebenes Wassersparen im Haushalt nicht immer sinnvoll. "Im Gegenteil, es führt zu Problemen in Trinkwasserleitungen und Abwasserkanälen", erklärt er.

Der Grund: Wird zu wenig Wasser verbraucht, werden die Leitungen und Abwasserkanäle nicht ausreichend durchgespült. Rückstände bleiben in den Abwasserkanälen liegen und können zu deren Verstopfung führen. Die Folge: Die Wasserversorger müssen die Kanäle manuell reinigen und anschließend mit Wasser durchspülen. Derartige Einsätze sparen dann weder Ressourcen noch Geld. Denn die Kosten für die Problembehebung können den Haushalten teilweise über die Wasserpreise auferlegt werden, erklärt Weyand. "Diese steigen, wenn die Kanäle oder Trinkwasserleitungen aus hygienischen Gründen zusätzlich gespült werden müssen."

So können Sie Wasser und Energie sparen

Wer neben der Duschzeit auch die Wassertemperatur reduziert, spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie und CO2. Mit einem Sparduschkopf gelingt beides leichter. Nach Angaben der Verbraucherzentrale gehen rund 13 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt auf das Konto Warmwasser.

Darüber hinaus können Sie Ihre Pflanzen im Garten mit Regenwasser gießen, tropfende Wasserhähne umgehend reparieren oder auch duschen anstatt zu baden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: Trinkwasserverwendung im Haushalt
  • Statista GmbH: Entwicklung des Wasserverbrauchs pro Einwohner und Tag in Deutschland in den Jahren 1990 bis 2019
  • Statista GmbH: Verbrauch von Trinkwasser in deutschen Haushalten nach Verwendungsart im Jahr 2019
  • CO2online
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