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K├╝hler Fr├╝hling bremst Ernte von Kamille und Co.

Von dpa
10.06.2021Lesedauer: 2 Min.
Echte Kamille w├Ąchst auf dem Gel├Ąnde der Bundesgartenschau
Echte Kamille w├Ąchst auf dem Gel├Ąnde der Bundesgartenschau auf dem Petersberg. (Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Die k├╝hle und wechselhafte Witterung im Fr├╝hjahr hat Auswirkungen auf den Heilkr├Ąuter-Anbau in Th├╝ringen. "Normalerweise beginnt die Kamillen-Ernte Anfang Juni, in diesem Jahr verz├Âgert sich der Start um mindestens zwei Wochen", sagte Gunnar Jungmichel, Vorstandsvorsitzender der Agrarprodukte Ludwigshof in Ranis. "Seitdem ich vor zehn Jahren im Betrieb angefangen habe, ist das noch nie vorgekommen." In den vergangenen Jahren habe sich der Erntebeginn tendenziell eher nach vorne verschoben.

Auch das Ernte-Ende wird sich Jungmichel zufolge dieses Jahr bis Mitte August ziehen. Normalerweise sei die Kamille sp├Ątestens Ende Juli abgeerntet. Ein positiver Effekt sei hingegen, dass sich Sch├Ądlinge wie K├Ąfer und Pilze wegen der bisherigen Bedingungen nur wenig ausgebreitet h├Ątten.

Was die Ernte an sich angeht, h├Ąlt der ungew├Âhnlich k├╝hle und regenreiche Jahresbeginn noch ├ťberraschungen bereit: "Dieses Jahr wird wirklich spannend - aufgrund des Wetter k├Ânnen wir in diesem Jahr keinerlei Vorhersage ├╝ber Menge und Qualit├Ąt der Ernte machen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft N├Âbdenitz in Schm├Âlln, Matthias Schnelle. "Wir hoffen in den kommenden Wochen auf warmes, feuchtes Wetter". Wichtig seien etwa Nachttemperaturen ├╝ber zehn und Tagestemperaturen unter 30 Grad. Auch bei anderen Heilkr├Ąutern machten sich die Wetterkapriolen bemerkbar: "Die Pfefferminze leidet noch extremer unter der K├Ąlte als die Kamille."

Bundesweit ist Th├╝ringen der Hauptproduktionsstandort f├╝r Kamille: Rund 70 Prozent der in Deutschland produzierten Kamille kommen dem Th├╝ringer Interessenverband Heil-, Duft- und Gew├╝rzpflanzen zufolge aus den beiden Heilkr├Ąuter-Anbaubetrieben im Freistaat. In Schm├Âlln wird die Pflanze auf etwa 350 Hektar angebaut, in Ranis auf 370.

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"Wir w├╝rden uns w├╝nschen, dass der gesamte Bedarf an Kamille in Deutschland vom innerdeutschen Anbau gedeckt wird", sagte Daniel Schmutzler vom Interessenverband Heilkr├Ąuter. Dass sich nicht mehr Betriebe auf den Anbau von Heilkr├Ąutern spezialisierten, liege zum einen an der schlechten Verf├╝gbarkeit der n├Âtigen Spezialmaschinen und der vielen Handarbeit beim Entfernen von Beikr├Ąutern.

Konkurrenz bekommt der Th├╝ringer Kamillenanbau Jungmichel zufolge unter anderem aus Nordafrika und S├╝damerika. Pluspunkt der deutschen Erzeugung sei die nahtlose Zur├╝ckverfolgbarkeit. "Wir k├Ânnen f├╝r unsere Kamille in jedem Teebeutel genau belegen, wo sie angebaut, geerntet und getrocknet wurde", sagte Jungmichel. Auch die hohen Umweltstandards seien ein Vorteil der deutschen Produktion.

In Th├╝ringen wurden dem Landwirtschaftsministerium zufolge 2020 auf etwa 990 Hektar Heilkr├Ąuter angebaut. Werden Lein und Senf dazu gez├Ąhlt, liege der Umfang bei etwa 2500 Hektar. Damit mache der Heil-,Duft- und Gew├╝rzkr├Ąuteranbau im Freistaat etwa ein Viertel der Gesamtanbaufl├Ąche in Deutschland aus.

Neben Kamille und Pfefferminze werden laut Ministerium auch Zitronenmelisse, Johanniskraut, Rosenwurz, Mutterkraut und Spitzwegerich kommerziell angebaut. In Schm├Âlln wird in diesem Jahr auf f├╝nf Hektar zum ersten Mal der "Moldawische Drachenkopf" angebaut - der Lippenbl├╝tler findet unter anderem in Tees Verwendung. In Ranis gibt es Testpflanzungen mit der Gro├čen Brennnessel und Andornkraut.

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