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Folgen der Abellio-Pleite: Weniger ZĂŒge auf Pendlerstrecken

Von dpa
05.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Bahnunternehmen Abellio
Das Logo des Bahnunternehmens Abellio ist auf einem Zug zu sehen, der im Hauptbahnhof steht. (Quelle: Rene Traut/Rene Traut/Archivbild/dpa-bilder)
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Reisende und Pendler in Nordrhein-Westfalen werden in den kommenden Wochen die Folgen des Marktaustritts des Bahnunternehmens Abellio deutlich zu spĂŒren bekommen. Schon bald sind weniger ZĂŒge und S-Bahnen auf wichtigen Pendlerstrecken unterwegs. Wie aus einem am Mittwoch von den VerkehrsverbĂŒnden publizierten "Übergangsfahrplan" hervorgeht, werden Linien komplett eingestellt, ausgedĂŒnnt oder es werden Busse eingesetzt. Dem Plan zufolge fĂ€hrt der Regionalexpress 49 ab kommendem Montag (10. Januar) nicht mehr, er ist normalerweise zwischen Wuppertal und Wesel unterwegs. FahrgĂ€ste sollen stattdessen S-Bahn-Linien benutzen.

Die erste, allerdings nicht sehr folgenreiche Maßnahme gilt schon ab dem 8. Januar: Bei der RB40 zwischen Essen und Hagen entfĂ€llt eine Fahrt in der Hauptverkehrszeit. Das Gros der Maßnahmen greift am 17. Januar, dann wird zum Beispiel der Betrieb des RE11 zwischen DĂŒsseldorf und Essen eingestellt. FahrgĂ€ste sollen auf andere Linien umsteigen. Auf anderen Strecken werden weniger Bahnen eingesetzt. So sind es bei der S7 (Wuppertal - Solingen) nur noch zwei Bahnen pro Stunde und nicht mehr drei.

Die RB46 von Bochum nach Gelsenkirchen wiederum wird eingestellt, dort soll es Schienenersatzverkehr geben. Die RB35 von Mönchengladbach nach Gelsenkirchen fÀhrt ebenfalls nicht mehr, andere Linien sollen den FahrgÀsten weiterhelfen.

Der Schwerpunkt der Maßnahmen betrifft den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), fĂŒr den Abellio bisher 80 Prozent seiner Leistungen erbringt. Die restlichen Fahrten finden in den Gebieten der beiden anderen Verbundorganisationen in NRW statt, also des Nahverkehrs Rheinland (NVR) und des Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

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Die Abellio Rail GmbH, die zuletzt 1080 BeschĂ€ftigte hatte, durchlĂ€uft eine Form des Insolvenzverfahrens und wird ab kommendem Monat voraussichtlich liquidiert. Jeder sechste gefahrene Zugkilometer im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) von NRW entfĂ€llt noch auf Abellio. Zum 1. Februar ĂŒbernehmen DB Regio, National Express und Vias die Linien des bisher zweitwichtigsten Unternehmens in Nordrhein-Westfalens SPNV.

Abellio befĂ€hrt die Strecken zwar noch planmĂ€ĂŸig bis Ende des Monats. Der Ersatzfahrplan greift aber schon jetzt, weil das Personal, das von den drei Nachfolge-Linienbetreibern ĂŒbernommen werden soll, noch fĂŒr den Einsatz bei den anderen Unternehmen geschult werden muss. BekĂ€men sie diese Schulungen nicht, dĂŒrften sie im Februar nicht weiterarbeiten.

Unklar ist, wie viele Abellio-BeschĂ€ftigte zu den anderen Firmen wechseln. Um ihnen den Job beim neuen Arbeitgeber schmackhaft zu machen, wird ihnen eine PrĂ€mie von zwei MonatsgehĂ€ltern angeboten. Die VerkehrsverbĂŒnde wiesen in ihrer gemeinsamen Mitteilung am Mittwoch zudem darauf hin, dass die bei Abellio eingesetzten 120 TriebzĂŒge auf die Anforderungen der drei Nachfolgefirmen angepasst werden mĂŒssten.

Mit KopfschĂŒtteln reagierte der Fahrgastverband Pro Bahn auf den Fahrplan. "Es war klar, dass es zu EinschrĂ€nkungen kommen wird", sagte der NRW-Verbandsvorsitzende Andreas Schröder. "Aber dass Linien schon so frĂŒh und so lange eingestellt oder ausgedĂŒnnt werden, ist enttĂ€uschend fĂŒr die FahrgĂ€ste."

Er appellierte an die VerkehrsverbĂŒnde, Monatstickets vorĂŒbergehend gĂŒnstiger zu machen, damit die Pendler fĂŒr die absehbaren Wartezeiten und lĂ€ngeren Fahrzeiten finanziell entschĂ€digt werden. Das sei zwar schwer umsetzbar, aber zumindest Kulanzregelungen sollte es geben, bei denen zum Beispiel die Reichweite oder zeitliche GĂŒltigkeit der Tickets erweitert werden.

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