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Corona/Dortmund: Unverpackt-Laden macht Einkaufswahnsinn ein Ende

Unverpackt-Laden als "entspannte Oase"  

Frau Lose – alles andere als Einkaufswahnsinn in Corona-Krise

01.04.2020, 16:00 Uhr
Corona/Dortmund: Unverpackt-Laden macht Einkaufswahnsinn ein Ende. Eine große Auswahl an unverpackten Lebensmitteln: Bei Frau Lose in Dortmund werden nur wiederbefüllbare Behälter zum Verkauf verwendet. (Quelle: imago images/Cord/Archivbild)

Eine große Auswahl an unverpackten Lebensmitteln: Bei Frau Lose in Dortmund werden nur wiederbefüllbare Behälter zum Verkauf verwendet. (Quelle: Cord/Archivbild/imago images)

In Zeiten des Coronavirus wird das Einkaufen schon mal zur Schlammschlacht um Toilettenpapier und Mehl. Doch nicht überall: Im Unverpackt-Laden Frau Lose in Dortmund steht viel mehr als das im Vordergrund.

Die Corona-Krise bestimmt das Leben der Dortmunder. Außer zum Einkaufen gehen die meisten kaum noch vor die Tür. In Supermärkten ist der Ansturm aber weiterhin groß, Toilettenpapier und Mehl nach wie vor ausverkauft. Anders sieht es bei Frau Lose an der Rheinischen Straße in Dortmund aus.

Frau Lose ist ein Unverpackt-Laden in der Nähe vom Westentor. Kunden können dort Lebensmittel und Alltagsbedarf lose, ganz ohne Verpackungsmüll, kaufen. Angeboten werden Obst und Gemüse, Getreidesorten und Nüsse, aber auch Haushaltsartikel wie Taschentücher und Aufbewahrungsboxen.

Hier nimmt derzeit alles seinen geregelten Lauf – zumindest größtenteils. Der Kundenandrang sei wie zuvor, erklärt Swenja Reil, eine der Geschäftsführerinnen, t-online.de. "Während der Montag bisher am wenigsten besucht war, ist er nun der zweitbeste Tag der Woche."

Altglas: Das können Kunden für ihren Einkauf nutzen, wenn sie keine eigenen Behälter dabei haben. (Quelle: imago images/Cord)Altglas: Das können Kunden für ihren Einkauf nutzen, wenn sie keine eigenen Behälter dabei haben. (Quelle: Cord/imago images)

"Außerdem bekommen wir nun einige neue Besucher, die gehört haben, dass es bei uns noch Mehl und Toilettenpapier gibt, was sie anderswo vergebens gesucht haben", ergänzt sie. Mit Engpässen kämpft Frau Lose nämlich – anders als Supermärkte und Drogerien – nicht. Allerdings bekomme man mit, dass Lieferanten zum Teil "sehr belastet" sind.

Sicherheit ist das A und O

In dieser schweren Zeit ist es aber vor allem wichtig, sich zu schützen: "Um gesund zu bleiben, tragen wir die selbstgenähten Handschuhe, wenn wir Geld entgegen nehmen." Ursprünglich waren diese für das Abfüllen der Spaghetti gedacht. Außerdem werden nur noch vier Kunden gleichzeitig in den Laden gelassen, um den Sicherheitsabstand einhalten zu können. "Zum Glück haben wir einen schönen Garten, wo die anderen Menschen warten können", sagt Swenja Reil zu t-online.de.

"Die Menschen fühlen sich wohl und loben oft, dass wir eine entspannte 'Oase' in diesen Zeiten sind." Die Vereinstätigkeiten, beispielsweise Workshops, mussten nun jedoch komplett eingestellt werden. "Dafür läuft das Foodsharing gut", erzählt sie. Denn Frau Lose hat einen der wenigen Fair-Teiler in Dortmund: mit Kühlschrank und Regal sowie ein Gib-und-Nimm-Regal. Hier darf sich jeder etwas nehmen oder dazu steuern. "Das ist insbesondere jetzt schön, da wir das Essen bedingt durch die Nachbarschaft zum Gasthaus gut an Bedürftige weitergeben können".

Foodsharing-Station: Hier darf sich jeder bedienen und jeder etwas beisteuern. (Quelle: imago images/Lars Berg/Symbolbild)Foodsharing-Station: Hier darf sich jeder bedienen und jeder etwas beisteuern. (Quelle: Lars Berg/Symbolbild/imago images)

Die Corona-Krise hat Frau Lose jedoch auch etwas Positives gebracht: Aus gegebenen Anlass hat sich das Geschäftsführungs-Trio den Wunsch eines Lieferdienstes per Lastenfahrrad erfüllt. Ausgeliefert werden die Produkte in Papiertüten, Kartons und Altglas-Behältnissen – eben alles, was noch wiederverwendet werden kann. So können noch mehr Menschen in Dortmund unverpackte und möglichst regionale Produkte genießen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Austausch mit Swenja Reil

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