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Kinder-Typen - ist der Charakter angeboren?

Kleine Persönlichkeiten  

Ist der Charakter angeboren? Diese acht Kinder-Typen gibt es

17.05.2016, 08:21 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Kinder-Typen - ist der Charakter angeboren?. Typische Charakterzüge sind auch bei Kindern schon ganz klar erkennbar. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Typische Charakterzüge sind auch bei Kindern schon ganz klar erkennbar. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Niemand möchte sich oder seine Kinder in eine Schublade gesteckt wissen. Aber es gibt nicht nur bestimmte Elterntypen wie die Helikopter-Eltern, die Best-Friend-Mütter oder die Profi-Mama. Auch unter den Kindern kann man bestimmte Eigenschaften feststellen, die für manche typisch sind.

In jedem Kindergarten, in jeder Schulklasse findet sich mindestens eine rosa Prinzessin, ein kleiner Besserwisser und ein echter Draufgänger. Wir verraten Ihnen in unserer Foto-Show, wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, seine Stärken zu unterstreichen und sich seine vermeintlichen Schwächen zum Vorteil zu machen.

Mit Temperament geboren

Wer schon einmal ein neugeborenes Baby im Arm gehalten hat, weiß, dass jeder Mensch eine bestimmte Grundpersönlichkeit bereits mit auf die Welt bringt. Psychologen nennen es gerne das Temperament. Sie sind sich sicher, dass mindestens die Hälfte der späteren Persönlichkeit eines Menschen bereits in den Genen angelegt ist. Wobei Wissenschaftler hier keine Wertung der Charaktereigenschaften vornehmen.

Die Persönlichkeit zeigt sich bereits bei Kindergartenkindern

Je älter ein Kind wird, desto deutlicher kristallisiert sich sein Typ heraus. Bereits mit drei, vier Jahren kann man die Grundtendenz genau erkennen. Zwar nehmen Eigenschaften wie zum Beispiel Schüchternheit ab, aber eine Langzeitstudie der Berliner Humboldt-Universität hat gezeigt, dass im Vergleich zu Gleichaltrigen die Ausprägung erhalten bleibt.

Professor Jens Asendorpf und sein Team teilten Kindergartenkinder in drei Gruppen ein. Die, die sich nicht besonders gut unter Kontrolle und eine Tendenz zur Aggressivität hatten, solche, die ihre Gefühle unterdrückten und die, die weder das eine noch das andere Extrem zeigten. Mit 23 wurden die Testpersonen noch einmal unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: An der Grundtendenz der jeweiligen Persönlichkeiten hat sich nichts geändert.

Seine Grundpersönlichkeit behält der Mensch in der Regel, es gibt aber auch Umstände im Leben, unter denen sich das Wesen verändern kann. Neurobiologen bestätigen das. Sie haben festgestellt, dass ein permanenter Auf- und Umbau im Gehirn eines Menschen stattfindet. Nicht umsonst bedeutet das Wort Charakter, das aus dem Griechischen stammt, so viel wie Prägung oder Kerbung.

Erziehung hat nur einen geringen Anteil

Eltern, die glauben, sie könnten die Persönlichkeit ihres Kindes beeinflussen, irren. Man kann Vorbild sein, Werte mitgestalten, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen helfen, den richtigen Weg zu gehen, aber Erziehung im klassisch verstandenen Sinn macht nur einen geringen Teil bei der Charakterbildung aus.

Eine weitere wichtige Rollen nimmt, mit zunehmenden Alter immer mehr, das soziale Umfeld wie Freunde und Schule ein. Auch einschneidende Erlebnisse vor allem in den ersten Lebensjahren können prägend sein.

Das Kind entsprechend seinem Typ behandeln

Hat ein Kind eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit, dann ist es wichtig, genau hinzusehen. So kann man möglicherweise sich aus der Art des Kindes ergebende Probleme, zum Beispiel bei der Kontaktsuche oder auch innerhalb der Gruppe, früh genug erkennen und liebevoll ein wenig gegensteuern.

Die Tatsache, dass jedes Kind seine eigenen Schwächen und Stärken, seine eigenen Abneigungen und Vorlieben hat, beweist schon, dass es nicht das eine Erziehungsrezept geben kann, das auf alle passt. Was für das eine Kind richtig ist, kann beim anderen nach hinten losgehen. Ein Kind sollte immer typgerecht behandelt werden und das tun Eltern am besten dann, wenn sie sich auf den Charakter ihres Kindes einlassen. Und auch nicht damit hadern, sondern es stattdessen als Bereicherung sehen, wenn er nicht dem eigenen entspricht.

Lesen Sie mehr zum Thema: Interview mit Gunther Moll, Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, zum Thema "Entwicklung des Charakters".

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