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Filmfest Karlsruhe: "Independent Days"-Chef über gute Filme

"Independent Days" Filmfest  

Karlsruhe mausert sich zur Filmstadt

12.02.2020, 16:15 Uhr
Filmfest Karlsruhe: "Independent Days"-Chef über gute Filme. Oliver Langewitz: Er kennt sich in der Karlsruher Filmszene bestens aus. (Quelle: Bernd Hentschel)

Oliver Langewitz: Er kennt sich in der Karlsruher Filmszene bestens aus. (Quelle: Bernd Hentschel)

Karlsruhe ist in diesem Jahr wieder Bühne des internationalen Films: Die "Independent Days" feiern Jubiläum. Was macht das Filmfest so besonders? Im t-online.de-Gespräch verrät Festivalleiter Oliver Langewitz, was einen guten Film ausmacht.

In Karlsruhe werden die "Independent Days" von Filmfans bereits mit Spannung erwartet. Das traditionelle Filmfest findet vom 1. bis 5. April 2020 in der Schauburg statt. Wenn es um die Filmszene in Karlsruhe geht, fällt das Scheinwerferlicht unweigerlich auf einen Namen: Oliver Langewitz. Er ist Ideengeber, Moderator, Dozent, Regisseur und Produzent und hat das Filmfest vor 20 Jahren gegründet. Was treibt den Karlsruher Tausendsassa an?

t-online.de: Was sind Ihre persönlichen Film-Highlights der "Independent Days" in diesem Jahr?

Oliver Langewitz: Die französische Mediensatire "Safari Park" finde ich große Klasse. In dem Film von Michaël Massias geht es darum, dass Gefangene ihre Haftstrafe in einem Gelände im Freien ganz auf sich alleine gestellt verbüßen, um die Gefängnisse zu entlasten. Fünf Kandidaten haben fünf Tage Zeit, die Fauna des Safari Park zu durchpflügen und so viele Gefangene wie möglich zu erschießen. Dabei werden sie – in Anlehnung an TV-Reality-Shows – von einem Kamerateam begleitet. Der Film ist nichts für zarte Gemüter.

Gefällt er Ihnen, weil er auf TV-Produktionen wie "Dschungelcamp" abzielt?

Ja. Denn ich finde, wir Filmschaffende haben eine gesellschaftliche Verpflichtung, Filme zu produzieren und zu zeigen, die sich mit kritischen Themen der Zeit auseinandersetzen und die thematisieren, was in unserer Gesellschaft richtig läuft und was falsch.

Gibt es weitere Highlights während des Festivals?

Der Eröffnungsfilm "Stolpersteine" hat eine besondere Bedeutung. Er passt in die politische Landschaft, wenn man auf den Landtag in Thüringen schaut, wo gerade Unfassbares passiert ist. Der Film erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie, die über mehrere Wochen in ihrer Wohnung gefilmt wird. Eine bedrückende, dokumentarische Geschichte aus der NS-Zeit.

Die Produktionen "Kopfkino – Das Kino-Musical" oder die chinesische Produktion "Year of Innocence" finde ich ebenfalls bemerkenswert.

Gibt es überraschende Neuheiten?

Beim Festival wird am 4. April unsere App "Vilmar" vorgestellt, die gerade in Zusammenarbeit mit der Hochschule Karlsruhe entsteht. Mit dieser App ist es möglich, Film-Locations mittels Augmented Reality virtuell zu gestalten, also individuell zu möblieren und auszustatten oder auch eine virtuelle Lichtstimmung in die Filme in Echtzeit herein zu rendern.

Außerdem zeigen wir den ungewöhnlichen Entstehungsprozess des Films "Haus in der Ferne" des Regisseurs und Special-Effects-Experten Andreas Dahn. Die Hauptfigur, eine handmodellierte Knetfigur, wurde als 3D-Modell erfasst und anschließend auf Basis der Bewegungen eines Schauspielers animiert. Die komplette Kameraarbeit wurde in Virtual Reality erstellt.

Karlsruhe hat eine attraktive Kinolandschaft. Darunter auch Spartenkinos, wie die Schauburg oder die Kinemathek, in denen Filme fernab des Mainstreams laufen. Was fehlt Ihnen in Karlsruhe noch, wenn es um Kino und ums Filmemachen geht?

Ich finde, Karlsruhe bräuchte ein richtiges professionelles und großes Produktionsstudio, das die Kriterien eines guten Filmstudios erfüllt.

Und die wären?

Genügend Platz, eine gute Infrastruktur und gute Lage, damit die Filmteams sich mit ihren zum Teil riesigen Lkw-Trossen nicht durch die Innenstadt quälen müssen.

Was ist Ihr persönlicher Lieblings-Blockbuster?

"Notting Hill". Bei diesem Film passt für mich alles.

Und Ihr Lieblingsfilm der letzten zwölf Monate?

"Systemsprenger" von Nora Fingscheidt.

Was macht für Sie einen guten Film aus?

Ein guter Film ist für mich einer, der mich emotional anspricht. Wobei es da eine große Bandbreite an Emotionen gibt. Was ich nicht möchte ist, mich bei einem Film zu langweilen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Verwendete Quellen:

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