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Hartmannbund kritisiert Empfehlung für Drittimpfung

Berlin  

Hartmannbund kritisiert Empfehlung für Drittimpfung

27.09.2021, 15:06 Uhr | dpa

Hartmannbund kritisiert Empfehlung für Drittimpfung. Impfung

Eine Person wird geimpft. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Der Hartmannbund Brandenburg hat die Empfehlung der Gesundheitsministerkonferenz und auch von Ärzten und Ministerium im Land kritisiert, neben Risikogruppen auch allgemein "älteren Menschen" Auffrischimpfungen anzubieten. Das halte er für problematisch, erklärte deren Vorsitzender, Hanjo Pohle, am Montag. Die Ständige Impfkommission (Stiko) habe bislang ausdrücklich nur für bestimmte Risikopatienten eine dritte Corona-Schutzimpfung empfohlen. Es stelle sich die Frage, ob politische Strukturen wie Ministerien wirklich über die Kompetenz verfügten, derartige Beschlüsse ohne Abstimmung mit wissenschaftlich etablierten Kommissionen zu fassen, so der Mediziner. "Derart erratische Verhaltensweisen erzeugen in der Ärzteschaft Unverständnis und Irritation, welche sich ebenfalls auf die Patientinnen und Patienten übertragen (...)", kritisierte Pohle.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich in ihrer aktuellen Empfehlung bislang nicht für generelle Auffrischungsimpfungen bei Senioren aus - obwohl ältere Menschen diese in Deutschland bereits bekommen können. Empfohlen wird eine Booster-Dosis mit einem mRNA-Impfstoff aber für Menschen mit Immunschwäche. Die Stiko arbeitet derzeit die Studienlage für eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen auf. Eine Entscheidung soll es in den kommenden Wochen geben.

Ein weiteres Problem sieht der Vorsitzende des Hartmannbundes in der Fokussierung auf dritte Impfungen als Ansatz zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. In der Wissenschaft scheine es den Konsens zu geben, dass der entscheidende Hebel in der weiteren Verringerung des Anteils von Nichtgeimpften im Verhältnis zu geimpften Personen bestehe. "Hieran ändern Auffrischimpfungen leider rein gar nichts", schätzte Pohle ein. Gerade in Brandenburg gebe es mit 36 Prozent noch gar nicht Geimpften erhebliches Betätigungsfeld für die Politik.

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