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Ein Handzeichen sollte jeder kennen

  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 25.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Diskreter Hilferuf in auswegloser Situation: Mit diesem einfachen Handsignal können Opfer hÀuslicher Gewalt auf sich aufmerksam machen. (Quelle: t-online)
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Es ist nur eine kleine, scheinbar unauffĂ€llige Geste, doch sie kann Menschenleben retten – vor allem wĂ€hrend der Corona-Krise. Denn nur wenige Frauen und MĂ€nner haben jetzt die Möglichkeit, nach Hilfe zu rufen.

Knapp jede dritte Frau in Deutschland ist schon einmal Opfer psychischer und oder sexueller Gewalt geworden. Nicht selten auch durch ihren Partner. HĂ€ufig trauen sich die Betroffenen jedoch nicht, andere um Hilfe zu bitten. Teilweise können sie das auch gar nicht – wie beispielsweise wĂ€hrend eines Lockdowns in der Corona-Krise. Offen und unbefangen zu reden – sei es mit einer Freundin, einem Familienmitglied oder bei einer Anlaufstelle fĂŒr hĂ€usliche Gewalt – war und ist fĂŒr viele Betroffene noch immer kaum möglich. Nicht einmal per Telefon. Denn in vielen FĂ€llen kontrolliert der gewalttĂ€tige Partner jeden Schritt seines Opfers und lĂ€sst ihm kaum oder keine PrivatsphĂ€re.

Die kanadische Stiftung fĂŒr Frauen (Canadian Women's Foundation) hat eine Handbewegung initiiert, mithilfe derer Opfer hĂ€uslicher Gewalt in Videocalls stillschweigend zeigen können, dass sie Hilfe benötigen und sich jemand bei ihnen melden soll.

(Quelle: Heike Aßmann/T-Online-bilder)
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Zwar ist die Einhandgeste vorwiegend fĂŒr den Schutz von Frauen bei hĂ€uslicher Gewalt ins Leben gerufen worden. Da laut der Kriminalstatistischen Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes jedoch knapp 19 Prozent der MĂ€nner ebenfalls hierunter leiden, kann die Bewegung auch von ihnen genutzt werden.

Handzeichen bei Gewalt
Heben Sie Ihre Hand senkrecht, sodass Ihr GegenĂŒber Ihre HandflĂ€che sehen kann.
Knicken Sie Ihren Daumen ein. Er liegt nun in der HandinnenflÀche.
Legen Sie die restlichen Finger der Hand langsam ĂŒber den Daumen, sodass eine Faust entsteht.

Was sollten Sie tun, wenn Sie das Zeichen sehen?

Sollte Ihr GesprÀchspartner im Videocall diese Handbewegung machen, ist es wichtig, sowohl umgehend als auch bedacht zu handeln, um sie oder ihn nicht weiter oder noch mehr zu gefÀhrden.

Die Stiftung rĂ€t dazu, den Betroffenen kurze Fragen zu stellen, die leicht mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können. Dadurch könne das Risiko reduziert werden, falls eine weitere Person mithört, heißt es. Wichtig ist hierbei allerdings, dass das Opfer Kopfhörer trĂ€gt, damit andere die gestellten Fragen nicht mithören können. Vorgeschlagen werden unter anderem die Fragen:

  • "Soll ich den Notruf fĂŒr dich rufen?"
  • "Soll ich in deinem Namen jemanden von der Schutzstelle anrufen?"
  • "Soll ich jemanden anrufen, der dir helfen und dich zurĂŒckrufen kann?"

Wichtig ist auch, so die Stiftung, andere Kommunikationsmittel wie zum Beispiel SMS, WhatsApp oder Social-Media-Messenger zu verwenden, die sicher sind und ein Mithören oder Mitlesen nicht ermöglichen. Hierbei ist allerdings wichtig, dass der TÀter keinen Zugang zu den Accounts des Opfers hat, um den Schutz zu gewÀhren. Auf diesen Wegen können dann weitere Fragen wie

  • "Wie geht es dir?"
  • "Wie kann ich dir helfen?"
  • "Wie kann ich dich unterstĂŒtzen?"
  • "Soll ich mich regelmĂ€ĂŸig bei dir melden?"

gestellt werden.

Anlaufstellen fĂŒr MĂ€nner und Frauen

Hilfesuchende Frauen können sich anonym an die Stelle "Gewalt gegen Frauen" wenden. Sie ist tÀglich unter der Rufnummer 08000 116 016 zu jeder Uhrzeit kostenlos erreichbar. Auch Dolmetscherinnen sind bei der Beratungsstelle tÀtig.

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FĂŒr MĂ€nner, die beispielsweise von hĂ€uslicher und sexualisierter Gewalt bedroht sind, ist ebenfalls eine Hilfsstelle eingerichtet. Sie ist unter der Rufnummer 0800 123 99 00 erreichbar.

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