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Studie: "Gangsta-Rap" fördert antisemitische Einstellungen

Von dpa
Aktualisiert am 04.05.2021Lesedauer: 2 Min.
Farid Bang und Kollegah bei der Echo-Verleihung 2018: Die beiden Rapper waren wegen AntisemitismusvorwĂŒrfen heftig kritisiert worden.
Farid Bang und Kollegah bei der Echo-Verleihung 2018: Die beiden Rapper waren wegen AntisemitismusvorwĂŒrfen heftig kritisiert worden. (Quelle: Eventpress Golejewski/Archivbild/imago-images-bilder)
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SchĂŒrt "Gangsta-Rap" Antisemitismus bei Jugendlichen? Eine Studie der UniversitĂ€t Bielefeld soll das erstmalig empirisch belegen. Befragt worden sind 500 Jugendliche oder junge Erwachsene.

"Gangsta-Rap" fördert einer Studie zufolge antisemitische und frauenfeindliche Einstellungen bei jugendlichen Hörern. Weniger stark wirkt sich der Einfluss demnach auf weibliche Konsumenten aus und auf Hörer mit Gymnasialbildung. Das geht aus einer Studie der UniversitĂ€t Bielefeld hervor, die die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, am Dienstag in DĂŒsseldorf vorgestellt hat.

"Die Studie belegt erstmalig empirisch, dass Gangsta-Rap den NĂ€hrboden fĂŒr spĂ€tere verfestigte antisemitische Einstellungen bereitet", erklĂ€rte Leutheusser-Schnarrenberger in einer Mitteilung. "Wir dĂŒrfen nicht zusehen, wie Musiker Antisemitismus propagieren und mit gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texten Jugendliche indoktrinieren."

500 Interviewte zwischen zwölf und 24 Jahren

Das von ihr beauftragte "Zentrum fĂŒr PrĂ€vention und Intervention im Kindes- und Jugendalter" der UniversitĂ€t Bielefeld hatte fĂŒr die Studie in Kooperation mit einem Meinungsforschungsinstitut zwischen 2019 und 2021 Einzelinterviews und GruppengesprĂ€che gefĂŒhrt. ZusĂ€tzlich sei eine – laut Studienleitern – fĂŒr NRW reprĂ€sentative Zielgruppe von 500 Zwölf- bis 24-JĂ€hrigen per Fragebogen interviewt worden.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesministerin der Justiz und Antisemitismus-Beauftragte von NRW, spricht auf einer Pressekonferenz: Sie stellte die Studie der UniversitÀt Bielefeld vor. (Quelle: David Young/Archivbild/dpa-bilder)
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"Unsere Ergebnisse zeigen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gangsta-Rap und der Neigung, antisemitische und frauenfeindliche Aussagen zu teilen, gibt", fasste der Bielefelder Erziehungswissenschaftler Marc Grimm zusammen. "Antisemitische und frauenfeindliche Einstellungen zeigen sich dabei auch bei HörerInnen mit höherem Bildungskapital." Entgegen der weitlĂ€ufigen Auffassung werde Gangsta-Rap aber nicht ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig von Jugendlichen aus sozial benachteiligten Schichten konsumiert.

Einfluss auf rassistische Einstellungen nicht messbar

Mehr als jeder dritte Befragte glaubt, dass Rapper auf wichtige politische Themen aufmerksam machen. Vor allem antisemitische Anspielungen in Text und Bildern wĂŒrden "hĂ€ufig nicht als solche erkannt und verstanden".

WÀhrend die Ergebnisse einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gangsta-Rap und antisemitischen sowie frauenfeindlichen und chauvinistischen Einstellungen belegten, lasse sich ein solcher Einfluss auf rassistische Einstellungen nicht messbar feststellen. "Damit liegen erstmals in einer Jugendbefragung Hinweise darauf vor, dass antisemitische Einstellungen unabhÀngig von rassistischen Einstellungen existieren", stellten die Forscher fest.

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"Gangsta Rap" beschreibt oft in gewaltverherrlichenden Texten und Bildern das Leben eines Gangsters. Das Musik-Genre ist seit vielen Jahren Teil der Jugendkultur.

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