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Jagdmesse in Dortmund: Wirbel um Stand der "Deutschen Burschenschaft" | NRW


Rechte Gesinnung in der Westfalenhalle
Wirbel um Stand der "Deutschen Burschenschaft" auf Jagdmesse

Von t-online
25.01.2024Lesedauer: 2 Min.
imago images 161174612Vergrößern des BildesMessestände auf der "Jagd und Hund" (Archivbild): Für konservative Burschenschaftler ein optimaler Ort, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. (Quelle: IMAGO/marco stepniak/imago images)
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Auf der Jagdmesse in Dortmund will die "Deutsche Burschenschaft" für ihre konservativen Weltansichten werben. Der Verband gilt als Brutkasten für Rechtsextreme. Der Westfalenhalle sind die Hände gebunden.

Europas größte Jagdmesse wird am kommenden Dienstag in der Westfalenhalle in Dortmund eröffnet. Die politisch weit rechts stehende "Deutsche Burschenschaft" wird hier mit einem Stand vertreten sein. Im Vorfeld der Messe machten Aktivisten der "Rechercheplattform zur Identitären Bewegung" auf die Teilnahme des rechten Dachverbandes von etwa 70 Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich aufmerksam.

Die Plattform wirft dem Verband vor, gemeinsam mit Akteuren der rechtsextremen "Identitären Bewegung" und der AfD an einem Umsturz der Demokratie zu arbeiten. Treffen zwischen rechten Burschenschaftlern und AfD-Politikern gab es in der Vergangenheit einige und viele Akteure sind gut miteinander vernetzt. So hielt etwa der AfD-Abgeordnete Matthias Helferich bei einem Burschenschaftstreffen in Eisenach die Festrede. Mitglieder der "Identitären Bewegung" waren hier ebenfalls zu Gast.

Landesjagdverband: "Keine verfassungsfeindliche Organisation"

Die rechten Burschenschaftler hoffen durch ihren Stand in Halle 3 auf Anschluss- und Rekrutierungsmöglichkeiten. Ziel ist es offenbar, Jäger für die "Deutsche Burschenschaft" zu begeistern, Gleichgesinnte ausfindig zu machen und für ihre konservativen Weltansichten zu werben.

Der Landesjagdverband NRW verweist dem lokalen Nachrichtenportal "Nordstadtblogger" zufolge auf regelmäßige Zulässigkeitsüberprüfungen von Jägerinnen und Jägern durch die Genehmigungsbehörden. Dabei werde auch die Zugehörigkeit zu staats- und verfassungsfeindlichen Organisationen und Parteien überprüft. Hier gebe es nichts zu beanstanden.

Veranstalter ist zur Gleichbehandlung verpflichtet

Die Westfalenhalle distanziert sich von jeglichem "Verhalten oder Inhalt, der unsere demokratischen Werte gefährdet oder gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt", teilte ein Sprecher t-online mit. Allerdings beruhe die Zulassung von Ausstellern zur Teilnahme an der Messe auf der Überprüfung des Teilnahmeantrages. Da der Verband nicht verboten sei, ist die Messe Dortmund gemäß der gesetzlich vorgeschriebenen Gleichbehandlung verpflichtet, deren Teilnahme zuzulassen.

Maßgeblich sei hier das Urteil zu einer Veranstaltung des Historikers Daniele Ganser. Die Veranstalter der umstrittenen Ganser-Vorträge hatten gegen die Westfalenhalle geklagt, nachdem diese Ganser eine Veranstaltung untersagen wollte.

Ein ähnlicher Fall beschäftigt aktuell auch die Messe Essen. Die AfD will im Juni in der Grugahalle ihren Bundesparteitag auszurichten. Die Messe hat der Partei aufgrund der Verpflichtung zur Gleichbehandlung zugesagt. Sowohl Oberbürgermeister als auch Messe-Aufsichtsrat wollen den Fall erneut prüfen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verwendete Quellen
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