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Erfurterin will KĂĽnstlern durch die Corona-Krise helfen

Von Anne-Sophie Schakat

Aktualisiert am 30.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Anna Allstädt vom Klanggerüst e.V.: Die Erfurterin engagiert sich ehrenamtlich im Kulturbereich.
Anna Allstädt vom Klanggerüst e.V.: Die Erfurterin engagiert sich ehrenamtlich im Kulturbereich. (Quelle: Landeshauptstadt Erfurt)
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Bundesweit ist der Kulturbetrieb durch Corona stark eingeschränkt – auch in Erfurt. Anna Allstädt engagiert sich ehrenamtlich im Kulturbereich. Im Gespräch mit t-online ruft sie dazu auf, für in Not geratene Künstler zu spenden.

Die Corona-Krise hat das kulturelle Leben im Frühjahr zum Erliegen gebracht. In Erfurt ist der Kulturbetrieb auch Monate später nur sehr eingeschränkt möglich. Darunter leiden vor allem die Künstler selbst. Anna Allstädt engagiert sich ehrenamtlich beim Verein Klanggerüst und hat gemeinsam mit ihren Kollegen versucht, Kunstschaffenden und Kulturfans durch die Krise zu helfen. Im Oktober wird sie von der Stadt Erfurt für ihr Engagement geehrt. Mit t-online hat sie über ihre Arbeit und Herausforderungen durch die Pandemie gesprochen.

t-online: Frau Allstädt, Sie engagieren sich ehrenamtlich beim Verein Klanggerüst. Was macht dieser Verein?

Das Klanggerüst ist ein Verein zur Förderung von Kunst- und Kulturschaffenden. Wir haben die alte Direktorenvilla von den Erfurter Malzwerken gemietet und bieten hier Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Poetry Slams, Theater oder auch Tanzveranstaltungen an. Außerdem vermieten wir noch freie Räume an Bands und Künstler unter, sodass diese günstige Atelier- oder Proberäume haben.

Wie sind Sie zum Klanggerüst gekommen – Sind Sie selbst Künstlerin?

Ich bin 2012 zu dem Verein gekommen, weil ich selbst einen Proberaum fĂĽr meine Theatergruppe gesucht habe. Wir hatten den Deal, dass wir einmal die Woche im groĂźen Veranstaltungsraum proben dĂĽrfen und dafĂĽr bei Veranstaltungen mit anpacken. So sind nach und nach immer mehr Leute aus der Gruppe auch beim Verein gelandet. Wenn man sowieso die ganze Zeit da ist und mithilft, dann will man auch Mitglied werden und mitentscheiden.

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Wegen der Corona-Pandemie war und ist der Kulturbetrieb deutschlandweit sehr eingeschränkt. Wie macht sich das in Ihrer Arbeit bemerkbar – können Sie derzeit überhaupt Veranstaltungen anbieten?

Zu Beginn der Krise wurden von uns vor allem Streams angeboten, einfach weil wir weiterhin aktiv bleiben wollten. Da hat sich ein schöner Spirit entwickelt, weil man gemerkt hat, dass den Leuten auch die Decke auf den Kopf fiel in dieser Zeit. Im Sommer hatten wir das Glück, in unserem Garten Kinoabende oder Poetry Slams auch unter Einhaltung aller Regeln anbieten zu können. Wie es jetzt in den kalten Monaten weitergeht, müssen wir allerdings erstmal abwarten.

Gerade viele kleinere Bands und auch DJ-Kollektive leiden sehr unter der Situation. Viele Veranstaltungen wurden abgesagt und es gibt keinerlei Planungssicherheit. Auch wir selbst planen derzeit nur auf Sicht und trauen uns zum Beispiel auch selbst nicht, demnächst mal wieder eine Tanzveranstaltung anzubieten. Wir wissen auch gar nicht, wann das wieder möglich sein wird. Für viele ist die fehlende Planungssicherheit und auch die finanzielle Unsicherheit sehr schwer.

Wie kann man den KĂĽnstlern in Erfurt helfen?

Auf Landesebene wurden hier schon einige Hilfen organisiert, auch direkt von der ThĂĽringer Aufbaubank. Darauf wollen auch wir uns jetzt bewerben. Leider sind diese Angebote meist sehr kurzfristig fĂĽr uns. Wenn man sich nebenbei engagiert, dann schreibt sich so ein Antrag nun mal nicht von selbst.

Wir selbst haben im April versucht, die Künstler zu unterstützen, indem wir sie zu uns eingeladen und vom Balkon aus spielen lassen haben. Das Ganze haben wir gestreamt und einen Spendenlink verschickt. Den Künstlern würde es in der Krise, denke ich, sehr helfen, wenn all die Leute, die die Streams verfolgen, auch ein paar Euros beisteuern. Für ein Konzert hätte man ja auch Eintritt bezahlt, da wäre es fair, eine Kleinigkeit zu spenden.

Wie groß ist die Solidarität unter den Erfurtern?

Am Anfang der Aktionen wurde noch nicht so viel gespendet, mittlerweile ist es aber deutlich mehr geworden. Bei einer Buchlesung etwa haben wir ein zum Buch passendes Bühnenbild, das einer unserer Künstler angefertigt hat, versteigert. 100 Euro haben wir dafür bekommen – dieses Geld ging an „Ärzte ohne Grenzen“. Alle Spenden, die wir durch die Streams einnehmen, werden aber komplett an die Künstler weitergegeben. Wir behalten davon nichts.

Was erhoffen Sie sich von der Kampagne „Held des Monats“?

Ich bin gespannt, ob mich Leute darauf ansprechen. Als Verein erhoffen wir uns eine größere Sichtbarkeit. Wir sprechen aktuell eher die jüngeren Bürger an, wollen aber in alle Bevölkerungsschichten das Bewusstsein dafür tragen, was in Erfurt eigentlich alles möglich ist, wie viele Angebote es gibt und vor allem auch, wie viele Menschen sich hier engagieren.

Vielen Dank für das Gespräch!

Disclaimer: Das Nachrichtenportal t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group, in deren Zusammenarbeit die Plakat-Aktion entstanden ist.

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