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Tödliche Polizeischüsse auf Mouhamed D.: Neues Detail bringt Version der Polizei ins Wanken


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Fall Mouhamed D.: Neues Detail bringt Version der Polizei ins Wanken

Von t-online, ads

Aktualisiert am 16.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Kerzen und Kränze zum Gedenken an Mouhamed in Dortmund (Archivbild): Sein Tod durch einen Polizisten sorgte in ganz Deutschland für Aufsehen.
Kerzen und Kränze zum Gedenken an Mouhamed in Dortmund (Archivbild): Sein Tod durch einen Polizisten sorgte in ganz Deutschland für Aufsehen. (Quelle: Bernd Thissen)
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Hat Mouhamed D. die Polizei vor seinem Tod tatsächlich mit einem Messer attackiert? Den Ermittlungen zufolge könnte das zeitlich unmöglich gewesen sein.

Neues Detail im Fall der tödlichen Polizeischüsse auf den 16-jährigen Mouhamed D. in Dortmund: Die Staatsanwaltschaft hat offenbar starke Zweifel an den Aussagen der am Fall beteiligten Polizisten. Gegenüber dem WDR-Magazin "Monitor" schilderte sie nun eine ganz eigene Version der Dinge – mit einer zentralen neuen Information.

Am achten August waren die Beamten in eine Jugendeinrichtung gerufen worden: Der Einsatz lief zunächst als Einschreiten bei einem Suizidversuch, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot von zwölf Polizisten an. Später trafen Mouhamed vier Schüsse aus einer Maschinenpistole, er starb. Wie nun die Staatsanwaltschaft erklärt, habe Mouhamed zunächst an eine Mauer gelehnt allein im Hof gehockt und sich das Messer an den Bauch gehalten.

Die Polizei habe ihn daraufhin auf Deutsch und Spanisch angesprochen. Als er jedoch nicht reagierte, sprühten ihn die Beamten mit Pfefferspray voll. "Als dem Jugendlichen die Flüssigkeit über den Kopf lief, stand er auf, wischte sich mit einer Hand über den Kopf und wendete sich mit einem Schritt nach rechts", zitiert "Monitor".

Schütze könnte noch während des Taserns geschossen haben

"Unmittelbar danach" seien Elektroschocker auf Mouhamed geschossen worden: Einer davon traf den Jungen korrekt, entfaltete aber wohl nicht die volle Wirkung – wie er in diesen Momenten das Messer hielt, werde noch ermittelt. Ein wichtiges Detail ist jedoch eine neue Erkenntnis zum Schusszeitpunkt.

Die Polizei hatte nach der Tat erklärt, Mouhamed sei mit dem Messer auf sie losgegangen, man habe schießen müssen, um die Einsatzkräfte zu retten.

Die Staatsanwaltschaft schreibt nun: "Sehr zeitnah" nach dem zweiten Schocker "oder gegebenenfalls zeitgleich" habe der Polizeischütze demnach das Feuer auf den 16-Jährigen eröffnet – das stelle die Frage in den Raum, inwiefern Mouhamed überhaupt Zeit gehabt hätte, mit dem Messer auf sie loszugehen, wie es die Polizisten behaupten.

Oberstaatsanwalt: "Einsatz von Beginn an nicht verhältnismäßig"

Weil sämtliche Bodycams ausgeschaltet waren, gibt es kein Videomaterial vom ganzen Einsatz – eine Tonaufnahme ist jedoch dank des Betreuers, der den Notruf absetzte, vorhanden. Gegen fünf der Einsatzkräfte wird ermittelt. Den Polizisten, der ihn erschoss, könnte nun eine um einiges härtere Verurteilung treffen: Gegen den Mann werden Ermittlungen wegen Totschlags geprüft.

Man gehe davon aus, "dass der Einsatz von Beginn an nicht verhältnismäßig gewesen ist", so der Dortmunder Oberstaatsanwalt Carsten Dombert gegenüber "Monitor". Eine "Zweck-Mittel-Relation" sehe man in diesem Fall nicht gegeben.

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Verwendete Quellen
  • wdr.de: "Monitor"-Beitrag vom 15. September 2022
  • Eigene Recherche
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Von Sara Taimouri
DeutschlandPolizei

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